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Neues Gentechnikgesetz

Greenpeace und die Evangelische Kirche Bayerns wollen Genmais verhindern


04. April 2008

[ngo] Die Umweltschutzorganisation Greenpeace will das neue Gentechnikgesetz kreativ nutzen. Aktivisten der Organisation verteilten am 3. April im bayerischen Landkreis Kitzingen in den Orten Fröhstockheim, Rödelsee und Wiesenbronn ökologisches Saatgut der Maissorte Bantam. Ziel der Aktion: "Hobbygärtner und Landwirte" sollen den Öko-Mais in unmittelbarer Nachbarschaft zu den zwölf Feldern aussähen, auf denen in diesem Jahr Gen-Mais angebaut werden soll. Das könnte für die Anbauer des Genmaises ein rechtliches Problem darstellen: Das neue Gentechnikgesetz schreibt nämlich Sicherheitsabstände für Gen-Maisfelder vor. 150 Meter müssen zu konventionellem und 300 Meter zu Öko-Mais eingehalten werden, um - jedenfalls per Theorie - Kontaminationen durch den Genmais zu verhindern. Der Genmais-Anbau ist rechtswidrig, wenn er dem Biomais zu dicht auf die Pelle rückt.

"Im neuen Gentechnikgesetz ist das Recht auf gentechnikfreie Lebensmittel verankert. Jeder, der konventionellen oder Öko-Mais anbaut, kann sich darauf berufen." So motoviert die Gentechnik-Fachfrau von Greenpeace, Ulrike Brendel, für den Anbau von Biomais. Es spiele dabei keine Rolle, ob der Mais auf einem landwirtschaftlich genutzten Acker oder im privaten Hausgarten wächst.

Der genmanipulierter Mais soll laut Greenpeace im Raum Würzburg auf einer Fläche von insgesamt rund 90 Hektar wachsen. Greenpeace hat die Äcker der Region im Internet auf Google-Maps kenntlich gemacht. Auf der Website von Greenpeace können auch die Flächen mit Angabe der jeweils vorgeschriebenen Sicherheitsabstände eingesehen werden.

Evangelische Kirche: Pachtverträge mit Ausschluss von Gen-Pflanzen

Die Umweltschutzorganisation wendet sich auch an die Verpächter von landwirtschaftlichen Nutzflächen. Diese könnten im Pachtvertrag den Anbau von Gen-Pflanzen auf ihrem Eigentum ausschließen, so Greenpeace. Dies könne durch eine Pachtvertragsänderung, bei Neuverpachtung oder bei einer Verlängerung des Pachtvertrages geschehen.

Diesen Weg geht offenbar inzwischen die evangelische Kirche in Bayern. Sie verbietet laut Greenpeace per Pachtvertrag die Gen-Saaten auf ihrem Land.

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