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Kein Geld für die Zuzahlungen

Sozialverbände kritisieren medizinische Versorgung für Ärmere als "inhuman"


09. Mai 2005

[ngo/ddp] Führende Sozialverbände fordern die rot-grüne Bundesregierung auf, die medizinische Versorgung sozial Schwacher deutlich zu verbessern. "Die gegenwärtige medizinische Versorgung von chronisch Kranken, älteren Menschen und Behinderten ist oftmals zutiefst inhuman", sagte der Präsident des Sozialverbandes VdK, Walter Hirrlinger, der "Berliner Zeitung". Er betonte: "Die Gesellschaft darf nicht zulassen, dass Sozialsysteme auf dem Rücken von Menschen saniert werden, die sich selbst nicht wehren können."

Ähnlich äußerten sich der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Sozialverband Deutschland SoVD. Damit griffen die Verbände die Kritik der Ärzteschaft auf, die auf ihrem am Freitag zu Ende gegangenen 108. Deutschen Ärztetag in Berlin die derzeitige Versorgung von sozial Schwachen ebenfalls gerügt und Korrekturen gefordert hatte. "Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass sozial Schwache heute schlechter medizinisch versorgt werden", sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider. Diese Menschen könnten das Geld für die im Zuge der Gesundheitsreform vorgeschriebenen Eigenleistungen vielfach nicht aufbringen.

Der Präsident des Sozialverbandes SoVD, Adolf Bauer, plädierte dafür, die vor der Gesundheitsreform bestehende Härtefallregelung für Geringverdiener wieder einzuführen. "Damit würden Menschen mit geringem Einkommen, also Empfänger von Sozialhilfe oder Grundsicherung, von der Zuzahlungspflicht befreit", sagte er.

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