ngo-online-Logo

ngo-Nachrichten täglich per Email kostenlos:

 

Impressum | Konzept | Startseite | 

Dienstag, 9.2.2010


 

Home

 

Krieg/Frieden

Innere Sicherheit

Recht/Justiz

Verfassung/Demokratie

Lobbyismus

Wirtschaft/Arbeit

Unternehmen

Armut/Reichtum

Soziale Sicherung

Gesundheit

Energie

Umwelt

Wissenschaft/Technik

Verbraucherschutz

Tierschutz

Bildung

Bevölkerung

Ausländer

Afrika

Asien

Amerika

Regionalzeitungen

 

Magazin

Krisenmanager
90 Jahre Betriebsräte

Kein Braten zum Fest
In der Suppenküche der Berliner Marienkirche

"Auch Kinder verstehen Politik"
Studie sieht politisches Denken im Kindesalter

 

Waldschutz

Deutscher Papiergroßhandel ist mitverantwortlich für Umweltzerstörung


23. Juni 2005

Bild: Svenja Bergt[ngo] Dem deutschen Papiergroß- handel fehlt es an Umwelt- bewusstsein und Transparenz. Das ergab eine Markt-Studie, die ROBIN WOOD am Donnerstag veröffentlicht hat. Demnach trifft der Papiergroßhandel bislang nur unzureichende Vorkehrungen, Papier aus Raubbau aus seinem Sortiment auszuschließen. Ökologische und soziale Kriterien spielen in der Praxis kaum eine Rolle. Recyclingpapier und FSC-zertifiziertes Frischfaserpapier wird nur in geringen Mengen angeboten. ROBIN WOOD fordert, dass der Recyclingpapier-Anteil drastisch erhöht wird und der übrige Bedarf mit Papier aus nachweislich ökologisch und sozial verantwortlicher Forstwirtschaft gedeckt wird.

ROBIN WOOD befragte im April die fünf größten Akteure der Papierbranche in Deutschland: IGEPA, Schneider & Söhne, Papier Union, Deutsche Papier und Antalis. Sie erzielen mit rund 2,7 Millionen Tonnen Papierprodukten pro Jahr einen Umsatz von über 2,7 Milliarden Euro. ROBIN WOOD wollte u.a. wissen, welche ökologischen und sozialen Kriterien die Händler beim Einkauf berücksichtigen und wie hoch der Anteil an Produkten aus Altpapier sowie FSC-zertifizierter Ware ist.

Besonders enttäuschend: Der Anteil der Produkte aus Altpapier liegt bei den vier Großen der Branche nur zwischen drei und zehn Prozent. Der Kleinste, Antalis, erreicht 16 Prozent. Dabei kann jede Papierfaser viermal wieder verwendet werden, so dass der Papierbedarf überwiegend mit Altpapier gedeckt werden könnte. Außerdem mangele es der Branche an Transparenz. Keine der Firmen konnte oder wollte eine Liste der Länder vorlegen, aus denen das Holz bzw. der Zellstoff für die angebotenen Frischfaser-Produkte stammt. Keines der Unternehmen hat sich verpflichtet, Informationen über die Herkunft der Produkte auf der Verpackung anzugeben.

Die befragten Großhändler bieten zwar - mit Ausnahme von Deutsche Papier - Produkte mit dem Zertifikat des Forest Stewardship Council (FSC) an, das für ökologisch und sozial akzeptable Forstwirtschaft steht. Allerdings handelt es sich nur um einen winzigen Bruchteil der Ware. Nur Papier Union und IGEPA konnten Mengenangaben machen; sie bezifferten den Anteil FSC-zertifizierter Produkte auf unter ein Prozent. Für den Großteil der Produktpalette fehlt ein glaubwürdiger Herkunftsnachweis.

Eigene ökologische und soziale Kriterien für den Bezug ihrer Produkte konnten nur Antalis und Papier Union vorweisen. Papier Union wird nach Recherchen von ROBIN WOOD den eigenen Ansprüchen jedoch nicht gerecht. So kauft das Unternehmen - trotz Protesten aus aller Welt - seit Jahren Papier bei dem Konzern APRIL, der für Regenwaldzerstörung und Repressalien gegenüber den Einheimischen in Sumatra berüchtigt ist. Antalis hat zwar eine "Einkaufsrichtlinie Umweltpolitik" formuliert, es fehlt jedoch an konkreten, nachprüfbaren Kriterien. Immerhin schließen Antalis und Deutsche Papier einzelne Konfliktländer wie Indonesien als Rohstoff-Lieferanten aus.

Die Forderungen nach Umwelt- und Sozialstandards für Papier sind der Branche bekannt. ROBIN WOOD hat zusammen mit anderen namhaften Umwelt- und Verbraucherorganisationen am 10. Juni dieses Jahres einen entsprechenden Aufruf an den Bundesverband des Deutschen Papiergroßhandels gerichtet. Eine Reaktion steht noch immer aus. "Die Defizite bei der Selbstkontrolle der Branche zeigen, dass das geplante Urwaldschutzgesetz dringend gebraucht wird", schlussfolgert Jens Wieting von ROBIN WOOD.

Foto: Svenja Bergt

[Druckversion]                

 

Lesen Sie auch

Papierindustrie soll Menschenrechte achten und Urwälder schützen

Politik soll Sofortmaßnahmen gegen das Waldsterben ergreifen

Westafrika droht verheerende Dürre wegen Waldzerstörung

Bericht zeigt Alternativen zur zerstörerischen Papierherstellung auf

 

Links

Zu ROBIN WOOD

Artikel versenden

E-Mail-Adresse Empfänger:

Mitteilung an den Empfänger (optional):

Ihre E-Mail-Adresse als Absender:

    

 


E-Mail an die Redaktion: redaktion@ngo-online.de
copyright
Eine Verwertung der urheberrechtlich geschützten Beiträge, insbesondere durch Vervielfältigung oder Verbreitung auch in elektronischer Form, ist ohne vorherige Zustimmung unzulässig und strafbar, soweit sich aus dem Urhebergesetz nichts anderes ergibt. "; Ngo-online ist für externe Seiten, Lokal- bzw. Regionalausgaben, Leserbriefe und Forumbeiträge nicht verantwortlich. Bitte beachten Sie die entsprechenden Hinweise im Impressum.";

Bitte beachten Sie unsere anderen Themenseiten:
ipod nano 3g || private krankenversicherung vergleich || seminar ||

Profitieren Sie von unseren Know-How. Informationen und eine aktuelle Tagesschau sind unsere vornehmste Pflicht. Als Internetzeitung sind wir stets dran an aktuellen Nachrichten

Archiv-Suche


News

18:30Wetter: Kalt und teilweise Schnee
18:24Neuer Versorger will Energiemarkt aufrollen
17:39DAX schließt uneinheitlich
17:28Sri Lanka: Parlament aufgelöst
17:28Drogenbauer flüchtet mit bereits beschlagnahmten Drogen
16:38Sri Lanka: Präsident löst Parlament auf
16:10Marketingexperte empfiehlt Abschaffung der Marke Opel
15:58Forscher: Kohlmeisen haben Charakter