elbe
Baggerarbeiten
Elbvertiefung führt offenbar zu Verschlickung im Watt
Die in diesem Jahr im Wattenmeer vor Cuxhaven aufgetauchten Schlickfelder sind offenbar auf die Elbvertiefung zurückzuführen. In einer ersten Beurteilung komme die Forschungsstelle Küste des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zur Einschätzung, dass der Schlick offensichtlich auf die Baggerarbeiten in der Elbe zurückgeht, sagte Cuxhavens Oberbürgermeister Arno Stabbert (CDU). Die Indizien sprächen eindeutig für diese These. Die Forschungsstelle habe empfohlen, eine wissenschaftliche Langzeituntersuchung in Auftrag zu geben, sagte Stabbert.
"Schiffe nutzen Elbtiefe nicht aus"
Initiative sieht keinen Bedarf für Elbvertiefung
Der Förderkreis "Rettet die Elbe" sieht keinen Bedarf für eine Vertiefung der Elbe. Der Verein hat eigenen Angaben zufolge seit 1997 die Statistiken über die tatsächlichen Tiefgänge der Containerschiffe ausgewertet und festgestellt, dass diese nur teilbeladen den Hamburger Hafen anlaufen und noch nicht einmal den derzeit möglichen Tiefgang auf der Elbe ausnutzen.
Elbehochwasser
Umweltbundesamt will weiterhin Neubauverbot wegen Hochwasserschutz
Der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, warnt im Streit um das Hochwasserschutzgesetz vor einem faulen Kompromiss. Wer das geplante Neubauverbot in flussnahen Gebieten kippe, zerstöre das Fundament des ganzen Gesetzes, sagte Troge der "Berliner Zeitung". "Wir hätten dann aus den Fehlern der Vergangenheit nichts gelernt. Das wäre eine Kapitulation vor dem Hochwasser", sagte Troge. Angesichts der schrumpfenden Bevölkerung, des anhaltenden Flächenverbrauchs und der Zersiedelung der Landschaft habe es keinen Sinn, ausgerechnet in flussnahen Regionen Neubaugebiete auszuweisen, sagte Troge weiter.
Vorwand Hochwasser-Schäden
Elbe wird offenbar heimlich illegal ausgebaut
Die Elbe wird offenbar illegal heimlich ausgebaut. Das berichten die Bürgerinitiative Pro Elbe und der BUND unter Berufung auf Prüfungen durch unabhängige Vermessungsingenieure. Danach würden die Buhnen nicht, wie behauptet, lediglich instand gesetzt, sondern ausgebaut, insbesondere durch Vorschüttungen verlängert, sagte Ernst Paul Dörfler, Leiter des BUND-Elbeprojektes. Messungen an anderen Bauprojekten hätten ergeben, dass diese Methode des verdeckten Ausbaus offenbar schon seit Jahren praktiziert werde, so die Bürgerinitiative Pro Elbe.
Elbausbau
Falsche Zahlen angegeben
Beim umstrittenen Bau von Staustufen in der Tschechischen Republik hat das Bundesverkehrsministerium von Manfred Stolpe Prag offenbar mit falschem Zahlenmaterial versorgt. Das ergaben Recherchen der Umweltorgansiationen ARNIKA, ERN und dem Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND). In der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins Der Spiegel wird berichtet, dass Berlin den Tschechen versicherte, auf deutscher Seite habe der Fluss "eine Wasserstraßentiefe von 1,60 Metern an durchschnittlich 345 Tagen im Jahr". Nach amtlichen Unterlagen beträgt die Fahrrinnentiefe allerdings lediglich 1,40m an nur 276 Tagen im Jahr. Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten, dass der Bau der geplanten Elbestaustufen Male Brezno und Prostredni Zleb an der tschechisch-deutschen Grenze keinen wesentlichen Einfluss auf die Schiffbarkeit der Elbe in der Relation Prag -Hamburg haben würde.
Der Spiegel
Falsche Zahlen sollen Elbe-Ausbau rechtfertigen
Beim umstrittenen Bau von Staustufen in der Tschechischen Republik hat das Bundesverkehrsministerium von Manfred Stolpe Prag offenbar mit falschem Zahlenmaterial versorgt. Berlin versicherte den Tschechen, auf deutscher Seite habe der Fluss "eine Wasserstraßentiefe von 1,60 Metern an durchschnittlich 345 Tagen im Jahr", wie Der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe schreibt. Doch diese Angaben seien falsch, berichtet die Flussinitiative Elbe-Insel.
Gen Food
Leuchtende Warnung am Rumpf des Frachters mit Gen-Soja auf der Elbe
Mit vier Schlauchbooten protestierten am Mittwoch früh 13 Greenpeace-Aktivisten auf der Elbe gegen den Import von gentechnisch manipulierter Soja. Die Umweltschützer begleiten den Frachter "Spar Topaz", der amerikanische Gen-Soja geladen hat. Sie projizieren mit Hilfe eines Gross-Diaprojektors den Spruch "Gen-Soja: Metro macht uns zu Versuchskaninchen" auf die Bordwand des Schiffes. Der Frachter bringt seine Ladung zur Hamburger Ölmühle. Dort wird die manipulierte Soja weiter verarbeitet und gelangt entweder direkt etwa als Lecithin auf den Teller der Verbraucher oder über den Umweg des Tierfutters in Fleisch und Milchprodukte. Greenpeace wirft dem Handelskonzern Metro vor, sich massiv für die Verbreitung solcher gentechnisch veränderten Lebensmittel einzusetzen.
Flussausbau
Befürworter des Saalekanals arbeiten mit gezielten Falschinformationen
Der Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt (VHdS) arbeite offensichtlich mit Falschinformationen, um bei Politikern die Zustimmung zum Bau eines Saalekanals zwischen Calbe und der Mündung zu erwirken, für den die Baukosten 80 Millionen Euro betragen sollen. Anlässlich eines Besuches bei der Solvay-Soda Deutschland GmbH in Bernburg wurde dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Manfred Püchel mitgeteilt, die „Umweltverträglichkeit des Kanalprojektes“ sei „gesichert“. Das Bundesamt für Naturschutz Bonn (BfN), so heißt es in der VHdS-Mitteilung, habe eine entsprechende Bewertung des Bauvorhabens abgegeben. Auf Anfrage des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) teilte das BfN hingegen mit: "Diese Aussage entbehrt jeder Grundlage." Das Bundesamt kündigte eine umgehende schriftliche Richtigstellung an.
Naturopfer für Containerriesen?
WWF präsentiert Studie zu den Folgen einer Flussvertiefung an Elbe und Weser
Die geplanten Ausbauten der Flussunterläufe von Elbe und Weser für die Schifffahrt können schwerwiegende Folgen für die Natur in und an den Flüssen haben. Wertvolle Lebensräume wie Auwälder, Röhrichte oder Wattflächenwerden zerstört oder beeinträchtigt - mit fatalen Folgen für viele Pflanzen und Tiere, die jetzt schon gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht sind. Darüber hinaus erhöhen die Flussvertiefungen auch die Risiken für den Hochwasserschutz. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die der WWF heute vorgestellt hat.
Naturschutz
Umweltverbände kritisieren Elbe-Ausbau
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund (NABU) lehnen den vom Land Sachsen-Anhalt geforderten Bau eines Saale - Elbe - Kanals strikt ab. Der Kanalbau wäre ein Rückfall in die alte Flusspolitik, so die Umweltverbände. Ein verstärkter Ausbaudruck auf die Elbe wäre zudem eine unvermeidbare Folge. Der geplante Saale-Elbe-Kanal solle die kanalisierte Saale (2,50 garantierte Tauchtiefe) mit der nicht kanalisierten Elbe (1,20m garantierte Tauchtiefe) verbinden.
Elbe
Sächsischer Umweltminister stellt Pläne für verbesserten Hochwasserschutz vor
Drei Monate nach der Flut hat Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath erste Schlussfolgerungen aus der Hochwasserkatastrophe vorgestellt. Dabei schlug er ein Bündel von Maßnahmen in Land- und Forstwirtschaft bis hin zum Bau neuer Hochwasserschutzanlagen vor. Flath stellte klar, dass für einen besseren Hochwasserschutz in Sachsen ein gesamtgesellschaftlicher Konsens herbeigeführt werden müsse. "Erst in der Summe kommt der Effekt," sagte Flath. Daran müssten alle Bevölkerungskreise mitwirken. Einen hundertprozentigen Schutz könne es auch in Zukunft nicht geben, machte Flath deutlich. Die Flut habe jedoch Defizite im Schutzsystem deutlich gemacht.
Elbe und Saale gerettet
Eine historische Wende für die Flüsse
Zur jüngsten Entscheidung der Bundesregierung, den Ausbau der Elbe und der Saale endgültig aufzugeben, erklärten die Parlamentarische Geschäftsführerin Steffi Lemke und der BUND-Elbe-Experte Ernst Paul Dörfler: „Diese Entscheidung ist der Beginn einer historischen Wende im Umgang mit unseren Flüssen. Nach 10 Jahren unablässigen Kampfes für die Rettung des letzten frei fließenden Flusses ist endlich ein Durchbruch erzielt worden: Die Elbe darf ein Fluss bleiben. Sie ist Symbol einer neuen, grün geprägten Flusspolitik, die den Schutz des Menschen mit dem Schutz der Natur in Einklang bringt.“
Deichbruchgefahr in der Prignitz gebannt
Elbe hinterlässt Gebäudeschäden und Infektionsgefahr
Während das Elbhochwasser weiter abfließt werden immer mehr Schäden und Umweltbelastungen in den betroffenen Gebieten sichtbar. In der Elbe in Sachsen wurde ein erhöhter Schwermetallgehalt gemessen, der aber im Rahmen des bei Hochwasser Üblichen liegt. Die Hochwasserschäden allein an Sozialeinrichtungen bezifferte der Freistaat am Donnerstag mit 90 Millionen Euro. Unterdessen ist die Deichbruchgefahr in der Prignitz endgültig gebannt.
Nach dem Hochwasser
Dioxingehalt der Elbe soll sich wieder normalisieren
Aus dem vom Hochwasser betroffenen tschechischen Chemiewerk Spolana sind keine zusätzlichen Dioxinmengen in die Elbe gelangt. Analysen von Wasserproben hätten ergaben, dass die ermittelten Dioxinkonzentrationen "im Bereich von Messungen in früheren Jahren" lagen, teilte Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) am Dienstag in Berlin mit. Er zeigte sich zugleich zuversichtlich, dass sich die Wasserqualität der Elbe bald von den Hochwasserfolgen erholen und keine dauerhaften Rückschläge erleiden werde. Die Folgen des Schadstofftransports aus den Sedimenten für die Nordsee müssten allerdings genauestens verfolgt und analysiert werden.
10. Internationales Elbe-Saale-Camp
Lage um Flüsse spitzt sich zu - Politik muss endlich handeln
Am kommenden Sonntag wird das 10. Internationale Elbe-Saale-Camp auf den Elbwiesen bei Barby eröffnet. Eine Woche lang werden über einhundert Flussschützer aus drei Ländern durch Aktionen auf die Schönheit wie auch auf die Bedrohung der letzten noch naturnahen Flüsse Deutschlands aufmerksam machen. Nachdem das Umweltbundesamt mit seiner unabhängigen Studie nachgewiesen hat, dass die Kosten des Elbausbaus den Nutzen übersteigen,ist die Politik gefordert, entschieden zu handeln und einen Baustopp durchzusetzen.
Schutz der Elbe vor Ausbau
AUFRUF "Christinnen und Christen für die Elbe 2002"
Bischöfinnen, Bischöfe, Superintendenten und Pastoren rufen Politiker zur Bewahrung der Elbe als Teil von Gottes Schöpfung auf. Dieser letzte, noch relativ naturbelassene Strom Deutschlands ist derzeit in akuter Gefahr, durch laufende ungeprüfte Strombaumaßnahmen für 200 Millionen Euro in seiner Einmaligkeit zerstört zu werden. Zwar habe sich die Wasserqualität verbessert, aber immer mehr natürliche Sandstrände werden unter Hunderttausenden Tonnen Schottersteinen begraben, heißt es in dem Aufruf.
1. Elbe-Badetag am 14. Juli 2002
Elbe lädt zum Baden ein
Der einst dreckigste Fluss Europas will sich am Sonntag von einer ganz neuen Seite zeigen: Die Elbe lädt von Tschechien bis an die Nordsee zum 1. Elbe-Badetag ein. An über 50 Orten entlang des mehr als 1.000 Kilometer langen Flusses gibt es Badefeste, Schwimmwettbewerbe und historische Ausstellungen. "Damit ist eine Vision wahr geworden", sagte Verlegerin Angelika Jahr am Donnerstag in Hamburg. Aus dem schmutzigen, trennenden und gefährlichen Fluss sei ein Naturparadies mit Badewasserqualität geworden. Der Hamburger Verlag Gruner+Jahr ist gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe e.V. Initiator des Elbe-Badetages.
BUND-Tour "Dialog im Boot"
Schlauchboot-Fahrt auf der Elbe erfolgreich beendet
Am Sonntag endete planmässig die BUND Tour "Dialog im Boot". 150 Teilnehmer, darunter viele Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft, haben gemeinsam mit Umweltschützern die "Wunder der Elbe" entdeckt. Neben den Begegnungen mit Bibern und Seeadlern, mit Sandstränden und Auenwäldern sowie mit dem UNESCO-Welterbe haben sie auch beängstigend viele neue Schotterhalden und ungeprüfte Baggerarbeiten an den Elbufern registriert. Gleichzeitig besichtigten die Teilnehmer mehrere junge Unternhehmen im Fluss-Tourismus.
Kampf gegen den Elbausbau
Reinhold Messner am Sonntag als Kanufahrer
Der bekannte Extrembergsteiger und Naturschützer Reinhold Messner befuhr am Sonntag per Kanu die Elbe über dem Magdeburger Domfelsen. Damit demonstrierte er gegen den geplanten Ausbau der Elbe für größere Frachtschiffe, dem auch der Felsen weichen soll. Da die Elbe bis zu sechs Monate im Jahr nicht genug Wasser für größere Schiffe führt, halten viele Naturschutzverbände den Ausbau des letzten deutschen Flusses mit Auenlandschaften für unvertretbar.
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