Gefahr
SPD-Spitzenkandidat Jüttner fordert rasche AKW-Abschaltung 11. Dezember 2007[ngo/ddp] Der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Niedersachsen, Wolfgang Jüttner, fordert die möglichst schnelle Abschaltung aller deutschen Atomkraftwerke. Zur Begründung verwies Jüttner in der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" auf die Ergebnisse einer neuen Kinderkrebsstudie, wonach das Krebsrisiko mit der Nähe zu einem Atomkraftwerk steigt. Das sei alarmierend. Der SPD-Fraktionschef im Landtag in Hannover verlangte die Aufkündigung des Atomkonsenses mit den deutschen Energieversorgern. "Der im Jahr 2000 vereinbarte schrittweise Ausstieg aus der Atomenergie mit langen Restlaufzeiten basierte auf der Voraussetzung, dass vom laufenden Betrieb der Atommeiler keine Gefahr ausgeht. Betrachtet man das jetzt festgestellte Krebsrisiko, war diese Grundannahme offenbar falsch", sagte Jüttner. Dagegen hält der Vorsitzende der Strahlenschutzkommission (SSK), Wolfgang-Ulrich Müller, einen Zusammenhang zwischen dem Betrieb von Atomkraftwerken und dem Auftreten von Leukämie für kaum belegbar. "Es wäre weltweit das erste Mal, dass Krebsfolgen in einem solch extremen Niedrigdosis-Bereich nachgewiesen würden", sagte der Strahlenbiologe der "Frankfurter Rundschau".
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die Strahlenschutzkommission beauftragt, die am Wochenende bekannt gewordene Krebsstudie des Bundesamts für Strahlenschutz zu bewerten.
Müller verwies auf gut untersuchte Gebiete mit erhöhter natürlicher Strahlenbelastung. Dort träten nicht mehr Krebsfälle als anderswo auf, obwohl dort die Strahlendosis für die Bewohner deutlich höher sei als in der Umgebung von Atomkraftwerken.
Müller wies ferner darauf hin, dass in der aktuellen Studie nur die Nähe zum Kraftwerk berücksichtigt worden sei, nicht aber die jeweilige Strahlendosis. Daher könne man eine direkte Kausalität nicht herstellen.
Kritische Wissenschaftler sehen das anders. Sie haben in der Umgebung des Atomkraftwerks Krümmel bei an Leukämie erkrankten Kindern veränderte Chromosomen nachgewiesen. Dies sei ein Indikator für Strahlenschäden aufgrund von Alphastrahlung. Zugleich hatten sie den Alphastrahler Plutonium nachgewiesen.
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