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Sachsen und Brandenburg

Landbesitzer verhindern Anbau von Gen-Mais auf ihren Äckern


15. April 2005

Bild: Matthias Bergt[ngo] Besitzer von Ackerland können Pachtverträge mit Landwirten, die genmanipulierten Mais anbauen, kündigen. In Sachsen und Brandenburg sind bereits Standorte, die in diesem Jahr für den Anbau von Gen-Mais angemeldet waren, wegen Einsprüchen von privaten oder kirchlichen Landbesitzern zurück gezogen worden. Dabei handelt es sich um Flächen in den Orten Neureetz und Guben in Brandenburg sowie Arzberg und Oberlichtenau in Sachsen. Greenpeace bietet ab heute eine Rechtsberatung für weitere Landbesitzer an, die in Pachtverträgen den Anbau von Gen-Mais ausschließen wollen.

Bei älteren Pachtverträgen können Landbesitzer zudem im Streitfall ein Sonderkündigungsrecht geltend machen. Denn die Grundstücksbesitzer konnten bei diesen Pachtverträgen nicht davon ausgehen, dass Gen-Saaten ausgebracht werden würden. "Greenpeace will Landeigner ermutigen, sich gegen Gentechnik auf ihrem Ackerzuwehren",sagt Henning Strodthoff, Gentechnikexperte von Greenpeace. "Gen-Mais ist überflüssig und gefährlich. Die aktuellen Skandale um Gen-Mais aus den USA und Gen-Reis in China zeigen, dass Gen-Konzerne wie Monsanto und Syngenta ihre Produkte nicht im Griff haben."

Andreas Mager, Landbesitzer aus Sachsen hat mit seinem Pächter, der LausitzerHügellandAgrar AG jetzt einen Verzicht auf Gen-Saaten ausgehandelt und in den bestehenden Pachtvertrag aufgenommen. "Das Gentechnikgesetz lässt zu, dass Landwirte Gen-Pflanzen anbauen können, ohne den Landbesitzer zu informieren", kritisiert Andreas Mager.

Der in Deutschland für den Anbau vorgesehene Gen-Mais Mon810 produziert ein bakterielles Gift, das die Larven des Maiszünslers tötet. Jüngere wissenschaftliche Publikationen zeigen ein alarmierendes Spektrum möglicher negativer Auswirkungen dieser Gen-Pflanzen. So kann sich das Gift im Boden anreichern und geschützte Insekten gefährden. Greenpeace fordert deshalb die Bundesregierung auf, den in diesen Wochen beginnenden Anbau des Gen-Mais Mon810 der Firma Monsanto zu untersagen. Andere EU-Staaten wie Ungarn, Polen, Griechenland und Österreich haben den Anbau des Gen-Mais Mon810 bereits verboten.

"Die Gen-Konzerne bedrohen die Zukunft der gentechnikfreien Landwirtschaft", sagt Nicola Burgeff, Demeter-Landwirt aus Mahlitzsch und Sprecher im Aktionsbündnis für gentechnikfreie Landwirtschaft in Sachsen. "Der Protest in den betroffenen Gemeinden wächst und zeigt Wirkung". Mais ist eine der wichtigsten Pflanzen auf den deutschen Feldern: Er wird auf 1,7 Millionen Hektar oder rund zehn Prozent der bundesweit landwirtschaftlich genutzten Fläche angebaut. Bisher haben sich nur wenige Bauern in Deutschland für den Anbau von Mon810 entschieden und etwa 1000 Hektar angemeldet.

Alle wichtigen Informationen zum Anbau genmanipulierter Pflanzen finden Landwirte und Landbesitzer in der neuen Info-Broschüre "Gen-Mais in Deutschland".Den kostenlosen Ratgeber haben die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der Bund Ökologischer Landwirtschaft (BÖLW) zusammen mit Greenpeace erstellt.

Foto: ngo-online

[Druckversion]                

 

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