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Atomenergie & Klimaschutz

"CO2-Emissionen der Atomenergie ab 2050 so hoch wie die von Gaskraftwerken"


05. April 2007

Atomkraftwerk Philippsburg, Bild: ngo-online[ngo] Einer Studie der britischen Wissenschaftler-Gruppe "Oxford Research Group" zufolge soll die Atomenergie schon heute bis zu einem Drittel so viel Kohlendioxid (CO2) emittieren wie Gaskraftwerke. Und weil im Uranbergbau wegen des rückläufigen Urangehalts im Erz immer mehr fossile Energie eingesetzt werden müssten, werde die Atomenergie ab dem Jahr 2050 ebenso klimaschädlich sein wie fossile Gaskraftwerke, heißt es in der vom März veröffentlichten Untersuchung. "Damit ist die Legende von der klimafreundlichen Atomenergie endgültig vorbei", meint die Vorsitzende der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW, Angelika Claußen. "Selbst wenn die Atomenergie nur ihren geringen Beitrag von weniger als 3 Prozent zur weltweiten Energieversorgung beibehält, trägt sie immer stärker zur CO2-Belastung der Erdatmosphäre bei."

Die Oxford Research Group beruft sich bei einem Teil ihrer Aussagen auch auf Veröffentlichungen der niederländischen Wissenschaftler Storm van Leeuwen und Smith vom August 2005 sowie der Universität von Sydney vom Dezember 2006. Demnach sollen die CO2-Emissionen der Atomenergie schon heute zwischen denen erneuerbarer Energien und fossiler Kraftwerke liegen, "keineswegs aber auf dem Niveau der Windenergie, wie die Atomwirtschaft behauptet".

Während die produktionsbedingten CO2-Emissionen der Windenergie mit 11 bis 37 Gramm pro Kilowattstunde angegeben werden, produziere die Atomenergie schon heute 84 bis 122 Gramm CO2. Die Emissionen von modernen Gaskraftwerken lägen bei 385 Gramm.

Laut Oxford Research Group entstehen derzeit bei der Gewinnung des Kernbrennstoffs für Atomkraftwerke und seiner Entsorgung 56 Gramm CO2. Hinzu kommen 28 bis 66 Gramm CO2 durch den Bau und den Rückbau der Atomkraftwerke. Macht zusammen besagte 84 bis 122 Gramm.

In den kommenden Jahren werden laut Oxford Research Group die CO2-Emissionen der Atomenergie drastisch ansteigen: "Der Rohstoff Uran muss aus der Erdkruste durch eine Reihe von physikalischen und chemischen Prozessen gewonnen werden, die Energie verbrauchen und alle Kohlendioxid erzeugen", schreiben die Wissenschaftler. Je geringer der Urananteil des Erzes ist, desto mehr Material muss mit hohem Energieaufwand verarbeitet werden, was zu immer höheren CO2-Emissionen führt. Die Wissenschaftler rechnen daher damit, dass um das Jahr 2050 die Atomenergie pro Kilowattstunde ebenso viel CO2 in die Atmosphäre freisetzen wird wie Gaskraftwerke, wenn der heutige geringe Anteil der Atomenergie an der Weltenergieversorgung auch nur gehalten wird.

Völlig unbekannt sei darüber hinaus, in welchem Maße die Atomenergie für die Freisetzung weiterer Treibhausgase verantwortlich sei. Zu diesen "weitaus klimawirksameren anderen Treibhausgasen" liegen seitens der Atomwirtschaft bislang keinerlei öffentlich zugängliche Zahlen vor, so die IPPNW.

"Entgegen der Propaganda der Atomwirtschaft und der ihr genehmen Experten können Atomkraftwerke das Klima nicht retten", meint Claußen.

Foto: ngo-online

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