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Neue fossile Großkraftwerke

Stromwirtschaft baut Kohle-, Erdgas- und Müllkraftwerke


09. Oktober 2006

[ngo] Trotz des Klimawandels baut die Stromwirtschaft in Deutschland vornehmlich fossile Großkraftwerke. Nach Angaben des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) nahm die Branche zwischen 2001 und Mitte 2006 rund 40 Kraftwerke mit einer Leistung von zusammen 5.700 Megawatt (MW) in Betrieb. Der Verband erfasste hierbei Anlagen ab 20 Megawatt Leistung. Das Investitionsvolumen habe rund 5,5 Milliarden Euro betragen. Weitere 53 konventionelle Kraftwerke mit zusammen 31.400 MW Leistung sind nach Angaben des Stromwirtschaftsverbandes in Deutschland in Bau oder in Planung.

"Für dieses Bauprogramm sind bis etwa 2020 Investitionen von insgesamt 27,5 Milliarden Euro vorgesehen", so VDEW-Hauptgeschäftsführer Eberhard Meller. Hinzu kommen nach VDEW-Schätzungen bis 2020 kleinere Anlagen und Regenerativ-Kraftwerke mit einer Leistung von zusammen rund 12.000 Megawatt. Der gesamte Kraftwerkspark in Deutschland hatte den Angaben zufolge Anfang 2006 eine Leistung von etwa 132.000 Megawatt.

Die Stromkonzerne bauen derzeit vor allem Kohle-, Erdgas- und Müllkraftwerke. Bis 2016 sollen Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 25.141 Megawatt in Betrieb gehen. RWE etwa baut den Angaben zufolge in Weisweiler ein 270-Megawatt Erdgas/Braunkohlekraftwerk, in Lingen ein 850-Megawatt Erdgaskraftwerk, in Neurath ein 2100-Megawatt Braunkohlekraftwerk und in Hamm ein 1500-Megawatt Steinkohlekraftwerk. E.On setzt in Irsching auf Erdgas (1300 Megawatt), in Datteln auf Steinkohle (1000 Megawatt) und plant außerdem ein weiteres 1100-Megawatt-Steinkohlekraftwerk an noch unbekanntem Ort. Vattenfall will unter anderem bis 2011 ein 675-Megawatt-Braunkohlekraftwerk in Boxberg und bis 2011/12 ein 1.680-Megawatt Steinkohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg in Betrieb nehmen.

Die Stromwirtschaft erwartet von der Politik "langfristig verlässliche Rahmenbedingungen" als "solides Fundament für die Investitionen". Die Energiebranche sei kapitalintensiv und rechne in Investitionszyklen von 30 bis 40 Jahren.

[Druckversion]                

 

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