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Urwaldschutz­gesetz gefordert

Umweltschützer kämpfen um Urwaldschutz in Indonesien


03. August 2005

[ngo] Das indonesische Forstministerium überprüft zur Zeit, ob bei der Vergabe von Konzessio­nen zur Umwandlung von Regenwald in Plantagen auf Sumatra Gesetze zum Schutz des Waldes missachtet worden sind. Die Umweltschutzorganisation "Robin Wood" unterstützt die Forderung indonesischer Umweltorganisationen nach einem Moratorium für den Kahlschlag und fordert den deut­schen Handel auf, auf Holzprodukte aus Indonesien zu verzichten, bis dort dem Raubbau am Regenwald Einhalt geboten worden ist. Außerdem hält Robin Wood es für dringend erfor­derlich, dass nach den Neuwahlen in Deutschland rasch das geplante Urwaldschutz­gesetz verabschiedet wird.

Nach den Recherchen der Umweltschutzorganisation verliert kein Land der Welt jährlich mehr Waldfläche als Indonesien. Die Insel Sumatra sei bereits fast komplett entwaldet. Allein in der Provinz Riau seien zwischen 1982 und 2004 knapp 35.000 Quadratkilometer Regenwald vernichtet worden. Mit dem Wald verschwinde die Lebensgrundlage für einen Großteil der Bevölkerung. Sumatra-Elefant und Sumatra-Tiger seien vom Aussterben bedroht.

In der Provinz Riau haben 34 nach Angaben von Robin Wood Unternehmen die Erlaubnis erhalten, insgesamt 289.809 Hektar Wald kahl zu schlagen und in Monokulturen umzuwandeln. Mit dem eingeschlagenen Holz belie­ferten sie die Zellstoff- und Papierfabriken von APP und APRIL. Gesetze zum Schutz des Waldes würden von den Distrikt-Gouverneuren bei der Vergabe der Konzessionen "schlicht ignoriert". Die Vergabe solcher Genehmigungen werde durch Korruption angetrieben, die in Indonesien besonders verbreitet sei. Nach Auffassung der Organisation "Transparency International" zählt die Hauptstadt der Provinz Riau zu den korruptesten in Indonesien.

Das Bündnis "Eyes on the forest" - gegründet von den Umweltorganisationen WWF Indonesien, Walhi und Jikalahari - fordert nun einen sofortigen Einschlag-Stopp in Riau. Robin Wood unter­stützt diesen Appell und fordert den Handel in Deutschland dazu auf, keine Geschäfte mehr mit Konzernen zu machen, die für den Raubbau im Regenwald verantwortlich sind. Die Organisation hat offenbar schon erreicht, dass Karstadt, die Metro-Gruppe sowie McPaper und Deutsche Post Papier von APP beziehungsweise APRIL aus dem Sortiment genommen haben.

Die Hamburger Papier Union beziehe hingegen - trotz öffentlicher Proteste - weiterhin Papier von APRIL, während der Pa­pierhändler Hinderer aus dem nordrhein-westfälischen Meerbusch an dem Han­del mit Papier von APP festhalte.

Nach Darstellung des Bundesamtes für Naturschutz erfolgen 73 Pro­zent des Holzeinschlages in Indonesien illegal. Hochgerechnet gelangten Holz und Holzprodukte illegaler Herkunft aus Indonesien mit einem Wert von 277 Millionen Euro in den deutschen Handel. Jens Wieting, Tropenwald-Experte bei Robin Wood mahnt Konsequenzen an: "Nach den Neuwahlen im Sep­tember muss die Bundesregierung rasch das geplante Urwaldschutzgesetz verabschieden, das Geschäfte auf Kosten der letzten Urwälder unter Strafe stellt."

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