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Senioren unter der Armutsschwelle

Zwei Millionen Rentnerinnen leben offenbar unterhalb der Armutsschwelle


07. Dezember 2006

[ngo/ddp] Der Präsident des Sozialverbandes VdK, Walter Hirrlinger, geht davon aus, dass sich die Zahl der von Armut bedrohten Rentner in den kommenden Jahren noch drastisch erhöhen wird. Nach den vom Statischen Bundesamt vorgelegten EU-weiten Daten leben bereits jetzt rund die Hälfte der über 20 Millionen Senioren in akuter Armutsgefährdung, so Hirrlinger. Allein über zwei Millionen Rentnerinnen müssten monatlich mit 650 Euro auskommen und lägen damit erheblich unter der offiziellen Armutsschwelle von 856 Euro. Die Rente mit 67 sei "nichts anderes als ein weiteres Rentenkürzungsprogramm".

Hirrlinger warf der Bundesregierung vor, mit ihrer Politik des Abkassierens die Senioren immer weiter unter die Armutsgrenze zu drängen. Bereits in den vergangenen Jahren sei die Kaufkraft der Rentnerinnen und Rentner durch Nullrunden und höhere Aufwendungen für die Kranken- und Pflegeversicherung deutlich gesunken.

Seit zwei Jahren müssten die Rentner alleine für die Pflegeversicherungsbeiträge von 1,7 Prozent aufkommen und auch einen Versicherungsbeitrag für Krankengeld von 0,45 Prozent bezahlen. Dabei hätten die Senioren ein Leben lang Beiträge gezahlt und sich so ein Anrecht auf ein sicheres Auskommen im Alter erworben.

Hirrlinger forderte, bei der Gesundheitsreform Einkommen bis 800 Euro von der Zusatzprämie zu befreien. Die Zusatzprämie soll den Wettbewerb zwischen den gesetzlichen Krankenkassen beleben und ist pro Patient auf acht Euro pro Monat begrenzt.

"Um die Renten erneut kürzen zu können, hat die Politik die Rente mit 67 erfunden", meint Hirrlinger. Die Rente drohe so auf das Niveau der Grundsicherung zu sinken.

Eine Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters bringe nichts, solange immer noch über die Hälfte der Betriebe keine Arbeitnehmer über 50 Jahren beschäftigten. Die Politik mache hier den zweiten vor dem ersten Schritt. Sie müsse erst einmal dafür sorgen, dass Ältere - "die arbeiten können und wollen" - dieses auch tatsächlich bis 65 Jahren dürften. "Erst dann kann über eine Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters auf 67 Jahre nachgedacht werden."

Der Abwärtstrend werde auch durch steigende Krankenkassenbeiträge und die Mehrwertsteueranhebung weiter verstärkt werden, fürchtet der Verband. Die heutigen Rentenkürzungen würden sich auch auf die späteren Renten jüngerer Generationen entsprechend negativ auswirken.

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