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"Parasiten"

Ende der "Jagd auf Hartz-IV-Empfänger" gefordert


20. Oktober 2005

[ngo/ddp] Der Präsident des Sozialverbandes VdK, Walter Hirrlinger, fordert ein Ende der "Jagd auf die Hartz-IV-Empfänger". Die Bundesregierung versuche zusammen mit der Nürnberger Arbeitsagentur die eigenen Unzulänglichkeiten "bei der Umsetzung" der "Hartz"-Reformen zu vertuschen, sagte Hirrlinger der Chemnitzer "Freien Presse". Wenn von Anfang richtig gerechnet worden wäre, gäbe es jetzt kein Milliardenloch in der Staatskasse, meint der Verbandschef.

Die Bundesagentur hätte wissen müssen, dass das Geld nicht reiche, kritisierte Hirrlinger. Deshalb müssten die Arbeitslosen als Sündenböcke her. Er warnte davor, die "haltlosen pauschalen Verleumdungen" gegen die "Hartz IV"-Betroffenen fortzusetzen. Wenn es Erwerbslose gebe, die zu Unrecht Arbeitslosengeld II erhielten, müsse das korrigiert, aber nicht Hunderttausende zu Unrecht beschuldigt werden.

"Parasiten"

Auch der Paritätische Wohlfahrtsverband kritisiert die Kampagne der Bundesregierung gegen die Langzeitarbeitslosen. Sie sei nichts anderes als ein "durchsichtiges und billiges Ablenkungsmanöver vom eigenen politisches Versagen", sagte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider der Zeitung. Das eigentliche Problem der explodierenden "Hartz IV"-Kosten seien nicht die Betroffenen, sondern die falschen Berechnungen.

Schneider nannte es "unerträglich", wenn das Wirtschaftsministerium in einer Publikation die Betroffenen als "Parasiten" bezeichne. Damit werde ein Niveau beschritten, was in Deutschland eigentlich seit 1945 überwunden sein sollte.

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