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"Atomdeponien saufen ab"

Bundesweite Demonstration in Gorleben angekündigt


14. Juli 2008

[ngo] "Die zwei Atommülldeponien auf deutschem Boden, Asse II und Morsleben, sind havariert. Beide Endlager saufen ab." So heißt es in einer Stellungnahme der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg vom 14. Juli 2008. Für die Deponie Asse II werde erwogen, den Atommüll zurück zu holen, "doch die Zeit wird knapp, das Bergwerk droht einzustürzen". Morsleben werde, um den Einsturz zu verhindern, mit Salzbeton verfüllt. Die Rückholung des Atommülls sei nicht geplant. Die Kosten summieren sich nach Angaben der Atomkraftgegner für diese Formen der Gefahrenabwehr auf rund 4 Milliarden Euro. "Diese Kosten tragen allein die Steuerzahler, nicht die Mülllieferanten". kritisieren die Atomkraftgegner aus Gorleben. Sie betonen, dass Asse II als Prototyp für das geplante atomare Endlager in Gorleben galt, "dessen Salzgestein nachgewiesener Maßen ebenfalls Wasserkontakt hat". Wegen der Zweifel an der Eignung Gorlebens sei im Jahr 2000 ein Moratorium verhängt worden. Die Atomkraftgegner haben gegen den im November erwarteten Castor-Transport aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague nach Gorleben eine Demonstration angekündigt.

Der Aktion in Gorleben soll eine Aufklärungskampagne "über die ungelöste Atommüllentsorgung und über die Mär vom billigen und angeblich sauberen Atomstrom" vorangehen, sagte ein Sprecher der Bürgerinitiative. So werde die Initiative auf der Internationalen Konferenz zur Endlagerung von atomaren Abfällen vom 30. Oktober bis 1. November 2008 in Berlin ihre Argumente vorbringen.

"Das aktuelle politische Trommelfeuer für die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke ist angesichts dieses Atommülldilemmas eine Provokation", meinen die Atomkraftgegner aus dem Wendland. Zuletzt habe CSU-Chef Erwin Huber angekündigt, nach einem Wahlsieg im Jahr 2009 nicht nur "den so genannten Atomkonsens" aufzukündigen, sondern auch die Arbeiten im "besten geeigneten Salzstock" Gorleben sofort wieder aufnehmen zu lassen.

Gorleben sei aus fachlich-geologischer Sicht schon lange gescheitert, meint die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow- Dannenberg. Eine alternative Endlagersuche scheitere seit Jahren an der Finanzierung. Die Stromkonzerne würden über die Endlagervorausleistungsverordnung lediglich für die beiden Standorte Schacht Konrad und Gorleben zur Kasse gebeten und diktierten den Parteien das Vorgehen bei der Endlagersuche. "Herr Huber handelt nun nach dem Sankt Floriansprinzip, eine vergleichende Endlagersuche, die möglicherweise auch bayrische Standorte einschließen müsste, weist er natürlich weit von sich", spötteln die Atomkraftgegner aus dem Norden. "Wenn es aber um Extraprofite für die Stromkonzerne geht, lehnen sich die Befürworter weit zum Fenster heraus."

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