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Hamburg - Positionspapier zum Radverkehr

Steffen: „Hamburg zur Fahrradstadt machen“

Hamburg hatte sich auf Grünes Betreiben zum Ziel gemacht, den Anteil des Radverkehrs bis 2015 auf 18 Prozent zu steigern. Die SPD hat diese Marke 2011 als eine der ersten Amtshandlungen verwässert – indem sie das Zieldatum strich. Die Grünen formulieren nun ein neues Ziel: Der Radverkehrsanteil soll bis spätestens 2025 auf 25 Prozent am Gesamtverkehr steigen. Dr. Till Steffen, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion, sagt dazu: „Wenn jede vierte Strecke mit dem Rad zurückgelegt wird, wäre das ein sehr großer Beitrag zur Stauvermeidung, für Klima, Umwelt und Lebensqualität in unserer Stadt. Für Hamburg, wo der Radverkehr 2008 bei zwölf Prozent lag, ist das ein ambitioniertes Ziel, das allerdings erreicht werden kann – wenn die Marschrichtung und der Durchsetzungswillen stimmen.

Hamburg hat viel Potenzial, eine Fahrradstadt zu werden. Die Menschen wollen das. Jetzt sind die Politik und die Verkehrsplaner am Zug. Sie müssen sich das ambitionierte Ziel setzen, Hamburg zu einer echten Fahrradstadt zu machen. Vieles können wir uns dabei von der dänischen Hauptstadt Kopenhagen abschauen, die binnen eines Jahrzehnts zu einer echten Fahrradmetropole geworden ist. Dazu wollen wir die Förderung des Radverkehrs in Hamburg zu einem Investitionsschwerpunkt machen. Die Politik muss das Rad Verkehrsmittel gleichrangig mit Auto, Bus und Bahn behandeln – und entsprechend fördern. Kopenhagen zeigt auch: Eine andere Verkehrspolitik ist ein Schlüssel dafür, die Flächen in der Stadt anders zu nutzen und mehr Platz für Bewegung und Begegnung, für Kultur und für spielende Kinder zu schaffen.

Damit der Radverkehr flüssig rollt, müssen wir ihm an vielen Stellen Vorfahrt einräumen. Das geht zum Beispiel auf den Velorouten, die schnell und konsequent ausgebaut werden müssen. Vorfahrt bedeutet, dass auf Velorouten und Fahrradstraßen der querende Verkehr an der Radroute warten oder an Ampeln per Kontaktschleife grün anfordern muss. Deutlich flüssiger würde der Radverkehr rollen, wenn es mehr Radstreifen auf den Straße gäbe – diese sind außerdem erwiesenermaßen sicherer als Radwege am Fußweg.

Am Beginn der Wahlperiode war der Radverkehr für die SPD kein Thema und in der Regierungserklärung des Bürgermeisters fand sich nur ein Halbsatz dazu. Viel Zeit und Geld wurde durch das unsinnige Busbeschleunigungsprogramm verschleudert. Wir kritisieren, dass die SPD das Thema viel zu spät aufgreift. Sie kündigt jetzt ein paar nett klingende Maßnahmen an und greift dabei oft auf unsere Konzepte zurück. Das Problem dabei ist aber, dass sie diese nur halbherzig aufnimmt und dann auch nur eine Umsetzung ankündigt. Der Wahlkampf lässt grüßen. Ein richtiges Problem ist auch, dass die SPD sich an die Knackpunkte nicht heranwagt. Sie traut sich beispielsweise nicht, dem Autoverkehr an sinnvollen Stellen einige Parkplätze oder eine Fahrspur wegzunehmen. Es gibt viele Stellen in der Stadt, wo dies ohne Probleme und Beeinträchtigungen möglich wäre.“

Foto: Klaus-Dieter Neumann - https://www.facebook.com/policeman.neumann/

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