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Geldvermehrung als Leidenschaft

Martin Walser lobt die Kräfte des Marktes


14. Juli 2006

[ngo/ddp] Die finanzielle Unabhängigkeit ist für den deutschen Schriftsteller Martin Walser ("Ein fliehendes Pferd", "Tod eines Kritikers") der höchste Wert. "Letztlich bleiben nur Geld und die Vermehrung des Geldes, um unabhängig zu sein", sagte Walser der Zeitschrift "Wirtschaftswoche". Es brauche Zivilcourage für einen deutschen Intellektuellen, das einzusehen, fügte der 79-Jährige hinzu. In Walsers neuem Roman "Angstblüte", der am Freitag kommender Woche erscheint, spielt der 70-jährige Münchner Vermögensberater Karl von Kahn die Hauptrolle. Walsers Held ist ein glühender Anhänger des Marktes - wie der Autor selbst.

"Konsum ist banal, Geld zu vermehren ist unvergleichlich höherwertig, als Geld zu verbrauchen. Und wenn das Vermehren einmal zur Leidenschaft geworden ist, kann man damit nicht mehr aufhören", sagte Walser.

Dem Kulturbetrieb wirft der Autor vor, noch nicht gemerkt zu haben, "dass Anlegen jetzt etwas anderes ist, als vor 80 Jahren". Wer heute bei Siemens oder BASF investiere, finanziere Arbeitsplätze, die zumutbar seien.

Walser vertraut auf die ausgleichende Gerechtigkeit des Marktes: "Der Markt ahndet alles, er lässt auf die Dauer nichts ungerecht." Auch in "Angstblüte" setzt sich das Bessere durch. "Selbst, wenn man noch nicht weiß, ob es das Bessere ist. Der Markt ist die einzige Verbesserungskraft", sagte Walser.

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