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gesundheit

Gesundheitsreform

Debatte um Zahnersatz für Rentner

Dem Bundesgesundheitsministerium ist nach berichten der Bild-Zeitung bei der Gesundheitsreform ein Fehler unterlaufen. So fehle im Gesetz eine Regelung, wie ab 2005 der Sonderbeitrag für Zahnersatz bei Rentnern, Arbeitslosen und Rehabilitanden eingezogen werden kann. Die gesetzlichen Krankenkassen warnten demnach in einem Schreiben an Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) vor Versorgungslücken. Ohne eine zügige Gesetzesänderung bestehe die Gefahr, dass die "Versorgung mit Zahnersatz gefährdet" sei. Ministeriumssprecher Klaus Vater dementierte den Bericht. Er sagte, der Zahnersatz für die Rentner "ist und bleibt gesichert". Niemand müsse befürchten, ab dem kommenden Jahr auf die Leistung verzichten zu müssen.

Gesundheitssystem

Ideen zur Bürgerversicherung sollen im Herbst feststehen

Die SPD will im Herbst ihre Planungen zum langfristigen Umbau des Gesundheitssystems vorlegen. Die zuständige Arbeitsgruppe werde die Eckpunkte für eine Bürgerversicherung bereits im Herbst präsentieren, kündigte SPD-Generalsekretär Klaus Uwe Benneter am Montag in Berlin an. Ursprünglich war ein Konzept erst für das Frühjahr 2005 geplant. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) befürwortete die rasche Einführung einer Bürgerversicherung. Zustimmung kam auch vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB).

Gesundheitsreform

Proteste gegen Praxisgebühr und Zuzahlungen

Die PDS hat am 2. April in Vorbereitung auf die Großdemonstrationen zum Europäischen Aktionstag gegen Sozialabbau einen bundesweiten Protesttag gegen die Praxisgebühr und die Erhöhung der Zuzahlungen auf Medikamente durchgeführt. Bei über 150 Infoständen und Aktionen im gesamten Bundesgebiet, die vor Ort häufig gemeinsam mit Gewerkschaften, Sozialverbänden und Initiativen durchgeführt wurden, kamen bis gestern Abend 71 606 Unterschriften zusammen. Allein in Magdeburg, wo Lothar Bisky und Rolf Kutzmutz sich an der Unterschriftensammlung beteiligten, unterschrieben binnen einer Stunde 1200 Menschen.

Gesundheit

Auch UVA-Strahlung kann Krebs verursachen

Eine Studie der University of Sydney geht davon aus, dass ein Sonnenschutz gegen UVA- und UVB-Strahlung notwendig ist. Die Wissenschaftler wiesen nach, dass auch UVA-Strahlen einen DNA-Schaden verursachen können. Diese Strahlenart verursacht eine Hautalterung aber keine Verbrennung. Die in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichten Ergebnisse widersprechen der Auffassung, dass nur UVB-Strahlen ein Krebsrisiko darstellen.

Lärmstudie

Chronischer Verkehrslärm erhöht das Herzinfarkt-Risiko

Verkehrslärm und Arbeitslärm sind Risikofaktoren für den Herzinfarkt. Eine neue Studie des Umweltbundesamtes (UBA) untermauert einen Zusammenhang zwischen Straßenverkehrslärm und Herzinfarkt und kommt zu dem Ergebnis: Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, steigt bei Männern um etwa 30 Prozent, falls sie längere Zeit in Gebieten mit hohem Verkehrslärm wohnen, deren mittlerer Schallpegel im Außenbereich am Tag über 65 dB(A) liegt.

Gesundheit

Rauchfrei 2004 - 10.000 Euro zu gewinnen

Die bundesweite Kampagne zum Rauchstopp ging am Aschermittwoch, dem 25. Februar, an den Start. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und das Deutsche Krebsforschungszentrum rufen zu Deutschlands größter Rauchstopp-Aktion auf. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt ist Schirmherrin der Aktion. Ziel von "Rauchfrei 2004" ist es, möglichst viele Raucherinnen und Raucher in Deutschland zu motivieren, vier Wochen lang, ab dem 1. Mai 2004, nicht zu Rauchen und ihnen damit den langfristigen Ausstieg aus der Nikotinabhängigkeit zu erleichtern.

Gesundheit

Zappelphilipp-Syndrom durch Rauchen in der Schwangerschaft

Rauchende Mütter können ihre Kinder in der Schwangerschaft auch psychisch schädigen. Ihre Kinder entwickeln viermal so häufig das Zappelphilipp-Syndrom wie die von nichtrauchenden Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Studie, die am Mittwoch in Berlin bekannt wurde. Sie wurde erstellt vom Suchtforschungsverbund Baden Württemberg, den das BMBF mit drei Millionen Euro fördert.

Gesundheitsreform

Weit gefasste Regelungen für chronisch Kranke gefordert

"Auch Pflegebedürftige der Pflegestufe 1 müssen im Sinne des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes als chronisch krank eingestuft werden", verlangte Rainer Brückers, Geschäftsführer des AWO-Bundesverbandes, am Dienstag in Bonn. Nach Ansicht der Arbeiterwohlfahrt muss der Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in dieser Woche die Definition von chronisch Kranken im Sinne der Betroffenen weit fassen. Die bisher bekannt gewordenen Überlegungen reichen nicht aus.

Gesundheit

Vitamin B lindert Depressionen

Vitamin-B-Gaben können beim Behandlungserfolg von Depressionen eine entscheidende Rolle spielen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des finnischen Kuopio University Hospital. Erstmals wurde nachgewiesen, dass depressive Patienten mit hohen Vitamin-B12-Werten besser auf eine Behandlung reagieren. Die Ergebnisse der Studie wurden in BMC Psychiatry veröffentlicht. Das Team beobachtete bei der Studie 115 ambulante Patienten mit Depressionen über einen Zeitraum von sechs Monaten.

Welt-Aids-Tag

Hunger und Aids müssen gemeinsam bekämpft werden

Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember fordert die Deutsche Welthungerhilfe, Hunger und Aids stärker gemeinsam zu bekämpfen. Neue UN-Studien hätten die dramatische Wechselwirkung der beiden Hauptgründe für den weltweiten Tod von Millionen Menschen deutlich gezeigt. Aids verschärfe in vielen Entwicklungsländern und vor allem im südlichen Afrika die Hungerkrise. Von den weltweit 42 Millionen mit Aids infizierten Menschen seien mehr als 38 Millionen zwischen 15 und 49 Jahre alt und somit im wirtschaftlich produktivsten Alter. Ihre Arbeitskraft fehle vor allem in der Landwirtschaft. Bereits jetzt müssten in besonders betroffenen Gebieten mehr als die Hälfte aller Haushalte von Waisen und alleinstehenden Frauen oder Großeltern versorgt werden.

Welt-Aids-Tag

Vereinfachung der Aids-Behandlung scheitert an Pharma-Konzernen

Millionen von Menschen, die an Aids erkrankt sind, könnten überleben, wenn sie mit antiretroviralen Medikamenten behandelt würden. Dies ist nach Ansicht der internationalen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen jedoch nur möglich, wenn die Therapie an die Alltagswirklichkeit in ärmeren Ländern angepasst wird. Hierbei spielen Kombinationspräparate, in denen mehrere Wirkstoffe in einer Tablette vereint sind, eine wichtige Rolle. Allerdings müssten die Pharmakonzerne dafür Patentmonopole fallen lassen.

Mehr Aids und ungewollte Schwangerschaften

Restriktive US-Abtreibungspolitik gefährdet Frauen in Afrika

Eine entwicklungspolitische Richtlinie der USA bewirkt, dass Tausende Menschen in Entwicklungsländern keinen Zugang zu Familienplanung und Gesundheitsversorgung mehr haben. Vor allem arme Frauen sind von den Auswirkungen der so genannten "Global Gag Rule" der US-Regierung unter George W. Bush betroffen, die den Einsatz der staatlichen Mittel der US-Entwicklungshilfe regelt. Dies geht aus einem neuen Bericht von Population Action International hervor, auf den die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung am Dienstag hinwies. Die "Global Gag Rule" legt fest, dass Familienplanungsorganisationen keine Unterstützung aus Mitteln der US-Entwicklungshilfe erhalten dürfen, wenn sie Abtreibungen durchführen oder zu dem Thema beraten. Diese Regelung trifft jedoch insbesondere Familienplanungsorganisationen in Entwicklungsländern, die bislang mit den Mitteln der US-Regierung die Versorgung der Bevölkerung mit Familienplanung und andere Gesundheitsleistungen finanziert haben.

Gesundheitsreform

Chronisch kranke und behinderte Menschen einseitig belastet

Chronisch kranke und behinderte Menschen werden nach Auffassung der Bundesarbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte e.V. (BAGH) und des FORUMS chronisch kranker und behinderter Menschen im PARITÄTISCHEN (FORUM) durch das GKV-Modernisierungsgesetz einseitig und unzumutbar belastet. Das am 22.09.03 im Bundestag beratene GKV-Modernisierungsgesetz bedeutet den Einstieg in den Ausstieg aus der solidarischen Krankenversicherung und wird daher von den Selbsthilfeorganisationen chronisch kranker und behinderter Menschen abgelehnt.

Gesundheitsreform

Zahnersatz-Pläne in der Kritik

Der Präsident des Sozialverbandes VdK Deutschland, Walter Hirrlinger, hat Bundesregierung und Union aufgefordert, ihr Konzept für die Gesundheitsreform vor allem in Hinsicht auf den Zahnersatz zu überarbeiten und nachzubessern. "Es ist ganz eindeutig, dass diejenigen, die wenig im Geldbeutel haben, beim Zahnersatz besonders zur Kasse gebeten werden", sagte Hirrlinger. Auch der Sozialexperte Bert Rürup kritisierte die Zahnersatz-Pläne.

Gesundheit für die Dritte Welt

WORLD VISION fordert mehr Geld für den Global Fund von Deutschland

In einem Brief an Bundeskanzler Schröder, Finanzminister Eichel und Entwicklungshilfeministerin Wieczorek-Zeul fordert WORLD VISION die Bundesregierung auf, noch in diesem Jahr mindestens 100 Millionen Euro in den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria einzuzahlen. Damit unterstützt WORLD VISION die Forderung des "Aktionsbündnis gegen Aids", den deutschen Beitrag zum Weltgesundheitsfonds bis zur internationalen Geberkonferenz am 16. Juli in Paris massiv zu erhöhen.

Gesundheitswesen

Koalition nimmt von Patienten höhere Zuzahlungen für Medikamente

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat sich mit den Koalitionsfraktionen auf die künftige Höhe der Zuzahlungen für Medikamente geeinigt. Demnach sollen Patienten mit Inkrafttreten der Gesundheitsreform zu Beginn nächsten Jahres für eine kleine Packung vier, für eine mittlere sechs und für eine große Packung acht Euro aus eigener Tasche bezahlen, sagte Schmidt am Freitag in Berlin. Versicherte, die in spezielle Hausarztprogramme oder Programme für chronisch Kranke eingeschrieben sind, zahlen jedoch nur zwei, drei oder vier Euro. Sozialhilfeempfänger sollen generell nur einen Euro zuzahlen. Derzeit müssen die Versicherten je nach Packungsgröße zwischen vier und fünf Euro zuzahlen.

Gesundheit

Psychisch bedingte Krankenstände steigen

In Deutschland nimmt bei Krankschreibungen die Bedeutung psychischer Erkrankungen deutlich zu. Im Jahr 2002 betrug ihr Anteil an den Krankheitstagen 7,5 Prozent. Im Vergleich dazu belief sich ihr Anteil 1980 auf 2,5 Prozent, 1990 auf 3,7 Prozent. Zu einem deutlichen Anstieg kam es im Jahr 2000. Der Anteil psychischer Störungen an den Krankheitstagen betrug 6,9 Prozent, wie aus der Arbeitsunfähigkeitsstatistik des BKK Bundesverband hervorgeht.

HIV/Aids

Buch "Todestanz - Sex und Aids in Afrika" erklärt Hintergründe der Ausbreitung

Die Frage, weshalb sich diese Seuche auf dem schwarzen Kontinent - anders als in Europa - so ungehindert verbreitet und zum Ausbluten Afrikas führt, ist hochbrisant und lädt zu mancherlei Spekulationen ein. Das Buch "Todestanz - Sex und Aids in Afrika"geht dieser Frage nach und scheut sich nicht, afrikanische Sexualpraktiken zu schildern, welche die Verbreitung von HIV/Aids beschleunigen. Verantwortlich sei vor allem das Sexualverhalten der Männer, sagen die Autoren. Häufig wechselnde Partnerinnen sind für viele selbstverständlich. Männer, die zu Prostituierten gehen, bestehen meist auf ungeschütztem Sex, selbst dann, wenn die Frau HIV-positiv ist und es dem Freier ausdrücklich sagt.

Porto Alegre

NGO fordern: Recht auf Gesundheit und Zugang zu Medikamenten verankern

Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) und Brot für die Welt setzen beim Weltsozialforum einen Schwerpunkt auf das Menschenrecht auf Gesundheit, das die medizinische Behandlung aller Menschen einschließt. Unter dem Titel "HIV/AIDS und das Menschenrecht auf Gesundheit und Leben? Ging es bei dem internationalen Workshop in Porto Allgre mit Vertretern aus Indien, Argentinien, Südafrika, Brasilien und Deutschland um die Frage, wie die Ausnahmebestimmungen der WTO zu lebensverlängernden Aidsmedikamenten umgesetzt werden können und wie die Situation von Aidskranken weltweit verbessert werden kann.

Gesundheitsreform

Paritätische Finanzierung der Krankenversicherung bleibt erhalten

Die Bundesregierung hat den Bericht des Nachrichten-Magazins "Stern" dementiert, wonach Bundeskanzler Gerhard Schröder einen Systemwechsel in der gesetzlichen Krankenversicherung plane. Die Bundesregierung hat nicht die Absicht, die paritätische Finanzierung durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufzugeben und die lohnbezogenen Kassenbeiträge durch Kopfprämien abzulösen.