Regenwald
Kritik an britischem Palmöl-Kraftwerk von RWE 09. Oktober 2006[ngo] Die Umweltorganisation Rettet den Regenwald (RdR) hat Pläne von RWE npower scharf kritisiert, ein Kraftwerk im britischen Kent künftig mit Palmöl zu betreiben. Dadurch werde die Klimakatastrophe forciert, so Verbandsvorsitzende Reinhard Behrend. "Solche Projekte steigern die Nachfrage nach Palmöl. Als Folge werden in Südostasien weitere Regenwälder zerstört, um Platz für neue Plantagen zu schaffen." Palmöl werde vor allem im Tieflandregenwald von Indonesien und Malaysia angebaut. Die dortigen Torfwälder seien gigantische Kohlendioxid-Speicher. Regelmäßig würden riesige Waldflächen abgefackelt, um Platz für neue Palmöl-Plantagen zu schaffen. Durch die Waldbrände allein in Indonesien würden in manchen Jahren mehr als eine Milliarde Tonnen Kohlendioxid frei gesetzt, etwa 15 Prozent der weltweit von Menschen verursachten Emissionen mit Kohlendioxid. Nach Darstellung von Rettet den Regenwald wurden in dem Inselstaat bisher auf Sumatra und Borneo "rund fünf Millionen Hektar Regenwald in Palmöl-Plantagen verwandelt". In Malaysia seien seit 1985 solche Plantagen für 87 Prozent der Waldverluste verantwortlich. Mehr als 90 Prozent des weltweit gehandelten Palmöls stammten aus den beiden Ländern.
Am vergangenen Wochenende sollen "Teile Indonesiens, Malaysias und ganz Singapur erneut unter einer dicken Rauchglocke als Folge von hunderten illegalen Brandrodungen auf Sumatra und Borneo" gelegen haben.
RWE npower wolle nach eigenen Angaben im britischen Kraftwerk Littlebrook testen, ob der Einsatz von so genanntem Biodiesel aus Palmöl kommerziell und technisch machbar sei. Bisher werde dort Erdöl eingesetzt. "RWE will den Teufel mit Beelzebub austreiben", kritisiert Reinhard Behrend. "Statt mit dem Einsatz von Palmöl das Weltklima anzugreifen, muss der deutsche Energiekonzern seine Millionen endlich in Energiesparmaßnahmen und eine Steigerung der Energieeffizienz investieren."
[Druckversion] 
|