auschwitz
Auschwitz & Dachau
Kompromisse beim Denkmal für Sinti und Roma
Die Bundesregierung und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma beendeten offenbar den Streit um das in Berlin geplante Denkmal für die von den Nationalsozialisten ermordeten Sinti und Roma. Die deutsche Bundesregierung verzichtet bei der Inschrift jetzt offenbar auf den Begriff "Zigeuner", der vom Zentralrat als "diffamierend" abgelehnt worden war. Weiterer Streit hatte sich an einem Zitat von Alt-Bundespräsident Roman Herzog entzündet. Herzog hatte darin die Verbrechen an den Sinti und Roma mit dem Holocaust gleichsetzt. Dieses Zitat soll jetzt nicht als Inschrift am Monument, sondern auf ergänzenden Tafeln zu sehen sein - ebenso wie eine Chronologie des Völkermordes an den Sinti und Roma. Außerdem sollen Vernichtungsorte wie Auschwitz und Dachau aufgeführt werden.
Transporte nach Auschwitz
Zentralrat der Juden kritisiert Bahnchef Mehdorn
Der Zentralrat der Juden wirft Bahnchef Hartmut Mehdorn mangelnde Bereitschaft zur Aufarbeitung der Verbrechen Hitler-Deutschlands vor. Es sei nicht hinnehmbar, dass Mehdorn sich seit zwei Jahren weigere, eine Ausstellung über den Transport von 11.000 jüdischen Kindern durch die damalige Reichsbahn in das Todeslager Auschwitz auf Bahnhöfen zu zeigen, sagte der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan Kramer, der Chemnitzer "Freien Presse". Die Bahn müsse ihrer geschichtlichen Verantwortung gerecht werden und für eine angemessene Erinnerungspolitik sorgen.
"Hausbank der SS"
Streit wegen Präsentation von Studie über NS-Vergangenheit der Dresdner Bank
Der Zentralrat der Juden in Deutschland lehnt die Präsentation einer Studie über die NS-Vergangenheit der Dresdner Bank im Berliner Jüdischen Museum ab. Das Präsidium des Zentralrates werde nicht an der Veranstaltung am 17. Februar teilnehmen, sagte Zentralratsvize Salomon Korn am Mittwoch in Frankfurt am Main. Korn bemängelte, die Einbeziehung des Jüdischen Museums habe den "Beigeschmack einer kalkulierten Vereinnahmung". Er sprach von einer Anbiederung der Bank an die Juden und von einem "Schmusekurs". Schon vor Monaten habe er die Dresdner Bank darum gebeten, die Studie nicht im Jüdischen Museum, sondern im eigenen Bankhaus vorzustellen.
"Lügen über die Opfer in Auschwitz"
Urteil gegen Ex-Vertriebenen-Chef wegen Volksverhetzung bestätigt
Die Verurteilung des ehemaligen Thüringer Landeschefs des Bundes der Vertriebenen (BdV), Paul Latussek, wegen Volksverhetzung ist rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof habe die Revision des Angeklagten zurückgewiesen, teilte das Erfurter Landgericht am Dienstag mit. Latussek war vom Landgericht im vergangenen Juni zu einer Geldstrafe von 3600 Euro verurteilt worden, nachdem der Bundesgerichtshof einen Freispruch aufgehoben hatte.
"Auschwitz-Erlass"
Bundesrat gedachte der Verfolgung der Sinti und Roma
Der Bundesrat hat in einer Schweigeminute an die Verfolgung der Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten erinnert. "Der Völkermord an den Sinti und Roma darf und soll nicht vergessen werden", sagte Bundesratspräsident Peter Harry Carstensen am Mittwoch in der Länderkammer in Berlin. Carstensen erinnerte daran, dass mit dem so genannten "Auschwitz-Erlass" vom 16. Dezember 1942 und den daraufhin einsetzenden Deportationen die Nationalsozialisten den Versuch einleiteten, die deutschen und europäischen Sinti und Roma vollständig zu vernichten. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 500.000 Sinti und Roma dem systematisch geplanten Völkermord zum Opfer fielen.
Auschwitz-Lüge
Prozess gegen "Holocaust-Leugner" Zündel beginnt im November
Der "Holocaust-Leugner" Ernst Zündel muss sich ab 8. November wegen Volksverhetzung und weiterer Straftaten vor dem Landgericht Mannheim verantworten. Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, wird Zündel vorgeworfen, von Kanada und den USA aus weltweit nazistische und antisemitische "Propaganda" betrieben zu haben. Zündel sei im Februar aus Kanada ausgewiesen worden und befinde sich seither in Untersuchungshaft. Für den Prozess gegen ihn seien fünf Verhandlungstage vorgesehen.
Auschwitz-Lüge
Holocaust-Leugner Zündel wurde Haftrichter vorgeführt
Nach seiner Auslieferung aus Kanada wurde der Holocaust-Leugner Ernst Zündel am Mittwoch beim Amtsgericht Mannheim dem Haftrichter vorgeführt. Nach Angaben einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft Mannheim liegt gegen Zündel ein Haftbefehl wegen des Verdachts der Volksverhetzung aus dem Jahr 2003 vor.
Schuld & Verantwortung
"Deutsche müssen sich nicht schuldig fühlen"
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, hält die Frage nach der Schuld der Deutschen für den Holocaust für falsch gestellt. "Da die meisten in Deutschland lebenden Menschen nach dem Krieg geboren sind, besteht für sie gar kein Anlass, irgendwelche Schuldgefühle zu haben", sagte Spiegel der "Westdeutschen Zeitung" in Düsseldorf.
Festakt in Auschwitz
Gedenken an ermordete Juden, Polen, Roma und sowjetische Kriegsgefangene
Rund 2000 Überlebende und mehr als 40 Staats- und Regierungschefs gedenken am Donnerstag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee vor 60 Jahren. Die Todesfabrik ist für die ganze Welt zum Symbol für Terror, Völkermord und Holocaust geworden. Im polnischen Auschwitz-Birkenau ermordeten die Nazis nach unterschiedlichen Schätzungen 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen, der Großteil der Opfer waren Juden. Die meisten Häftlinge wurden von Februar 1942 bis November 1944 in fabrikmäßig betriebenen Gaskammern mit Zyklon B umgebracht. Unter den Opfern waren Historikern zufolge auch mehr als 140 000 Polen, rund 20 000 Roma und Sinti, über 10 000 sowjetische Kriegsgefangene und 10 000 bis 20 000 politische Häftlinge, Homosexuelle und überzeugte Christen.
27. Januar 1945
Das Konzentrationslager Auschwitz wurde vor 60 Jahren befreit
Ein Bild des Grauens bot sich den sowjetischen Soldaten, die am 27. Januar 1945 bei ihrem Vormarsch in Richtung Berlin das deutsche Konzentrationslager Auschwitz bei Krakau in Polen befreiten: Riesige Gaskammern und Krematorien, vor dem Herannahen der Roten Armee gesprengt, kündeten von einem in der Welt einmaligen Vernichtungslager der Hitler-Diktatur, vom größten Völkermord der Weltgeschichte.
Auschwitz-Opfer
Latussek verliert Amt als Vizepräsident des Vertriebenenbundes
Wegen seiner umstrittenen Auschwitz-Aussagen hat der Vizepräsident des Bundes der Vertriebenen (BdV), Paul Latussek, sein Amt verloren. Eine außerordentliche Bundesversammlung habe damit die Konsequenzen aus "inakzeptablen Äußerungen" des 65-Jährigen gezogen, teilte der Verband am Donnerstag in Berlin mit.
Auschwitz
Ständige Ausstellung dokumentiert NS-Verbrechen an Sinti und Roma
Eine ständige Ausstellung, die den nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma dokumentiert, wird am 2. August im Staatlichen Museum Auschwitz eröffnet. Das Ausstellungsvorhaben sei mit Hilfe des Bundes und der Länder, der polnischen Regierung, der Europäischen Union sowie der deutschen Industrie über einen Zeitraum von drei Jahren realisiert worden, teilte das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma am Donnerstag in Heidelberg mit. Die Dokumentation sei "ein wichtiges Ergebnis des jahrzehntelangen Kampfes gegen das Verdrängen und Verleugnen" der Verbrechen an den Sinti und Roma. Der Tag der Ausstellungseröffnung erinnert an den 2. August 1944, als in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau noch 3.000 Sinti und Roma ermordet wurden.
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