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Menschenrechte

Gold soll nicht aus Ausbeutung kommen


27. Juni 2005

[ngo] Menschenrechtler fordern, Schmuck ohne Ausbeutung herzustellen. Anlass ist der Fall einer US-amerikanischen Goldmine in Guatemala, bei deren Betrieb gegen die Rechte von Indigenen verstoßen werde, so die Menschenrechtsorganisation FIAN (Food First Informations-und Aktions- Netzwerk). Mitfinanziert werde diese zudem durch Teile der Weltbank. Personen und Organisationen, die die Arbeiter unterstützen, erhielten Morddrohungen, hieß es. FIAN forderte den Stopp der öffentlichen Förderung und den Schutz der Menschenrechtsaktivisten.

Das US-Unternehmen "Glamis Gold" habe 2004 für die Mine einen Kredit der IFC - International Finance Corporation bekommen, so FIAN. Die IFC gehört zur Weltbank und soll offiziell zur Verminderung von Armut beitragen.

In der Goldmine "Marlin" soll laut FIAN mit Hilfe von Zyanid Gold produziert werden. Die Bevölkerung fürchtete im Fall eines Zyanidunfalls die Verseuchung von Wasser und Land. Ein großer Teil der Bevölkerung bestehe vor allem aus Indigenen, die von der Bewirtschaftung des Bodens leben. Diese haben laut der internationalen Konvention ILO 169 bestimmte Rechte. Guatemala ratifizierte das Abkommen 1996 und verpflichtete sich damit die dort aufgezählten Rechte der indigenen Bevölkerung zu achten. Laut FIAN hätte nach diesem Regelwerk im Falle der Marlin-Mine eine Befragung der Indigenen stattfinden müssen. Dies sei jedoch nicht geschehen. In der Region gebe es zudem jetzt schon Konflikte um die Nutzung des Wassers.

"Da eine Kennzeichnung von sauberem Gold praktisch nicht möglich ist, muss die Schmuckindustrie ein Interesse daran haben, dass weltweit Menschenrechts- und Umweltstandards respektiert werden." so Ute Hausmann, Goldexpertin bei FIAN Deutschland. Bis Mitte Juni 2005 habe die internationale Konsumentenkampagne "no dirty gold" 10.000 Unterschriften gegen Menschenrechtsverletzungen im Goldbergbau gesammelt. "Angesichts der sich zuspitzenden Konflikte in den Goldbergbauregionen setzen Verbraucher weltweit ein Zeichen, dass die Rechte auf Land und Wasser der ländlichen Bevölkerung respektiert werden müssen."

Ein deutliches Zeichen der Verbraucher sei deshalb auch ein Signal an die Regierungen. "Wir erhoffen uns eine hohe Beteiligung deutscher Konsumenten an dieser Aktion, um auch die deutsche Regierung zum Handeln zu zwingen." Als wichtiges Mitglied der Weltbank dürfe die deutsche Regierung nicht tolerieren, dass es bei durch die Weltbank geförderten Goldminen zu Menschenrechtsverletzungen kommt. Deutschland ist außerdem Gründungsmitglied der IFC.

Die internationale Kampagne "No dirty Gold" wurde von den US-amerikanischen Organisationen Earthworks und Oxfam America initiiert. In Deutschland trägt FIAN die Kampagne.

[Druckversion]                

 

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Links

Zur Unterzeichnung der Kampagne (deutscht)
Zu FIAN

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