Kritik an Sojaanbau
Brasiliens Präsident erlässt Gesetz für Urwald-Schutzgebiete 14. Februar 2006 [ngo] Im brasilianischen Amazonas-Urwald sollen weitere Schutzgebiete entstehen. Nach Berichten der Umweltorganisation Greenpeace hat der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva in der vergangenen Nacht per Gesetz Schutzgebiete im Bundesstaat Pará, im Nordosten Brasiliens, durchgesetzt. Die Gebiete sollen eine Fläche von 6,4 Millionen Hektar umfassen. Das Gesetz enthalte drei verschiedene Arten von Schutzgebieten: 1,6 Millionen Hektar würden dauerhaft geschützt. Dort dürften keine Bäume abgesägt oder verbrannt werden. Auf weiteren 2,8 Millionen Hektar solle die Waldnutzung zwar erlaubt sein, aber nur mit ökologischen und sozialen Auflagen. Für zwei Millionen Hektar sollten klare Nutzungsvorgaben zum langfristigen Erhalt des Waldes beitragen.
Greenpeace zeigte sich erfreut über das Gesetz, fordert aber gleichzeitig eine 'Green Wall', einen Wall aus Wald-Schutzgebieten, die den Urwald langfristig erhalten soll. Die Gefahren seien nicht nur die Holzfäller, sondern auch zunehmend Agrarfirmen, die in den Amazonas-Urwald eindrängen und ihn abbrennen würden. Auf diesen Flächen bauten sie vor allem Soja an, das in Europa als Mastfutter an Schweine verfüttert würde.
Dazu komme, dass das neue Schutzgebiet indirekt Hafen in Santarém stärke, so Martin Kaiser von Greenpeace. Denn im Rahmen der Einrichtung der neuen Schutzgebiete drohe, dass die angrenzende Bundesstraße BR-163 geteert werde. Dadurch solle sie auch außerhalb der Regenzeit befahrbar werden. Die Folge: Soja-Produzenten könnten ganzjährig Soja nach Santarém transportieren und dort nach Asien oder Europa verschiffen, was den Soja-Anbau stärken würde. Foto: Rettet den Regenwald e.V.
[Druckversion] 
|