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Bei Licht betrachtet zerfallen alle Argumente für Laufzeitverlängerungen

… das im Dunkel sieht man nicht

Am 5. September fiel im so genannten Atom-Gipfel eine Probeentscheidung bezüglich der lange angekündigten Laufzeitverlängerungen. Bereits die Fragestellung an das Energieszenario war eingeschränkt und gab Richtungen vor. Die fachlichen Grundannahmen zur Auslastung der Atomkraftwerke vom vergangenen Sonntag und die Effizienzvorgaben im Szenario sind sehr zweifelhaft und teilweise falsch. Vor allem aber stimmen weder die ökonomischen, noch die ökologischen Annahmen, die als Begründung für Laufzeitverlängerungen seit langer Zeit vorgeschoben werden.

Laufzeitverlängerungen bremsen den Ausbau der erneuerbaren Energien

Die erneuerbaren Energien werden schon heute abgeschaltet, wenn zu viel Strom im Netz ist, immer häufiger werden Anschlüsse von Neuanlagen hinausgezögert, weil die Leitungen voll sind. Teilweise bekommen Stromabnehmer für die Verwendung des überschüssigen Stromes sogar bezahlt. Denn wenn zu viel Strom im Netz ist muss er schnell verbraucht werden, um das System nicht zu gefährden. Häufig fließt dieser Strom derzeit nach Österreich oder in die Schweiz. Dort verdienen Pumpspeicherkraftwerke, weil die Bundespolitik keine sinnvollen politischen Rahmenbedingungen für einen Systemwechsel schafft. Zusätzliche Kosten der Regulierung werden auf die Netzkosten und die EEG-Umlage aufgeschlagen. Es zahlt der Verbraucher. Laufzeitverlängerungen verschärfen diese Situation massiv.

Die Politik verschläft den Systemwechsel während der Markt bereits reagiert. Die erneuerbaren Energien drosseln den Strompreis auf der Leipziger Börse. Gerade in der Mittagszeit, wenn viel Sonne scheint und die Photovoltaik Strom produziert, sind dadurch mittlerweile die Spitzen der Stromnachfrage abgeflacht. Die Gaskraftwerke kommen nicht mehr zum Zug und können dadurch keine Rendite mehr machen. Solange die Rentabilität nicht mehr gegeben ist, werden diese Kraftwerke nicht mehr gebaut, dabei benötigen wir diese Kraftwerke, weil sie klimaschonend sind und flexibel geregelt werden können. Kurzfristig sinkt der Strompreis auf der Börse. Langfristig steigt er, weil wir immer mehr Regelenergie ins Ausland abgeben und dafür teure Preise zahlen. Diese Entwicklung wird durch Laufzeitverlängerungen noch potenziert.

Laufzeitverlängerungen mindern den Wettbewerb

An Laufzeitverlängerungen verdienen nur die großen Konzerne. Diese Aktionärsgesellschaften haben zu viel Marktmacht. Sie diktieren die Preise und verdrängen Wettbewerber vom Markt. Dadurch entsteht noch mehr Monopolisierung. Mittelständische und vor allem auch kommunale Betriebe sind die Verlierer in diesem System. Fällt der Wettbewerb, steigen die Preise.

Laufzeitverlängerungen unterwandern Klimaschutz

Als großes tragendes Argument wird der Klimaschutz ins Feld geführt. Allerdings unterwandern Laufzeitverlängerungen die europäische Emissionsregelung. Im Emissionshandel werden CO2-Zertifikate an die Industrie ausgegeben. Die Unternehmen sollen dadurch wenigstens minimal die externen Umweltkosten mit tragen, damit sie die Volkswirtschaft entlasten und gleichzeitig zu mehr Effizienz und Energieeinsparung angeregt werden. Mit Laufzeitverlängerungen wird diese Regelung unterwandert. Bis 2020 ist mehr Energie auf dem europäischen Markt als abgesprochen. Die Preise fallen und Effizienz und Klimaschutz wird europaweit torpediert. Diese Entwicklung wirft den europäischen Klimaschutz und die europäischen Wirtschaftsunternehmen um viele Jahre zurück.

Die Aktion „Post an Merkel“ läuft und läuft. Die Bürger scheinen die versteckten Fehler besser zu verstehen, als ihre „Volksvertreter“. Viele Argumente sind falsch. Deshalb machen sich die Menschen stark gegen die Atomenergie und versuchen sich Gehör zu verschaffen. Unter anderem auch mit der Aktion „Post an Merkel“. Auf Postkarten können Menschen zwischen Laufzeitverlängerungen, Beibehaltung des Atomkonsenses oder sogar einem schnelleren Ausstieg aus der Atomenergie wählen. Die Postkarten werden seit Juni in regelmäßigen Abständen und in steigender Anzahl an Frau Bundeskanzlerin Merkel geschickt. Am 9. September erhält Frau Merkel mit der 44. Sendung bereits 44 Postkarten. Über die Sommerpause lief die Aktion in einem wöchentlichen Rhythmus, ab nächstem Montag bekommt Frau Merkel wieder tägliche Post bis Ende September.

Mit jeder Sendung informieren Umweltorganisationen das Kanzleramt über markante Zahlen und Daten aus dem Bereich Erneuerbare Energien oder Kernkraft. Mittlerweile liegen über 1.400 ausgefüllte Postkarten vor. Die Menschen fordern eine konsequente und schnelle Förderung der Erneuerbaren Energien und wollen den Atomkonsens wie geplant beibehalten oder sogar einen schnelleren Ausstieg aus der Kernenergie. Nach vorsichtigen Schätzungen der Teilnehmer stehen hinter den Aussagen der Menschen zusätzlich über 21.500 Bekannte, Freunde und Verwandte. Dabei wurden übertriebene Schätzungen nicht berücksichtigt. Die Aktion wurde initiiert von Energie in Bürgerhand, Mütter gegen Atomkraft, projekt21plus und WECF.

Relevante Zahl zur Nummer 44

Mit jeder Sendung bekommt Frau Merkel einen Brief mit relevanten Fakten passend zur Postkartenanzahl. Folgende Information erreichte die Bundeskanzlerin heute:

44 Karten für 44 Atombomben 1966 eröffnet Frankreich die größte Atombomben Testreihe. Auf französisch Polynesien werden insgesamt 167 Tests durchgeführt. Davon finden 44 oberirdisch und 123 unter Wasser statt.

Alle Briefe an Frau Merkel und viele weitere Informationen stehen auf der Webseite www.nein-zu-atomkraft.de als Download zur Verfügung.

Für Fragen steht Ihnen Frau Trudel Meier-Staude (0049-177-598 33 97) von projekt21plus gerne zur Verfügung.

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