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"Mehr als 270 Todesurteile"

Amnesty beklagt vielfache Vollstreckung der Todesstrafe im Irak


20. April 2007

[ngo] Nach Darstellung der Menschenrechtsorganisation Amnesty international sollen die Behörden im Irak "seit der Wiedereinführung der Todesstrafe im August 2004" mehr als 270 Menschen zum Tode verurteilt und mindestens 100 Menschen hingerichtet haben. Mindestens 65 Todesurteile sollen allein im vergangenen Jahr vollstreckt worden sein. "Damit zählte der Irak 2006 nach China, Iran und Pakistan zu den vier Ländern mit den weltweit meisten Hinrichtungen", kritisiert die Organisation.

Amnesty behauptet zudem, dass "zahlreiche Todesurteile nach unfairen Prozessen" zustande gekommen worden seien. Vorwürfen, die Geständnisse seien durch Folter erwirkt worden, gingen die Gerichte nicht nach. "Teilweise werden sogar erzwungene Geständnisse zugrundegelegt, die vor der Verhandlung im nationalen Fernsehen ausgestrahlt wurden."

Die Menschenrechtsorganisation urteilt hart über die neue, im Zuge des von den USA begonnenen Irak-Krieges etablierte Regierung des Landes: "Der Anstieg dieser schlimmsten Form grausamer und unmenschlicher Behandlung ist dramatisch; damit ist der Irak auf dem Weg zurück in die brutalen Zeiten der Vergangenheit", so die Irak-Expertin der Organisation, Ruth Jüttner. "Wir fordern die irakische Regierung auf, einen sofortigen Hinrichtungsstopp zu erlassen, verhängte Todesstrafen in Haftstrafen umzuwandeln und dafür zu sorgen, dass Gerichtsverfahren gemäß international gültiger Standards durchgeführt werden", so Jüttner.

[Druckversion]                

 

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