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Geheimdienst

BND spähte Journalisten angeblich mindestens bis Ende der 90er Jahre aus


21. November 2005

[ngo/ddp] Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat nach einem Pressebericht mindestens bis Ende der 90er Jahre Journalisten observiert. Außerdem habe er in der gleichen Zeit mehrere Medienvertreter als operative Verbindungen geführt, die auch bezahlt worden seien, meldet die "Berliner Zeitung" in ihrer Wochenendausgabe unter Berufung auf einen ehemaligen BND-Mitarbeiter. Dessen Angaben zufolge sei es im Dienst "weitgehend bekannt" gewesen, dass Journalisten, die über die Geheimdienstszene berichteten, von Zeit zu Zeit beobachtet wurden. Auch das Abhören von Telefongesprächen sei darin eingeschlossen gewesen, sagte der pensionierte Beamte der Zeitung.

Nach seinem Eindruck habe die Sicherheitsabteilung des Dienstes diese Überwachungen zum überwiegenden Teil in Eigenregie durchgeführt. "Das kostete ein Heidengeld, was vom Chef bestätigt werden musste", sagte er. Daher sei es auch "lächerlich", wenn der frühere BND-Direktor Volker Foertsch in der Wochenzeitung heute behaupte, er habe keine Ahnung von den Observationen gehabt. Foertsch war von 1994 bis 1998 Chef der BND-Sicherheitsabteilung.

Wie das Blatt weiter schreibt, habe der Ex-Beamte auch die Existenz von Akten über Journalisten im BND bestätigt. Dazu gehörten auch so genannte V-Vorgänge, die zusätzlich mit Nummern versehen gewesen seien. Dabei habe es sich um operative Verbindungen des Dienstes gehandelt - Journalisten, die Geld erhalten hätten oder die man auf Kosten des Dienstes zu "Informationsgesprächen" eingeladen habe.

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