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Erdölinteressen im Kaukasus

NATO, EU und Russland proben den Kalten Krieg in Georgien


14. Mai 2008

[ngo] Schon die deutsche Wehrmacht strebte im Zweiten Weltkrieg aus Interesse an den dortigen Erdöl-Lagerstätten in den Kaukasus. Einem Bericht von tagesschau.de zufolge rangeln nun die NATO, die EU und Russland um ihren Einfluss in der Region. Es geht um die einstige Sowjetrepublik Georgien, die die USA und die EU in die NATO integrieren wollen. Ausgetragen wird der Konflikt mit Russland unter anderem über die abtrünnigen georgischen Provinzen Abchasien und Südossetien. Es bestehe akute Kriegsgefahr im Streit mit Russland um Abchasien, behauptete Georgiens Präsident Michail Saakaschwili kürzlich. Mit Vergeltung drohte Russlands Außenminister Sergej Lawrow, sollte die Ex-Sowjetrepublik militärisch vorgehen. Laut tagesschau.de ist die NATO schon seit 2002 dabei, aus der einstmaligen georgischen "Operettenarmee" eine Streitmacht nach NATO-Standard zu machen. Bei den Menschen in den abtrünnigen Regionen löste dies Ängste aus, das vom Westen unterstützte Georgien könnte die Konflikte mit militärischen Mitteln lösen.

Nachdem die NATO schon zahllose, einst unter russischem Einfluss stehende osteuropäische Staaten in das Militärbündnis aufgenommen hat, will die russische Regierung nun verhindern, dass die NATO durch ein mögliches Neu-Mitglied Georgien sogar bis in den erdölreichen Kaukasus vorrückt.

Der Konflikt erreicht einen neuen Siedepunkt, als die NATO über den Beitritt Georgiens beriet und sich das Kosovo unter breiter Zustimmung des Westens von Serbien lossagte. So forderte das russische Parlament nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo die Anerkennung Abchasiens und Südossetiens. Als die NATO-Verteidigungsminister in Brüssel über den Beitrittswunsch Georgiens in das Bündnis diskutierten, hob Russland Wirtschaftssanktionen gegen Abchasien auf. Beim NATO-Gipfel in Bukarest wurde Georgien der Beitritt in Aussicht gestellt. 14 Tage später wies Putin seine Ministerien an, Beziehungen zu den Behörden Südossetiens und Abchasiens aufzunehmen. Diese fordern immer vehementer ihre Anerkennung als unabhängige Staaten.

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