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Abschaltung gefordert

Kritik an geplanter Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken


24. Mai 2006

[ngo] Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW kritisiert, dass sich die deutschen Atomkonzerne mit Umweltminister Sigmar Gabriel getroffen haben, um über die Verlängerung von Laufzeiten ihrer bestehenden Atomkraftwerke zu reden. RWE und EnBW wollten angeblich in den kommenden Wochen für mindestens zwei Atomkraftwerke längere Laufzeiten beantragen, schreibt der "Spiegel" in seiner neuesten Ausgabe.

"Laufzeitverlängerungen machen Atomkraftwerke gefährlicher und stellen wegen der erhöhten Gefahr von Störfällen ein großes Risiko für die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger dar", so Angelika Claußen. Tschernobyl könne überall passieren, auch bei uns in Deutschland. Sie fordert daher die sofortige Abschaltung derjenigen fünf Atomkraftwerke, die nachweislich am störanfälligsten seien: Brunsbüttel, Isar I, Philippsburg I, Biblis A und B. Dies sei durch eine Weisung des Bundesumweltministeriums auch nach der jetzigen Gesetzeslage möglich.

Die Behauptung "von Atomlobbyisten", der Verzicht auf Atomkraft werde zu einem vermehrten Ausstoß von klimaschädlichen Kohlendioxid-Emmissionen führen, ist nach Auffassung der Atomkritiker falsch, da Atomkraft durch den Einsatz von erneuerbaren Energien komplett ersetzt werden könnte. Beim gegenwärtigen Tempo könnten Erneuerbare Energien in Deutschland in zehn Jahren soviel Strom produzieren wie derzeit alle Atomkraftwerke zusammen. Im Jahr 2023 könnten mit erneuerbaren Energien betriebene Kraftwerke jährlich mehr als 200 Terawattstunden Strom aus Sonne, Wind, Wasserkraft, Bioenergie und Erdwärme liefern.

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