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"Kein Atommüll in Ahaus"

Fotos sollen Beschädigung von angeliefertem Castor-Behälter belegen


10. Juni 2005

[ngo] Der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" e.V. sind eigenen Angaben zufolge Fotos zugespielt worden, welche die Deckel der Castor-MTR-2-Behälter aus Dresden-Rossendorf unmittelbar nach ihrer Ankunft in Ahaus zeigen. Deutlich erkennbar seien erhebliche Rostschäden im Bereich der Verschraubungen. Damit erhärte sich der Verdacht der Anti-Atomkraft-Initiative, dass die Behälter unzulänglich und für eine 40-jährige sichere Lagerung nicht geeignet sind. Die Initiative fordert eine sofortige Stellungnahme des Bundesamtes für Strahlenschutz zu den "sichtbaren Schäden".

Da die Behälter nach der Bewertung des Bundesamtes als sicher und ungefährlich eingestuft würden, ist es nach Ansicht der Initiative dringend erforderlich, den tatsächlichen Zustand der CASTOR MTR-2-Behälter von unabhängigen Vertretern dokumentieren zu lassen. Außerdem fordert sie die Veröffentlichung aller Messwerte, die im Zusammenhang mit den Transporten stehen, verlangt Felix Ruwe von der Bürgerinitiative Ahaus.

Unterdessen hat ein 19-jähriger Atomkraftgegner aus Borken Strafanzeige gegen die Polizei wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung eingereicht. Der junge Mann befand sich am Montag im Polizeikessel auf der Schöppinger Straße. Polizeibeamte sollen bei der Räumung seinen linken Daumen überdehnt, seinen rechten Arm angewinkelt und seinen Kopf mit der Hand so heftig in den Nacken gedrückt haben, dass er danach noch tagelang über Schmerzen klagte.

Ein weiterer Demonstrant klagte über Magenbeschwerden und musste im Kessel von Sanitätern behandelt werden. Die Polizei soll sich geweigert haben, die Sanitäter mit dem Mann aus dem Kessel zu lassen, um an Medikamente zu kommen. Erst nach langwierigen Diskussionen habe die Polizei den Mann schließlich zu seinem Auto geleitet.

Die Bürgerinitiative Ahaus hält dieses Vorgehen der Polizei für absolut unverantwortlich. Wenn selbst eine medizinische Versorgung verweigert werde, sei dies schlichtweg unmenschlich und rechtswidrig. Die Bürgerinitiative ruft deshalb Zeugen auf, sich zu melden und auch Fotomaterial einzureichen, "um das Vorgehen der Polizei lückenlos dokumentieren zu können". Die Bürgerinitiative werde Betroffenen Rechtsbeistand gewähren.

Die Atomkraftgegner fordern von der Polizei, sich am nächsten Montag an demokratische Grundregeln zu halten. Friedlicher Protest sei für eine demokratische Gesellschaft notwendig, wenn politische Entscheidungsgremien den Dialog mit der Bevölkerung verweigern. Die Polizei habe sich hierbei neutral zu verhalten. Das Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit gehe in jedem Fall vor dem privaten Anspruch auf den Transport von hochradioaktivem Atommüll.

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