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"Gesundheitszentren" statt niedergelassene Ärzte
Freie Ärzteschaft warnt vor Praxissterben in der Fläche
Der Verband der Freien Ärzteschaft warnt vor einem Praxissterben in der Fläche. Durch die Neustrukturierung der Gesundheitsreform würden vor allem Gesundheitszentren gefördert, zugleich werde die Existenz der niedergelassenen Hausärzte bedroht, sagte der Präsident der Freien Ärzteschaft, Martin Grauduszus, am Montag (18. Mai) in Mainz. "Wir werden ein Versorgungsproblem in der Fläche bekommen", warnte er. Die neuen Gebührenordnungen bedeuteten massive Einkommenseinbußen für niedergelassene Ärzte. Zugleich bedrohe der Trend zu Gesundheitszentren die Unabhängigkeit der Ärzte, weil sie dort als Angestellte den Weisungen von wirtschaftlich denkenden Nichtmedizinern unterlägen.
Medizinische Versorgungszentren statt niedergelassene Ärzte
Protest gegen "industrialisierte Gesundheitsabfertigung" durch Privatkliniken
Mehrere hundert niedergelassene Ärzte und Praxismitarbeiter aus dem gesamten Bundesgebiet haben am Freitag in Berlin gegen die Bedrohung ihrer Existenz protestiert. Die flächendeckende Haus- und fachärztliche Versorgung werde "zerstört", kritisierte der Präsident der "Freien Ärzteschaft (FÄ)", Martin Grauduszus, bei einer Kundgebung. Insbesondere den häufig von privaten Klinikbetreibern betriebenen medizinischen Versorgungszentren warf Grauduszus eine "industrialisierte Gesundheitsabfertigung" vor. Vertreter der Ärztevereinigung kritisierten, die medizinischen Versorgungszentren verdrängten die freien Arztpraxen in einem "unfairen Wettbewerb".
Forderung nach drastischem Mitarbeiterabbau
Ärzte und Krankenkassen konkurrieren um knapp gehaltene Mittel
Die Freie Ärzteschaft drängt auf einen radikalen "Bürokratieabbau" im Gesundheitswesen. Ihrer Ansicht nach könne die Zahl der Mitarbeiter bei den Krankenkassen von 160.000 auf 60.000 gesenkt werden, sagte Präsident Martin Grauduszus der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er untermauerte damit seine Forderung nach Absicherung der wohnortnahen haus- und fachärztlichen Versorgung. Grauduszus kritisierte, bei den Krankenkassen sowie bei den Kassenärztlichen Vereinigungen würden Milliarden Euro verschwendet, während die niedergelassenen Mediziner wirtschaftlich ausgehungert würden.
Praxisschließungen
Warnung vor "Industrialisierung und Amerikanisierung der Gesundheitsversorgung"
Der Verband der Freien Ärzteschaft hat erneut seinen Aufruf zu vorübergehenden Praxisschließungen in der Woche nach Ostern aus Protest gegen die Gesundheitspolitik begründet. Mit der Aktion wolle man "darauf aufmerksam machen", dass in Deutschland "eine Industrialisierung und Amerikanisierung der Gesundheitsversorgung" bevorstehe, sagte der Präsident der Freien Ärzteschaft, Martin Grauduszus, am 25. März im Nachrichtensender n-tv. Die Gesundheitsversorgung werde "für die Patienten viel teurer werden, die Arztpraxen werden reihenweise verschwinden, die Versorgung wird anonym in medizinischen Versorgungszentren an Kliniken durchgeführt werden", sagte Grauduszus.
Ärzte-Beleidigung
Strafanzeigen gegen Ulla Schmidt und Karl Lauterbach
Gegen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) wurde Strafanzeige wegen Beleidigung der Ärzteschaft gestellt. Grund ist Schmidts Vorwurf, die Ärzte nähmen ihre Patienten wegen Geldforderungen "in Geiselhaft". Schmidts Kritik war beim Aktionstag der Ärzte gegen die Gesundheitsreform am vergangenen Montag laut geworden.
Nur noch Privatpatienten?
Neue bundesweite Protestaktion der Hausärzte geplant
Der Protest der niedergelassenen Ärzte gegen die aus ihrer Sicht unhaltbaren Arbeitsbedingungen und chronische Unterfinanzierung medizinischer Leistungen weitet sich aus. Da die Politik auf die bisherigen Aktionen nicht reagiert habe, bereiteten die Haus- und Fachärzte eine kollektive Rückgabe von Kassenzulassungen vor, sagte der Präsident der Freien Ärzteschaft, Martin Grauduszus, dem Bielefelder "Westfalen-Blatt". Zur Vorbereitung der neuen Protestwelle sei von der Freien Ärzteschaft, dem Ärztezusammenschluss Medi Deutschland und den Ärztegenossenschaften eine Arbeitsgruppe gebildet worden. Weitere Verbände würden sich anschließen. Tausende Ärzte stellten sich bereits darauf ein, in Zukunft nur noch Privatpatienten zu behandeln, schreibt die Zeitung.
"Erst stirbt der Arzt ..."
Ärzte kämpfen - nicht nur - um ihre wirtschaftliche Existenz
Rund 1500 niedergelassene Ärztinnen und Arzthelferinnen aus dem gesamten Bundesgebiet haben am Mittwoch in Köln gegen "Missstände" im Gesundheitswesen demonstriert. "Wir fordern von der Politik ein deutliches Bekenntnis zur flächendeckenden, ambulanten medizinischen Versorgung", sagte Angelika Haus vom Ärzteverband Hartmannbund. Die Freie Ärzteschaft beklagt eine zunehmende finanzielle Unterversorgung der ambulanten Medizin in Deutschland. Umsatzverluste von 15 Prozent alle 5 Jahre seien akut existenzgefährdend für viele Praxen. In manchen Bezirken der Kassenärztlichen Vereinigungen stehe bereits jede dritte Arztpraxis unter Bankaufsicht.
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