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PM: Zu den Atomkatastrophen in Japan

Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

Wie töricht, wie nichtig und geradezu lächerlich scheinen plötzlich alle Argumente zur Verlängerung der Atomlaufzeiten und die Argumente zur Verlangsamung des Solarwachstums. Wenn es im realen Leben immer nach Recht und Gerechtigkeit ginge, wenn immer jedes Volk mit den Folgen seiner Fehlentscheidungen sogleich selbst konfrontiert würde, dann könnten genauso gut auch WIR hier in Deutschland fluchtartig unsere Wohnungen verlassen müssen und in weit entfernten weniger radioaktiv verseuchten Gebieten um Aufnahme betteln. Denn die Mehrheit der deutschen Wahlberechtigten hat selbst - vor anderthalb Jahren, am 27. September 2009 - in einer freien und geheimen Wahl diejenigen an die Regierung gebracht, die unsere Atomkraftwerke noch länger laufen lassen wollten.

Wir können nicht zu unserer Entschuldigung sagen, wir seien getäuscht worden, denn die maßgeblichen Politiker von CDU, CSU und FDP haben vor der Wahl unmissverständlich erklärt, dass sie die „Kernkraftwerke“ entgegen dem vertraglich vereinbarten Atomausstieg vom April 2002 weiter laufen lassen wollten. Es war sicher gut gemeint. Sie haben im „guttenbergschen“ blinden Vertrauen auf die ehrenwörtlichen Versicherungen der „Wissenschaftler“ und Experten gehandelt, dass unsere Kernkraftwerke sicher seien.

In tragischer Unkenntnis von Murphys Gesetz [1], wollten sie dem Volk durch eine Verlängerung der „Brücken- technologie“ für einige Jahre noch die (angeblich) hohen Kosten der Umstellung auf Erneuerbare Energien ersparen.

Wir Deutsche können nicht zu unserer Entschuldigung sagen, Deutschland hätte keine Alternative gehabt, denn wir hatten im Jahr 2010 bereits 15 Prozent Strom aus Erneuerbaren Energien und ein Rekordwachstum der Solarenergie. Aber unsere Regierung hielt am Weiterbetrieb der Atomanlagen fest und hielt es stattdessen für geraten, das Wachstum der Solarenergie durch dramatische Vergütungskürzungen zu verlangsamen.

Selbst die Grünen haben zu unserer großen Überaschung und Enttäuschung der in den Medien aufgebauten Neidkampagne nachgegeben und am 05. 05. 2010 in einem Entschließungsantrag eine außerplanmäßige „einmalige Kürzung der Solarförderung um maximal 10 Prozent“ vorgeschlagen. (Drucksache 17/1611 des Deutschen Bundestages).

Im Parlament hat nur die Linksfraktion ausdrücklich widersprochen. „Die von der Bundesregierung am 3. März 2010 beschlossene außerplanmäßige Absenkung der Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen bricht mit dem Grundsatz der Planungs- und Investitionssicherheit“ heißt es in ihrem Antrag vom 23.03.2010 (Bundestagsdrucksache 17/1144). Dass uns in Deutschland jetzt durch die Vorgänge in Japan im Maßstab 1:1 unwiderleglich demonstriert wird, in welche Gefahr wir uns begeben haben, gibt uns eine vielleicht letzte Chance! Diese sollten wir nutzen.

Es ist jetzt nicht die Zeit für gegenseitige parteipolitische Schuldzuschreibungen. Vielmehr sollten jetzt alle Parteien gemeinsam die Lehre aus den Ereignissen in Japan ziehen. Dann könnten sie gemeinsam die Laufzeitverlängerung wieder rückgängig machen und die Einführung von Solarstrom und Windanlagen im Binnen- land sowie der dezentralen Stromspeicherung beschleunigen. Normalerweise wäre ein solches gemeinsames Vorgehen nahezu ausgeschlossen. Aber in Zeiten wie diesen bleibt uns nur noch, auf ein politisches Wunder zu hoffen.

Das Gebot der Stunde jedenfalls lautet: Sofort abschalten - und die stillgelegten Kraftwerke unbrauchbar machen, damit sie nicht nach dem unvermeidlichen Verblassen der Erinnerung, spätestens nach dem übernächsten Regierungswechsel wieder in Betrieb genommen werden können.

[1] Murphy‘s Gesetz: Alles was schief gehen kann, geht irgendwann schief.

Wichtigster Grundsatz für Ingenieure und Konstrukteure. Diejenigen, die Murphys Gesetz nur in seiner verballhornten witzigen Form kennen, seien an das Hauptwerk des Philosophen Hans-Jonas Das Prinzip Verantwortung, verwiesen.

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