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Ermittlungen

Kurnaz identifiziert Peiniger der Elitetruppe Kommando Spezialkräfte KSK


09. Januar 2007

[ngo/ddp] Nach den Misshandlungsvorwürfen des ehemaligen Guantanamo-Häftlings Murat Kurnaz gegen Bundeswehrsoldaten konzentrieren sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Tübingen jetzt auf zwei Verdächtige der Elitetruppe Kommando Spezialkräfte (KSK). Wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte, wurden Kurnaz am 28. Dezember Bilder von 14 Soldaten der Bundeswehr-Elitetruppe vorgelegt, die Anfang 2002 den von Kurnaz behaupteten Kontakt zu ihm im US-Gefangenenlager Kandahar in Afghanistan gehabt haben könnten.

Aus diesen 14 sowie 34 weiteren Bildern von unbeteiligten Personen in KSK-Uniform habe Kurnaz eines ausgewählt, auf dem er den Soldaten wiedererkannt haben will, der ihn während eines Verhörs an den Haaren gepackt und seinen Kopf auf den Boden geschlagen haben soll.

Die Staatsanwaltschaft Tübingen habe daraufhin am 29. Dezember ein Ermittlungsverfahren gegen diesen Soldaten sowie gegen einen zweiten KSK-Mann eingeleitet, der mit ihm zusammen Wachdienst hatte. Den beiden Beschuldigten werde gefährliche Körperverletzung im Amt vorgeworfen. Mit der Einleitung des Verfahrens wurde die Verjährung unterbrochen. Die beiden Soldaten sollen nun als Beschuldigte vernommen werden.

Das Verteidigungsministerium nahm die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens "zur Kenntnis". Ein Ministeriumssprecher verwies in Berlin darauf, dass damit keineswegs schon ein Urteil gesprochen worden sei. "Es gilt ganz klar die Unschuldsvermutung", betonte er. Nun sei abzuwarten, was bei dem Ermittlungsverfahren herauskomme.

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