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Kritik an Aktienoptionsplänen

Spekulationsgeschäfte bei Mercedes-Managern


04. August 2005

[ngo] Nach Eckhard Cordes soll nach Informationen der Kritischen Aktionäre mit Vorstandsmitglied Thomas Sidlik ein weiterer Manager des DaimlerChrysler-Konzerns dank der Aktienoption ein gutes Geschäft gemacht haben. Presseberichten zufolge soll Sidlik am 1. August 50.000 Aktien zum Preis von 1.720.000 Euro erworben und am gleichen Tag wieder für 2.026.000 Euro verkauft haben. Der Gewinn daraus betrage schon 306.000 Euro. Dazu kämen noch einmal 286.000 Euro für die Differenz vom Referenz- zum Ausgabepreis. Für die Kritischen Aktionäre stellt dieses - legale - Vorgehen nichts als "Raffgier" dar.

Am Freitag zuvor soll Eckhard Cordes, der nach Einschätzung vieler Beobachter DaimlerChrysler demnächst verlassen wird, 92.500 DaimlerChrysler-Aktien im Wert von mehr als 3,6 Millionen Euro verkauft und damit mindestens 479.150 Euro Gewinn in 12 Stunden erzielt haben. Am Tag zuvor, als Jürgen Schrempp seinen Rückzug aus dem Konzern für Ende des Jahres angekündigt hatte, war die DaimlerChrysler-Aktie zeitweise um zehn Prozent auf rund 40 Euro in die Höhe geschnellt.

Derzeit prüft die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) "routinemäßig" den Börsenhandel mit Aktien von DaimlerChrysler im Vorfeld der Rücktrittsankündigung Schrempps. Einen konkreten Verdacht für Insider-Geschäfte bestünde jedoch nicht, sagte eine Behördensprecherin.

Auch wenn diese Aktiengeschäfte legal seien, so bleibt nach Auffassung der Kritischen Aktionäre doch ein schlechter Beigeschmack dabei. Einer deren Sprecher, Rechtsanwalt Holger Rothbauer fordert daher seiner langem, dass Aktienoptionspläne des Managements verboten werden.

Derweil gibt es rechtliche Auseinandersetzungen um Äußerungen des Schrempp-Biographen, Jürgen Grässlin. Dieser hatte gesagt, dass er bereits 14 Tage vor Schrempps offiziellen Rücktritt davon gewusst habe. Schrempp selbst und DaimlerChrysler hatten daraufhin eine Unterlassungserklärung gegen Grässlin verfügt. Außerdem plane der Autokonzern gegen Grässlin rechtliche Schritte wegen der Verbreitung von Falschaussagen. Grässlin hatte Medien gegenüber angedeutet, Schrempp sei möglicherweise in illegale Machenschaften verwickelt und habe deshalb zurücktreten müssen.

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