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Brandenburg

Hohe Prämien für Übernahme einer Arztpraxis auf dem Land

Mit Prämien von bis zu 50.000 Euro sollen in Brandenburg Mediziner für ländliche Regionen gewonnen werden. Übernehme ein Arzt eine freiwerdende Praxis in einem medizinisch unterversorgten Gebiet, erhalte er einen sogenannten Sicherstellungszuschlag, teilte die Kassenärztliche Vereinigung (KV) am Donnerstag (8. Januar) in Potsdam mit. Das habe der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen entschieden. In diesem Jahr kämen die Kassen für die Zuschläge auf, 2010 und 2011 teilten sich Kassen und KV die Finanzierung. Ziel sei es, vor allem junge Ärzte für ländliche Regionen zu gewinnen.

Hausarzt-Modell

Barmer soll Millionen an Kassenärztliche Vereinigungen zurückzahlen

Die Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) wollen von der Barmer Ersatzkasse einen Millionenbetrag aus dem Hausarzt-Modell zurückfordern. Das berichtet die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post". "Wir werden auf die Barmer zugehen und unsere Ansprüche auf Rückzahlung von mehreren Millionen Euro anmelden", sagte der Chef der KV Nordrhein, Leonhard Hansen, der Zeitung. Die KV fühle sich in ihrer Einschätzung des Barmer Hausarzt-Vertrages durch das Sozialgericht Gotha bestätigt.

AOKs

Mehrere Krankenversicherungen erhöhen Beiträge

Vielen gesetzlich Krankenversicherten drohen im kommenden Jahr höhere Beiträge. Mehrere Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK) kündigten Anhebungen an. Die AOK Rheinland gab am Freitag eine Erhöhung ihres allgemeinen Beitragssatzes zum 1. Januar von 13,0 auf 13,4 Prozent bekannt. Auch die AOK Hessen und Schleswig-Holstein wollen ihre Beitragssätze steigern, von 13,9 beziehungsweise 13,6 Prozent auf jeweils 14,4 Prozent. Bereits am Donnerstag hatte der BKK-Bundesverband nicht ausgeschlossen, dass es bei einzelnen der über 200 Betriebskrankenkassen zu Erhöhungen kommt. Medienberichten zufolge planen mehr als zehn BKK eine Beitragserhöhung.

Bereitschaftsdienst

Ärzte in Krankenhäusern sollen weiter lange Schichten schieben

Die Ärzte in Krankenhäusern sollen nach dem Willen der Länder weiter lange Schichten schieben. Der Bundesrat sprach sich am Freitag in Berlin dafür aus, die Ende Dezember auslaufende Übergangsregelung beim Arbeitszeitgesetz für bisherige Tarifverträge um ein Jahr zu verlängern. Ein entsprechender Gesetzentwurf soll im Bundestag eingebracht werden. Hintergrund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes. Demnach sind Bereitschaftsdienste in vollem Umfang als Arbeitszeit zu werten.

Bundessozialgericht

Krankenkassen müssen Honorar in Millionenhöhe nachzahlen

Zwei Betriebskrankenkassen müssen den rund 12.500 niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten in Westfalen-Lippe rund 40 Millionen Euro Honorar nachzahlen. Wie die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe am Mittwoch in Münster mitteilte, wurde die Zahlung dieser Summe jetzt vor dem Bundessozialgericht erstritten.

Bundesweite Premiere

Hausarztvertrag für zentrale Steuerung von alten und schwer kranken Menschen

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein hat mit mehreren Krankenkassen den bundesweit ersten übergreifenden Hausarztvertrag vereinbart. Die Vereinbarung betrifft nach Auskunft der KV Nordrhein die Versorgung alter und schwer kranker Menschen. Die an dem Programm beteiligten Hausärzte sind für die Patienten künftig die erste Anlaufstelle. Sie sollen die gesamte medizinische Versorgung der Patienten übernehmen und die Behandlung über alle Ebenen hinweg koordinieren. Bei ihnen laufen alle Befunde und Therapieprogramme zusammen, sie koordinieren die weitere Behandlung beim Facharzt oder im Krankenhaus.

Nicht gezahlt

Erste Klage gegen Praxisgebühr-Verweigerer

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein hat die bundesweit erste Klage gegen einen Patienten eingereicht, der die Praxisgebühr von zehn Euro nicht gezahlt hat. Das berichtet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung. "Wir wollen in einem Musterverfahren vor dem Sozialgericht Düsseldorf klären, ob wir die Praxisgebühr bis zum bitteren Ende per Klage eintreiben dürfen", sagte KV-Sprecherin Karin Hamacher. Im ersten Halbjahr 2004 verschickte die KV Nordrhein laut dem Bericht in über 24.100 Fällen Mahnungen, weil die Patienten keine Praxisgebühr gezahlt haben.

Abrechnungs-Betrug

Mehr Ärzte haben Behandlungen über Verstorbene abgerechnet

Die Affäre um Ärzte, die Behandlungen bereits verstorbener Patienten abgerechnet haben sollen, weiter sich aus. Nach Informationen des „Tagesspiegel“ hat nun auch die AOK Berlin eine Liste mit Verdachtsfällen an die Kassenärztliche Vereinigung (KV) übergeben. Danach sollen Berliner Ärzte in den Jahren 2000 und 2001 in rund 200 Fällen Patienten „behandelt“ haben, die zum Zeitpunkt der Abrechnung bereits verstorben waren. Insgesamt seien 22 Ärzte auffällig geworden, zusätzlich zu den sechs, die die Kasse bereits im Februar an die KV gemeldet hatte.

Dieselruß

Aktion gegen VW: "Kein Diesel ohne Filter" in Berlin

Anlässlich der Weigerung von Volkswagen, alle Diesel-Pkw mit modernen Rußfiltern auszustatten, protestierten heute die Engel vom "Himmel über Berlin" vor dem VW-Automobilforum gemeinsam mit dem BUND und der Deutschen Umwelthilfe für ihr Recht auf saubere Luft. Wie sollen uns die Engel im "Himmel über Berlin" in Zukunft vor Gefahren schützen, wenn sie mit Dieselruß vergiftet werden? VW-Konzernchef Pischetsrieder weigert sich, alle Diesel-PKW mit Rußfiltern auszustatten. Dieselruß ist nach dem Sachverständigenrat für Umweltfragen das gravierendste Problem im Bereich der Luftverschmutzung.

Modellversuch

Patientenquittungen machen Arzt-Abrechnungen nachvollziehbar

Im rheinhessischen Wendelsheim ist die erste so genannte Patientenquittung ausgestellt worden. Das regionale Modellprojekt soll den Patienten der gesetzlichen Krankenversicherung mehr Einblick in die vom Arzt erbrachten Leistungen geben. Das offenere Abrechnungsverfahren sorge für mehr Transparenz, sagte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Malu Dreyer am Dienstag in Mainz. Zudem fördere die Information über ärztliche Leistungen das Kostenbewusstsein der Patienten.