ngo-online-Logo

ngo-Nachrichten täglich per Email kostenlos:

 

Impressum | Konzept | Startseite | 

Dienstag, 9.2.2010


 

Home

 

Krieg/Frieden

Innere Sicherheit

Recht/Justiz

Verfassung/Demokratie

Lobbyismus

Wirtschaft/Arbeit

Unternehmen

Armut/Reichtum

Soziale Sicherung

Gesundheit

Energie

Umwelt

Wissenschaft/Technik

Verbraucherschutz

Tierschutz

Bildung

Bevölkerung

Ausländer

Afrika

Asien

Amerika

Regionalzeitungen

 

Magazin

Krisenmanager
90 Jahre Betriebsräte

Kein Braten zum Fest
In der Suppenküche der Berliner Marienkirche

"Auch Kinder verstehen Politik"
Studie sieht politisches Denken im Kindesalter

 

"Unrechtsgewinne"

Greenpeace kritisiert Lebensmittelanbieter wegen Pestizidbelastung


05. März 2007

[ngo] Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat am Montag erneut die Mehrzahl der deutschen Lebensmittelanbieter kritisiert: Für eine halbe Milliarde Euro verkauften große Einzelhandels-Unternehmen jedes Jahr Obst und Gemüse, dessen Pestizidbelastungen über den gesetzlich erlaubten Grenzwerten lägen, kritisiert die Organisation. Sie wirft den großen Handelsketten vor, auf diese Weise "Unrechtsgewinne" zu erzielen. "268.000 Tonnen der pestizidbelasteten Ware werden jährlich im Handel angeboten – damit verzehrt jeder deutsche Verbraucher im Durchschnitt über drei Kilogramm Obst und Gemüse, das nach dem Lebensmittelgesetz nicht verkehrsfähig ist", heißt es in der Mitteilung.

Grundlage der aktuellen Berechnung seien Informationen aus der Verbraucherforschung sowie neues staatliches und privates Datenmaterial zu Pestizidrückständen in Lebensmitteln, so Greenpeace. Die Umweltschützer verwiesen auf eine von ihnen in Auftrag gegebene Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Demnach wollen 86 Prozent der Bundesbürger, dass Gewinne, die der Handel durch den Verkauf zu stark mit Pestiziden belasteter Ware erzielt, ganz oder teilweise vom Staat eingezogen werden.

"Mit nicht verkehrsfähigen Lebensmitteln werden den Verbrauchern Millionenbeträge aus der Tasche gezogen", kritisiert Martin Hofstetter, Agrarökonom von Greenpeace. Die Bundesregierung solle gesetzliche Regeln schaffen, um den Lebensmittelketten diese "Unrechtsgewinne" aus dem Verkauf von pestizidbelastetem Obst und Gemüse abzunehmen, so Hofstetter.

Doch das Geld dürfe nicht "einfach nur die Kassen des Staates füllen". Greenpace fordert, die dadurch eingenommenen finanziellen Mittel in verbesserte staatliche Lebensmittelkontrollen fließen zu lassen. "Mindestens zwei Prozent vom Umsatz mit illegalem Obst und Gemüse sollten dafür abgeführt werden. Das entspräche derzeit etwa zehn Millionen Euro, die dem Verbraucherschutz zu Gute kämen. Gewinner wären Verbraucher und saubere Anbieter", so Greenpeace.

Hofstetter sieht einen weiteren negativen Effekt, wenn die Handelsketten die "Unrechtsgewinne" weiterhin einbehalten dürften: "Großkonzerne wie Aldi, Edeka, Lidl, Metro, REWE und Tengelmann vermarkten 90 Prozent des Frischobstes und Gemüse. Saubere Anbieter wie Bio-Lebensmittel-Händler werden im Wettbewerb mit diesen Konzernen, die das Gesetz ignorieren, massiv benachteiligt.

Benachteiligt werden laut Greenpeace in Deutschland auch die Verbraucher. Im europäischen Ausland wie Dänemark oder Großbritannien, sei das anders. Dort werde der Name einer Firma mitgeteilt, deren Produkte negativ aufgefallen sind. "Kein Wunder also, dass 91 Prozent der Befragten bei unser Umfrage für mehr Transparenz waren. Sie wollten, dass staatliche Behörden die Namen von Unternehmen veröffentlichen, die zu stark pestizidbelastete Ware verkaufen", so Greenpeace.

Spitzenreiter der Produktpalette pestizidbelasteter Lebensmittel seien Paprika mit einem Warenwert von über 100 Millionen Euro, sowie Tafeltrauben, Tomaten und Äpfel mit zusammen 165 Millionen Euro. Besonders Paprika, Trauben und Tomaten sind nach Angaben von Greenpeace häufig so hoch mit Spritzmitteln belastet, dass staatliche Grenzwerte überschritten werden.

[Druckversion]                

 

Lesen Sie auch

"Nicht verkehrsfähig"
Großhandel bestätigt angeblich zu große Pestizidbelastung von Obst und Gemüse

"Gentechnisch optimierte Eigenschaften"
Bayer will Saatgutgeschäft ausbauen und profitablere Pestizide entwickeln

"Tödliche Pestizidvergiftungen"
Bayer wird die Vermarktung "gefährlicher Pestizide" vorgeworfen

Anzeige gegen Supermarktketten
Warnung vor Pestizid-Rückständen in Beerenobst

"Strukturelle Informationsasymmetrien"
Umweltorganisationen kritisieren Seehofers Verbraucherinformationsgesetz

Lebensmittel-Kontrollen
Greenpeace verklagt Bundesländer auf Herausgabe von Pestiziddaten

Pestizide in Erdbeeren
Giftige Erdbeeren für Exporteure legalisiert

 

Artikel versenden

E-Mail-Adresse Empfänger:

Mitteilung an den Empfänger (optional):

Ihre E-Mail-Adresse als Absender:

    

 


E-Mail an die Redaktion: redaktion@ngo-online.de
copyright
Eine Verwertung der urheberrechtlich geschützten Beiträge, insbesondere durch Vervielfältigung oder Verbreitung auch in elektronischer Form, ist ohne vorherige Zustimmung unzulässig und strafbar, soweit sich aus dem Urhebergesetz nichts anderes ergibt. "; Ngo-online ist für externe Seiten, Lokal- bzw. Regionalausgaben, Leserbriefe und Forumbeiträge nicht verantwortlich. Bitte beachten Sie die entsprechenden Hinweise im Impressum.";

Bitte beachten Sie unsere anderen Themenseiten:
ipod nano 3g || private krankenversicherung vergleich || seminar ||

Profitieren Sie von unseren Know-How. Informationen und eine aktuelle Tagesschau sind unsere vornehmste Pflicht. Als Internetzeitung sind wir stets dran an aktuellen Nachrichten

Archiv-Suche


News

16:38Sri Lanka: Präsident löst Parlament auf
16:10Marketingexperte empfiehlt Abschaffung der Marke Opel
15:58Forscher: Kohlmeisen haben Charakter
15:54ALG II wird auch nach Urteil wie bisher ausgezahlt
15:45Großbritannien: Ältere Frauen werden vor Schwangerschaft gewarnt
15:06Betrunkene Autofahrerin rammt sieben Mal geparktes Fahrzeug
15:04YouTube-Video macht sich über Googles ersten Fernsehspot lustig
14:58Iran: Mehr als 65 Journalisten im Gefängnis