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Hamburg: Radstreifen an der Außenalster

Steffen: „Noch ein enttäuschender Plan aus der Horch-Behörde“

Grüne fordern  Radstreifen an der Außenalster. Nur so wird es zum echten Bike-ErlebnisDas heute vorgestellte Fahrradkonzept an der Alster enttäuscht auf ganzer Linie. Es wird nur dort der Radverkehr bevorzugt, wo es nicht weh tut. An den Engpass der Straße „An der Alster“ traut sich Senator Horch nicht ran. Dabei wäre mit der Umwidmung einer Fahrspur für den Radverkehr das Problem gelöst. Den Grünen Vorschlag für einen echten Rundkurs um die Außenalster hatte die SPD 2011 abgelehnt. Dr. Till Steffen, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion, erklärt: „Der heute vorgestellte Plan ist ein lächerlich kleiner Wurf. Echte Radverkehrsförderung – wie etwa in Kopenhagen – räumt Rädern Vorfahrt ein und schafft breite Radrouten. Knackpunkt ist der Umgang mit dem Radverkehr an der vierspurigen Straße ‚An der Alster‘. Wäre die Horch-Behörde konsequent, würde sie hier eine Fahrspur dem Radverkehr zuschlagen. Die Beeinträchtigungen für den Autoverkehr wären minimal, der Gewinn für den Radverkehr dagegen wäre enorm. Denn: Der Autoverkehr in der Stadt geht messbar zurück. Wir hatten bereits 2011 einen echten Rundkurs um die Alster gefordert, die SPD hatte den Antrag abgelehnt und greift ihn jetzt in einer Miniminimalversion wieder auf.

Was der Senat jetzt als demonstratives Projekt verkauft, ist auf ganzer Linie enttäuschend. Es gibt weder einen Zeitplan, noch ist die Frage der Finanzierung geklärt. Mit der Einrichtung von Fahrradstraßen behält der Autoverkehr genauso viele Spuren wie bisher – an teilweise sehr wenig befahrenen Straßen. Der jetzige Plan ist zwar besser als der bisherige SPD-Stillstand, dies reicht aber nicht, um Hamburg zu einer Fahrradstadt zu machen.“

Hintergrund

Im August 2011 forderte die Grüne Bürgerschaftsfraktion (siehe Anhang), dass der Senat mit den Bezirken ein Konzept erarbeite, welches aufzeigt, wie an den Sommerwochenenden komplette Rundwege um die Außenalster führen können. Dort sollten – sicher voneinander getrennt - temporeiche Sportarten ebenso möglich sein wie gemütliches Flanieren. Insbesondere die Straße An der Alster wurde in dem Antrag für eine Umverteilung der Verkehrsflächen vorgeschlagen, da hier die Autofahrer Spurverlegungen mit Hütchen in der Rushhour bereits gewohnt sind. Die SPD ließ sich aber damals nicht überzeugen. Nicht einmal im Verkehrsausschuss wollte sie über die Idee reden und hat den Antrag sang- und klanglos versenkt.

Mit der Konzentration auf die Außenalster verpasst der Senat die Chance, die Alster als ganzes aufzuwerten und Außen und Binnenalster wieder anzunähern. Denn wenn der Senat sich schon um die Aufenthaltsqualität und Passierbarkeit der Alster kümmert, sollte er auch den Ballindamm an der Innenalster neu betrachten und zum Ballinufer ausbauen. Diese Straße wird ihrer Lage und ihrem Potential bei Weitem nicht gerecht – in der Innenstadt, nahe am Wasser, aber verkehrsumbraust. Hier könnte der Verkehr deutlich eingeschränkt und den Menschen wieder Aufenthaltsfläche mit Qualität zurückgegeben und das Ballinufer zur Flaniermeile werden. Wir haben diesen Vorschlag im März dieses Jahres eingebracht. Die SPD hatte ihn abgelehnt.

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