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Sozialverein kritisiert

ALG II-Empfänger, bitte umziehen!


05. Juli 2005

[ngo] Nach Informationen des Wuppertaler Erwerbslosen- und Sozialhilfevereins "Tacheles" haben in der Bergischen Großtadt bereits 450 Empfänger von Arbeitslosengeld II (ALG II) die Aufforderung erhalten, sich eine neue - billigere - Wohnung zu suchen. Auf Einzelschicksale und soziale Härten werde keine Rücksicht genommen, kritisierte Harald Thomé, Sozialberater von "Tacheles". Er forderte die zuständige ARGE Wuppertal auf, die Umzugsaufforderungen zurückzunehmen.

Thomé nennt ein Beispiel: so das der 59-jährigen Sylvia R. Sie leide an einer schweren Diabetes, die ihr weite Wege unmöglich mache. Seit 29 Jahren wohne sie in unmittelbarer Nähe einer Apotheke, bei der sie sich ihre Medikamente regelmäßig besorge. Ihre derzeitige Miete liege 40 Euro über dem Mietsatz für zumutbaren Wohnraum, den die ARGE Wuppertal als zuständige Behörde für ALG-II-Empfänger zu zahlen bereit ist.

Tacheles hält die Umzugsaufforderung für rechtswidrig und sieht in ihr die Folge der unklaren Ausführungsbestimmungen, die für die für das ALG II zuständigen Behörden gelten. So mache sich eben jede Behörde vorläufig ihre eigenen Richtlinien, kritisiert Thomé.

[Druckversion]                

 

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