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Arbeitslosigkeit Zeichen von Wohlstand

Soziologen fordern bedingungsloses Grundeinkommen für alle


11. Januar 2006

[ngo] Statt möglichst viele Arbeitsplätze schaffen zu wollen, ist es nach Ansicht mehrerer Soziologen sinnvoller, allen Bürgern ein "bedingungsloses existenzsicherndes Grundeinkommen" zu zahlen. Arbeitslosigkeit sei kein Zeichen von Armut, sondern vielmehr ein Ausdruck gesellschaftlichen Wohlstands, so Sascha Liebermann, wissenschaftlicher Assistent an der Uni Dortmund und Mitbegründer der Initiative "Freiheit statt Vollbeschäftigung". Statt das Schaffen von Arbeitsplätzen zum Selbstzweck zu erheben, müsse der erste Zweck politischen Handelns sein, Freiheit zu ermöglichen und Leistung zu fördern - durch ein Grundeinkommen für alle. Dadurch würden alle gegenwärtigen Transfersysteme überflüssig.

Die gegenwärtige politische Auseinandersetzung um "Arbeitsumverteilung durch Arbeitszeitverkürzung" einerseits und "Schaffung eines Niedriglohnsektors" andererseits lasse sich mit einem Grundeinkommen überwinden. Der Reichtum des Landes gehe auf alle Bürger zurück, heißt es im Vorschlag der Initiative, weswegen auch alle Bürger davon profitieren sollten.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen für jeden Staatsbürger - auch für Kinder - macht nach Ansicht von Liebermann alle gegenwärtigen Transfersysteme überflüssig. "Wir bedürften keiner Arbeitslosen- und keiner Rentenversicherung mehr. Bafög-Zahlungen wären ebenso überflüssig wie Kindergeld." Da jedes ihrer Mitglieder ein Grundeinkommen erhielte, wären Familien besser abgesichert als heute, so der Soziologe.

Die Sozialadministration, die den alten Systemen diene, könne abgebaut werden. Nicht das Schaffen von Arbeitsplätzen werde angestrebt, sondern radikale Automatisierung, wo immer möglich und vernünftig. Arbeitslosigkeit gäbe es nicht mehr, denn ein jeder Bürger wäre abgesichert und könne frei Initiativen entfalten.

Damit verschwänden, so Liebermann, stigmatisierende Folgen gegenwärtiger Transferleistungen: Denn das Grundeinkommen wäre ein Bürgereinkommen und keine Versorgung für den Notfall. Weder müsse ein Anspruch erworben, noch Erwerbsarbeit angestrebt werden. Sie wäre nur eine Möglichkeit unter anderen, zum Wohl des Gemeinwesens beizutragen.

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Zur Initiative Freiheit statt Vollbeschäftigung

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