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Genmanipulierte Mäuse

Kritik an Medizin-Nobelpreis


08. Oktober 2007

Bild: BASF[ngo] Der Bundesverband Menschen für Tierrechte kritisiert die Vergabe des diesjährigen Nobelpreises für Medizin an drei Wissenschaftler, die ein Verfahren zur gezielten Genmanipulation von Mäusen entwickelt haben. Damit werde eine auf die Erbanlagen fixierte Medizin ausgezeichnet, die den Blick für den Menschen als ganzheitliches Wesen verliere. Die Tierschützer monieren, dass seit Jahren die Versuche mit genmanipulierten Mäusen ansteigen. Von 2000 bis 2005 habe ihre Zahl um über das Doppelte zugenommen. Ob dies kranken Menschen helfe, sei aber "äußerst fragwürdig".

So sei nicht vorher zu bestimmen, ob ein verändertes oder defektes Gen bei Maus und Mensch dieselben Auswirkungen habe. Dadurch könnten "wieder falsche Rückschlüsse aus den Tierexperimenten gezogen werden", kritisiert die Organisation. "Die Genmanipulation birgt grundsätzlich kaum abschätzbare Folgen in sich - in diesem Fall für Mensch und Tier."

Im Jahr 2000 seien offiziellen Angaben zufolge 149.859 transgene Mäuse in Tierversuchen eingesetzt worden. 2005 seien es 348.399 worden. Darin seien nicht die Tiere enthalten, die bei der Erstellung neuer transgener Linien "verbraucht" werden.

Mit der Methode, für die jetzt der Nobelpreis vergeben wurde, könne angeblich die Funktion einzelner Gene herausgefunden werden. Demnach gebe es Gene für Intelligenz, für Treue oder dafür, dass die Körpertemperatur um ein halbes Grad niedriger sei als normal.

"Der Mensch besteht aus mehr als der Summe seiner Gene", meint jedoch Kurt Simons, Vorsitzender des Verbandes. "Um Krankheiten zu ergründen und Menschen letztendlich zu heilen, gilt es auch andere Faktoren wie Ernährung oder das psychosoziale Umfeld einzubeziehen. Die hohe Auszeichnung des Nobelpreises setzt hier jedoch ein Signal für eine Medizin, die vor allem Gene als Ursache von Krankheiten verantwortlich macht."

Was die genmanipulierten Mäuse beträfe, so schließe auch die von den drei Wissenschaftlern entwickelte Methode nicht aus, dass es zu unvorhersehbaren Defekten bei den Tieren kommen könne, die Schmerzen, Leiden oder Schäden hervorriefen, kritisiert Simons.

Foto: BASF

[Druckversion]                

 

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