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Ungeahntes Fair Play auf dem Feld der Energiewirtschaft

Tägliche Post an Frau Merkel 22 bis 26

Der BDEW fordert ein Gesamtkonzept für die zukünftige Energieversorgung. Dabei sollen alle Interessengruppen zu Wort kommen. Nachdem am 23. Juni 2010 mit EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall bereits die lautesten Sprecher des BDEW exklusive Gespräche mit Frau Merkel geführt haben, würde das bedeuten, dass nun andere Interessenvertreter zu Wort kommen. Dieser Vorschlag ist sehr fair und begrüßenswert.

Seltene Einigkeit

Mit der Forderung nach mehr Gehör für alle betroffenen Interessengruppen und dem Wunsch nach einem breiten Verständnis für den notwendigen Umbau der Energie-Infrastruktur tritt der BDEW am 30. Juni mit spannenden Gedanken in die Öffentlichkeit. Der Verband will, dass alle Interessenvertreter zu Wort kommen. Tatsächlich müssen Fachkräfte aus den verschiedenen Bereichen von Wirtschaft und Forschung mit einbezogen werden, damit die richtigen Schritte für eine zukunftsfähige und sichere Energieversorgung eingeleitet werden können. Nachdem die stärksten Fürsprecher des BDEW – die vier großen Energiekonzerne - in der letzten Woche in einem Gespräch mit Frau Merkel bereits Ihre Argumente offen legen konnten, müsste der BDEW sich nach dieser Idee also eher aus den Gesprächen zurück ziehen. Dieser Vorstoß ist sehr begrüßenswert und lässt Raum dazu, objektive Forschung, NGOs, Vertreter aus dem Bereich der erneuerbaren Energien, Verbände und progressive Stadtwerke mit einzubeziehen.

Auch die Wünsche der Bürger berücksichtigen

Natürlich wäre es dabei auch sinnvoll die Wünsche der Bürger und Wähler zu berücksichtigen. Über zwei Drittel der deutschen Wähler wollen einen Ausstieg aus Kernenergie und den schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Sie versuchen sich Gehör zu verschaffen, indem sie auf die Strasse gehen oder Briefe schreiben.

Begeisterte Teilnahme bei der Aktion „Post an Merkel“

Neben vielen anderen Aktionen läuft auch eine Postkartenaktion an Frau Merkel. Eine überwältigende Beteiligung zeigt den Willen der Bevölkerung. Auf den Postkarten können die Menschen zwischen Laufzeitverlängerungen, Beibehaltung des Atomkonsenses oder sogar einem schnelleren Ausstieg aus der Atomenergie wählen. Die Postkarten werden täglich in steigender Anzahl an Frau Bundeskanzlerin Merkel geschickt. Am 1. Juli werden bereits 26 Postkarten an Frau Merkel gesandt. Mit jeder Sendung informieren Umweltorganisationen das Kanzleramt über markante Zahlen und Daten aus dem Bereich Erneuerbare Energien oder Kernkraft. Mittlerweile sind etwa 1.200 Postkarten eingetroffen. Mehr als 4.000 weitere Postkarten sind unter Bürgern und Umweltorganisationen verteilt. Fast alle Menschen fordern eine konsequente und schnelle Förderung der Erneuerbaren Energien und wollen den Atomkonsens wie geplant beibehalten oder sogar einen schnelleren Ausstieg aus der Kernenergie. Nach vorsichtigen Schätzungen der Teilnehmer stehen hinter den Aussagen der Menschen zusätzlich über 17.000 Bekannte, Freunde und Verwandte. Dabei wurden übertriebene Schätzungen nicht berücksichtigt. Die Aktion wurde initiiert von Energie in Bürgerhand, Mütter gegen Atomkraft, projekt21plus und WECF.

Relevante Zahlen von Nummer 22 bis 26

Jeden Tag bekommt Frau Merkel einen Brief mit relevanten Fakten passend zur Postkartenanzahl. Folgende Informationen erreichten die Bundeskanzlerin vom 25. bis zum 01. Juli:

22 Karten für 22 Gramm Ein offshore Windpark emittiert im Schnitt 22 Gramm CO2 pro kWh Strom. Ein Atomkraftwerk mit Uran aus einem Importmix stößt 32 Gramm pro kWh aus. Forscher weisen darauf hin, dass sich die CO2 Bilanz (und auch die übrige Umweltbilanz) in naher Zukunft noch deutlich verschlechtert, wenn auf weniger ergiebige Uranquellen ausgewichen werden muss.

23 Karten für 23 Gramm Ein onshore Windpark emittiert im Schnitt 23 Gramm CO2 pro kWh Strom. Ein Atomkraftwerk mit Uran aus Russland emittiert 65 Gramm pro Kilowattstunde. Nicht mit berücksichtigt werden dabei die Emissionen, die durch den Abbau der Kraftwerke, eine eventuelle Renaturierung der zerstörten Landschaften oder die Lagerung des Atommülls entstehen.

24 Karten für 24.000 Jahre Die Republik der Marshallinseln im westlichen Pazifik war in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts Treuhandgebiet der USA. Die USA nutzte die Inselgruppe als Testgebiet für Atombomben. Einige Gebiete sind im Nachhinein für 24.000 Jahre zum Sperrgebiet erklärt worden.

25 Karten für 25. April 1986 Im Lenin-Kraftwerk wird am 25. April 1986 ein Test eingeleitet. Es soll geprüft werden, ob man bei einem Stromausfall die Rotationsenergie der Turbine noch übergangsweise zur Stromerzeugung nutzen kann, bis die Notstromaggregate hochgefahren sind.

26 Karten für 26. April 1986 Der Block 4 des Atomkraftwerkes Tschernobyl explodiert. Obwohl die Situation offensichtlich war, beharrt die Kraftwerksleitung noch bis zum Abend des 26. April darauf, dass der Reaktor intakt sei und nur gekühlt werden müsse. Diese Meldung wurde auch nach Moskau übermittelt und ist wahrscheinlich einer der Hauptgründe für die späte Evakuierung der Stadt Pripjat. In einer vom Tschernobylministerium der Ukraine publizierten Arbeit wurde in der Ukraine eine Vervielfachung der Erkrankung des Endokrinen Systems (25fach), des Nervensystems (6fach), des Kreislaufsystems (44fach), der Verdauungsorgane (60fach), des Haut- und Untergewebes (50fach), des Knochen-Muskel-Systems und der Psychischen Störungen (53fach) registriert.

Alle Briefe an Frau Merkel stehen auf der Webseite www.nein-zu-atomkraft.de als Download zur Verfügung.

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