gastarbeiter
Deutschstämmige und "Gastarbeiter"-Nachfahren
Türken in CDU verlangen Kursänderung von Merkel
Nach den drastischen Stimmenverlusten für die CDU in Hessen aufgrund der von Parteichefin Angela Merkel mitgetragenen Kampagne um ausländische Jugendliche fordert das christdemokratische Deutsch-Türkische Forum (DTF) Merkel auf, sich stärker Einwanderern zuzuwenden. "Wir müssen uns festlegen: Wollen wir in Zukunft eine Partei sein, die nur die Deutschstämmigen anspricht, oder binden wir die Wählergruppe der Menschen mit Migrationshintergrund bewusst mit ein?", schreibt der DTF-Vorsitzende Bülent Arslan laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in einem Brief an Kanzlerin Merkel. Roland Kochs (CDU) "polarisierender Wahlkampf" habe Migranten vor den Kopf gestoßen und "entscheidend zu den großen Stimmverlusten der CDU in Hessen beigetragen", heißt es in dem Brief.
"Menschen als Verfügungsmasse"
Reaktionen auf Schäubles Gastarbeiter-Vorschlag
Das Konzept von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und seinem französischen Kollegen Nicolas Sarkozy, Gastarbeitern einen auf fünf Jahre befristeten Aufenthalt in EU-Staaten zu gewähren, stößt auf Skepsis in der deutschen Politik. "Ich kann auch keinen Bedarf für Gastarbeiter auf Zeit erkennen", sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dieter Wiefelspütz, der "Berliner Zeitung". Angesichts von rund vier Millionen Arbeitslosen könne eine weitere Zuwanderung auf den Arbeitsmarkt nicht zugelassen werden. Die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder hatte vor Jahren für die IT-Branche Arbeitskräfte nach Deutschland holen wollen. Im Blick waren vor allem Inder. Diese verzichteten damals aber großteils auf das Angebot aus Deutschland.
Appell für mehr Integration
Festakt erinnerte an erstes Anwerbeabkommen für Gastarbeiter vor 50 Jahren
Mit einem Appell zu mehr Anerkennung des Fremden und einem verstärkten Bemühen um Integration haben Vertreter von katholischer Kirche und Staat am Samstag in Mainz an das erste Anwerbeabkommen für Gastarbeiter vor 50 Jahren erinnert. Deutschland müsse sich der "Realität der dauerhaften Einwanderung" und den "Herausforderungen der Integration systematisch stellen", mahnte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, auf dem Festakt. Als Repräsentanten des damaligen Herkunftsstaates waren der Mailänder Erzbischof, Kardinal Dionigi Tettamanzi, sowie der italienische Minister für Auslandsitaliener, Mirko Tremaglia, gekommen.
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