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Prepaid-Kreditkarten: Statt Kredit erst einmal Kosten

Presseinformation der Verbraucherzentrale Niedersachsen

Hannover, 06.09.2016 – Verbraucher sollten bei der Werbung für Prepaid-Kreditkarten, die jeder auch „ohne Schufa-Check, ohne Gehaltsnachweis“ und „ohne Bonitätsprüfung“ beantragen kann, besonders vorsichtig sein. Statt eines beworbenen Sofortkredits ohne Schufa erhalten sie oftmals nur kostenpflichtige Prepaid-Kreditkarten. Diese Karten sind keine echten Kreditkarten und sie funktionieren nur auf Guthabenbasis. Verbraucher können damit nur das ausgeben, was zuvor auf die Karte aufgeladen worden ist.

Verbraucherzentrale warnt vor unnützen Kreditkarten

Aktuell registriert die Verbraucherzentrale Beschwerden zu fragwürdigen Geschäfts-praktiken einzelner Internet-Anbieter. Verbraucher stoßen immer wieder auf die Internetseiten von mastercredit.de oder sorglosduo.de, auf denen eine exklusive „MasterCard Gold“ in Verbindung mit einem Sofortkredit bis zu 6 499 Euro – schufafrei und 100 % zuteilungssicher – beworben wird. „Gezielt werden damit gerade einkommensschwache Verbraucher in die Falle gelockt“, warnt Andreas Gernt, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „Denn wirklich sicher sind nur die Kosten für die bestellte Kreditkarte, während die Kreditgewährung völlig ungewiss ist.“ So fallen beispielsweise bei mastercredit.de bzw. sorglosduo.de für Ausgabegebühr plus Versand und Jahresgebühr über 100 Euro an. Höchst fragwürdig ist auch das Angebot zur „VIABUY Prepaid MasterCard“, die im Internet mit dem Slogan „Eine für alle!“ und „ohne Schufa-Check und POSTIDENT“ beworben wird. „In den ersten drei Jahren fällt bei dieser Prepaid-Kreditkarte zwar tatsächlich keine Jahresgebühr an; die Kartenausstellungsgebühr beträgt jedoch stolze 89,70 Euro, die gleich mit der ersten Mindestaufladung von 90 Euro abgerechnet wird“, sagt Andreas Gernt.

Prepaid-Kreditkarten werden vorrangig an noch nicht kreditwürdige Personen ausgegeben, die beispielsweise eine negative Schufa-Auskunft haben oder die noch nicht volljährig sind. Für Jugendliche, Auszubildende und Studenten kann eine solche Zahlungskarte auf Guthabenbasis im Einzelfall z. B. bei einer Auslandsreise durchaus sinnvoll sein. Bei einzelnen Banken und Sparkassen gibt es Prepaid-Kreditkarten für diese Zielgruppe allerdings auch kostenlos. Wer aber einen Kredit benötigt, sollte zunächst immer bei der eigenen Hausbank oder Sparkasse nachfragen und Angebote zu Prepaid-Kreditkarten grundsätzlich meiden. Leider sind diese geschickten Werbeanzeigen derzeit häufig zu finden – ob bei Spiegel Online oder bei Amazon. „Wer Kosten sparen will, ignoriert besser derartige Angebote für meist völlig unnütze bzw. zu teure Prepaid-Kreditkarten“, empfiehlt Andreas Gernt.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen bietet in fast allen Beratungsstellen eine kostengünstige, persönliche Rechtsberatung an. Die Beratung kostet 10 Euro (Zeitrahmen bis zu 15 Minuten).

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