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Fehlerhafte Montagearbeiten
Biblis B soll im Dezember wieder ans Netz gehen
Der Atomkraftwerksblock Biblis B, der seit über einem Jahr keinen Strom liefert, soll möglicherweise im Dezember wieder ans Netz gehen. Das Genehmigungsverfahren für den Reaktor B werde im Zeitraum zwischen dem 2. und 4. Dezember abgeschlossen sein, sagte ein Sprecher des Betreibers RWE am 29. November. Der genaue Termin für die Wiederinbetriebnahme von Block B sei noch nicht bekannt, da das Anfahren "nicht auf Knopfdruck" funktioniere.
3 weitere Vorkommnisse
Atomkraftwerk Biblis wird noch mehrere Monate keinen Strom produzieren
Das vom Energiekonzern RWE betriebene Atomkraftwerk Biblis wird noch mehrere Monate abgeschaltet bleiben. Das teilte die Kraftwerksleitung am Mittwoch in Biblis mit. Ein Sprecher der Betreiberfirma RWE Power wollte sich auf Nachfrage nicht auf einen möglichen Termin für das Hochfahren des Meilers festlegen. Grund für den Stillstand sind tausende falsch montierter Dübel in dem südhessischen Atomkraftwerk. Der Mangel war erst bei einer Mitte September begonnenen Revision von Block A entdeckt worden. Wegen der fehlerhaften Dübel nahm RWE Mitte Oktober auch Block B vom Netz. Trotz des monatelangen Stillstands der beiden Atomkraftwerksblöcke gingen in Hessen die Lichter bislang nicht aus. Jetzt gab es in Biblis drei weitere Vorkommnisse.
In Biblis B nur Stichproben
50 Prozent der Dübel im Atomkraftwerk Biblis falsch montiert
Bei einer Überprüfung von Dübeln im Atomkraftwerk Biblis sind bei rund der Hälfte der bislang kontrollierten Bauteile Montagefehler aufgefallen. In Block A seien zwischen 130 und 200 Dübel kontrolliert worden, rund 50 Prozent seien nicht richtig montiert gewesen, sagte eine Sprecherin des hessischen Umweltministeriums am Mittwoch in Wiesbaden. In den Blöcken A und B sind jeweils zwischen 3500 und 4000 Dübel der betroffenen Sorte verbaut.
Auch Biblis B abgefahren
Montagemängel bei Rohrleitungs-Halterungen im RWE-Atomkraftwerk Biblis A
Das hessische Umweltministerium hat mitgeteilt, dass im Atomkraftwerksblock Biblis A am Montag von Gutachtern "Montagemängel" an Dübeln bestätigt worden sind. Die beanstandeten Dübel dienen der "Verankerung von Anlagenteilen", unter anderem von Rohrleitungen. Bei Defekten an solchen Verankerungen kann es in Rohrleitungen von Betriebs- oder Sicherheitssystemen zu gefährlichen Leckagen und im äußersten Fall in Folge dessen zu einem Kernschmelzunfall kommen. Wegen der in Biblis A gefundenen Mängel wurde auch der Atomkraftwerksblock Biblis B "für eine außerplanmäßige Überprüfung von der Betreiberin RWE Power AG abgefahren".
"Schlampereien in Biblis"
Gabriel lässt Atomkraftwerke weiter laufen und weiter prüfen
Die deutsche Bundesregierung hat sich in ihrer Kabinettsitzung am Mittwoch darauf verständigt, keine deutschen Atomkraftwerke vom Netz zu nehmen, da der Störfall im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark vom 25. Juli "nicht eins zu eins übertragbar" sei. Dennoch werfe der Störfallablauf "eine Reihe von Fragen auf, die wir sorgfältig klären müssen", sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Eine weitere sicherheitstechnische Überprüfung der deutschen Atomkraftwerke sei notwendig. Das sei das Ergebnis einer Umfrage bei den für die Atomaufsicht zuständigen Länderministern. Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW warf den Behörden vor, sie konzentrierten sich auf elektrische Schaltpläne und setzten dabei voraus, dass bei Wartungsarbeiten keine Fehler gemacht würden, "die die Sicherheitssysteme jederzeit außer Kraft setzen können". Das gehe aber an der Praxis in den deutschen Atomkraftwerken völlig vorbei. "Zeitdruck, Hetze, Planungsfehler, Montagefehler, Prüffehler, der Einsatz von Hilfskräften und Leiharbeitern, überfordertes Personal, 10-Stunden-Schichten und mehr in Strahlenbereichen, Nachtschichten, unzureichende Kontrollen durch die TÜVs, die Verzögerung von sicherheitstechnisch wichtigen Reparaturen und Prüfungen" - das sei die Realität in den deutschen Atomanlagen.
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