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Sachverständigenrat für Umweltfragen

Atomkraft trägt laut Hohmeyer kaum zum Klimaschutz bei


10. Juli 2008

[ngo/ddp] Die Forderungen nach längeren Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke stoßen bei dem Energieexperten Olav Hohmeyer auf deutliche Kritik. Man wisse sehr genau, dass die Kernenergie "keinen wesentlichen Lösungsbeitrag" beim Klimaschutz leisten könne, sagte das Mitglied im Sachverständigenrat für Umweltfragen am Donnerstag (10. Juli) nach der konstituierenden Sitzung des neu zusammengesetzten Gremiums in Berlin. Dies sei durch vielfältige Studien aufgezeigt worden. Das Interesse an Laufzeitverlängerungen für die Atommeiler habe mit dem Klimawandel wenig zu tun, bemängelte Hohmeyer, der auch Mitglied des Weltklimarates (IPCC) ist. Der Grund liege vielmehr darin, "dass man mal in eine bestimmte Technologie investiert hat und gerne möglichst lange mit dieser Technologie Geld verdienen möchte". Weder die Kernenergie noch Kohlekraftwerke könnten tragfähige Lösungen beim Klimaschutz bieten, sagte der Professor für Energie- und Ressourcenwirtschaft.

Vielmehr gehe es zunächst um einen besseren Umgang mit Energie und Energieeinsparung. Der verbleibende Bedarf müsse dann dauerhaft mit regenerativen Energien gedeckt werden.

Würden ältere Kohlekraftwerke durch effizientere Neuanlagen ersetzt, ließen sich zwar "damit vielleicht zehn Prozent Wirkungsgradsteigerung" erreichen, erläuterte der Professor für Energie- und Ressourcenwirtschaft. Diese neuen Kraftwerke liefen dann aber mindestens 35 Jahre. Angesichts des Klimaschutzzieles, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um mindestens 80 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken, wären die neuen Kohlekraftwerke jedoch "spätestens ab 2035 überhaupt nicht mehr einsetzbar", weil ihre Emissionen "viel zu hoch" seien.

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