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"Druck auf die Menschen"

Schreiner kritisiert "Diskriminierung" von Langzeitarbeitslosen


14. Dezember 2007

[ngo/ddp] Der Chef der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen, Ottmar Schreiner, sieht in der Diskussion um "Hartz IV"-Empfänger eine massive Stigmatisierung von Langzeitarbeitslosen. "Die Diskriminierung ist die Folge der gesamten 'Hartz IV'-Debatte", sagte Schreiner der "Frankfurter Rundschau". "Die war von Anfang an so ausgelegt, dass Druck auf die Menschen ausgeübt wurde."

56 Prozent der Bundesbürger haben laut einer neuen Studie des Bielefelder Instituts für interdisziplinäre Konfliktforschung eine abwertende bis feindselige Haltung gegenüber Langzeitarbeitslosen. Dieses Ergebnis präsentierten die Wissenschaftler am 13. Dezember in Berlin.

Schreiner forderte vor diesem Hintergrund eine gesellschaftlich Diskussion. "Wenn wir tatsächlich - wie oft gefordert - eine Gesellschaft mit Werten wie Familie haben wollen, dann brauchen wir eine andere Debatte." Soziale Werte müssten "über dem wirtschaftlichen Nutzenkalkül stehen", sagte der Politiker der Zeitung.

Auch die Vorsitzende des Arbeitslosenverbands Deutschland e.V., Marion Drögsler, forderte ein Ende der Angriffe auf Menschen ohne Job. "Die Politiker müssen aufhören, die Arbeitslosen zu beschimpfen", sagte sie der "Berliner Zeitung".

Populistische Ausfälle führten dazu, dass viele Menschen eine abschätzige Haltung gegenüber Arbeitslosen entwickelten. Sie forderte eine Anhebung der Leistungen, damit "Arbeitslose am sozialen Leben teilnehmen können und nicht isoliert werden".

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