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"Bedenken von neun EU-Mitgliedsstaaten"

Protest gegen mögliche Import-Genehmigung der EU für Gen-Reis von BAYER


13. September 2006

[ngo] Die Coordination gegen BAYER-Gefahren hat am Mittwoch in einem Brief an die europäische Lebensmittelbehörde EFSA gefordert, keine Import-Genehmigung für gentechnisch veränderten Reis zu erteilen. Die Kritiker wenden sich gegen einen Antrag des BAYER-Konzerns bei der EU aus dem Jahr 2003 auf Zulassung von Importen für Reis der Sorte LL 62. Die Sorte sei resistent gegen das von BAYER produzierte Herbizid Liberty Link mit dem Wirkstoff Glufosinat. Insgesamt neun EU-Mitgliedsstaaten haben den Angaben zufolge Bedenken gegen Liberty Link-Reis geäußert, weswegen die EFSA bis heute keine Zulassung erteilt habe. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert jetzt auch die deutsche Bundesregierung auf, sich bei der EFSA gegen eine Importgenehmigung von LL 62-Reis stark zu machen.

Ende August war bekannt geworden, dass in den USA offenbar eine ebenfalls gegen Glufosinat resistente Reis-Sorte in den Handel gelangt war. Der Langkorn-Reis mit der Bezeichung LL 601 sei "nirgendwo auf der Welt zum Verzehr zugelassen, die gesundheitlichen Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher sind unbekannt", schreibt die Coordination gegen BAYER-Gefahren. Recherchen von Greenpeace deckten Anfang der Woche zudem auf, dass auch in Deutschland Kontaminationen mit LL 601-Reis auftraten, unter anderem in Produkten des Discounters Aldi Nord (ngo-online berichtete).

Für Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren "bestätigt der Fall alle Befürchtungen: eine gentechnisch veränderte Reis-Sorte landet im Handel, ohne dass die gesundheitlichen Risiken bekannt wären oder eine Genehmigung erteilt wäre." Dies müsse Konsequenzen für die Zulassung von Gen-Reis in der EU haben.

Neben den Risiken für die Konsumenten sehen die Bayer-Kritiker insbesondere auch wirtschaftliche Gefahren für die Anbau-Länder, vornehmlich in Asien. Millionen Bauern in den Ländern des Südens, die bislang durch Tausch und Eigenzüchtungen ihr Saatgut selbst produzierten, drohen nach Auffassung von Mimkes in Abhängigkeit von multinationalen Konzernen zu geraten: "Die Verwendung ihrer Ernte als Saatgut wäre wegen des Patentschutzes künftig verboten", kritisiert Mimkes.

Durch den bereits in der "grünen Revolution" beobachteten Konzentrationsprozess würden Millionen Landwirte ihre Existenz verlieren und in die Elendsgebiete rund um die Metropolen abwandern. Zudem würden durch Auskreuzungen einheimische Sorten verdrängt "mit dramatischen Konsequenzen für die Biodiversität und die weltweite Ernährungssicherheit", vermutet Mimkes.

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