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medikamente

V.i.S.d.P.: Helga Ebel (Mitglied im Landesvorstand DIE LINKE. NRW)

Medikamente ohne Nutzenbewertung

Nach dem Willen der Großen Koalition soll es künftig dem Gemeinsamen Bundesausschuss und den Krankenkassen unmöglich gemacht werden, die Bevölkerung vor den Folgen irreführender Vermarktung bereits zugelassener Medikamente zu schützen. Die Fraktionen von Union und SPD bringen dazu zwei Gesetzentwürfe (18/200 und 18/201) in den Bundestag ein, die noch in diesem Jahr verabschiedet werden sollen.

IW-Nachricht - 6. November 2013

Arzneimittelmarkt: Rabatt – in guten wie in schlechten Zeiten

In Sachen Arzneimittelkosten fällt den schwarz-roten Unterhändlern bislang nicht viel mehr ein, als die Preise für patentgeschützte Medikamente weiterhin einzufrieren. Das gefährdet vor allem die Investitionsanreize und widerspricht der Idee eines marktwirtschaftlichen Systems. Eigentlich wollte der Gesetzgeber im Jahr 2010 nur das erwartete Defizit in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bekämpfen, indem er die Preise für patentgeschützte Arzneimittel einfror und einen erhöhten Herstellerrabatt verordnete. Mittlerweile – dem Arbeitsmarkt sei Dank – verzeichnet die GKV allerdings einen Milliarden-Überschuss. Eigentlich könnten die dirigistischen Eingriffe der Politik auf dem Arzneimittelmarkt also wie vom Gesetzgeber vorgesehen Ende des Jahres auslaufen.

<<Wunderliche Welten>>

EHEC

Der Auf-erreger des Jahres 2011. Nach BSE, Vogelgrippe, Schweinegrippe und anderen Attacken aus der Welt der Mikroorganismen waren wir reichlich enttäuscht, dass der Krankheitskeim dieses Jahres so lange auf sich warten ließ. Seit sich die Infektion durch den Krankheitserreger Enterohämorrhagisches Escherischia coli Typ 41 weiter ausbreitet, überlege ich unentwegt, von welchem Pharmariesen Aktien zu kaufen wären. Tipps werden gerne noch angenommen, da ich, in absehbarer Zeit, dermaßen viel Geld mit dieser Kolumne verdienen werde, dass ich nicht mehr wissen werde, wohin damit.

"Menschen statt Patente"

Ärzte fordern von Novartis Akzetanz für "erschwingliche Medikamente"

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen beklagt, das Pharma-Unternehmen Novartis würde sich im Rechtsstreit um das indische Patentrecht "trotz weltweiter Proteste uneinsichtig" zeigen. Die Ärzte "verurteilen das Vorgehen von Novartis, das den Zugang von Millionen Menschen zu erschwinglichen Medikamenten zu erschweren droht". "Wir fordern die Aktionäre auf, während der morgigen Aktionärsversammlung von Novartis in Basel ihre Bedenken gegenüber dem Handeln der Pharmafirma in Indien vorzubringen", so Christophe Fournier, internationaler Präsident von Ärzte ohne Grenzen.

Lukrativer als Drogenhandel

Laut Pharmaexperte sind massenhaft gefälschte Medikamente im Umlauf

In Deutschland sind offenbar größere Mengen gefälschter Arzneimittel im Umlauf. "Es gibt Schätzungen, dass acht bis zehn Prozent der gekauften Medikamente gefälscht sind", sagt der Pharmaexperte Harald Schweim von der Universität Bonn der Frauenzeitschrift "Für Sie". Ob Antibiotika, Impfstoffe oder Aids-Mittel, im Prinzip werde alles gefälscht. Vermutlich werde mit Arzneimittelfälschungen inzwischen mehr Geld verdient als mit dem Drogenhandel, sagte der frühere Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Drogen- und Suchtbericht

Drogenbeauftragte beklagt Tabak-, Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit

Anlässlich der Vorstellung des Drogen- und Suchtberichts am Mittwoch erklärte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing: "Die Eindämmung des Drogen- und Suchtproblems bleibt eine der wichtigsten politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland. Auch wenn in einigen Bereichen positive Entwicklungen zu verzeichnen sind, besteht kein Anlass zur Entwarnung. Das trifft ganz besonders auf das alarmierende Ausmaß der Tabak-, Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit und die damit verbundenen gesundheitlichen, sozialen und volkswirtschaftlichen Schäden zu." Sorge bereite auch der steigende Cannabiskonsum bei Jugendlichen. Hier müssten die Risiken stärker diskutiert und frühzeitig Hilfsangebote bereitgestellt werden, so Bätzing.

Afrika-Malaria-Tag

"Wirksame Medikamente erreichen die Kranken nicht"

"Trotz existierender wirksamer Medikamente sterben in Afrika noch immer alarmierend viele Menschen an Malaria", kritisiert die Organisation Ärzte ohne Grnezen. In vielen staatlichen Gesundheitseinrichtungen würden Patienten noch immer mit alten unwirksamen Medikamenten behandelt. Das sei besonders dramatisch, da die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits vor vier Jahren empfohlen hätte, veraltete Malariamedikamente durch Kombinationspräparate auf der Basis des Wirkstoffs Artemisinin (ACT) zu ersetzen.

Zu arm für Medikamente

Krankenkassen warnen vor Überforderung der Patienten durch Sparpaket

Das Arzneimittelsparpaket von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) führt nach Ansicht der Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen zu einer schlechteren medizinischen Versorgung und zur finanziellen Überforderung von Patienten. Die "überwiegende Zahl der Patienten wird nicht die finanziellen Möglichkeiten haben, die bisher angewendeten Arzneimittel weiterhin zu erwerben", heißt es in einer Stellungnahme der Spitzenverbände für die Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages.

Kindernothilfe

Aids-Kampagne fordert besser abgestimmte Medikamente für Kinder

"Kinder brauchen eine Aids-Therapie, die ihnen optimal hilft." Das fordert die Schauspielerin Natalia Wörner anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember. Damit eröffnet sie die Kindernothilfe-Kampagne für das Jahr 2006: "Bei Aids steht alles auf dem Spiel." Die Kindernothilfe schreibt in ihrer Presseerklärung weiter: "Jeder sechste Mensch, der an Aids stirbt, ist ein Kind. Trotzdem gibt es immer noch keine Aids-Medikamente speziell für Kinder, deren Körper einfach anders funktionieren. Hier muss sich dringend die medizinische Forschung der Realität annähern." Die Weltgesundheitsorganisation WHO arbeitet derzeit an einer Studie zum Thema kindgerechte Dosierung, die im Dezember erwartet wird.

Lebensgewohnheiten

Ärztepräsident fordert Einschnitte bei Bezahlung von Medikamenten

Die Krankenkassen sollten nach einem Vorschlag von Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe künftig die Medikamentenkosten für jene Versicherten nicht mehr übernehmen, "die ihre Krankheit durch eine Änderung der Lebensgewohnheiten in den Griff bekommen könnten". Manche Patienten schluckten aus Bequemlichkeit zum Beispiel Pillen gegen Blutdruck statt ihr Leben umzustellen, sagte Hoppe der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Das betreffe etwa Bewegung, Verzicht auf Alkohol und Tabak oder autogenes Training.

Stadtortbedingungen

Gesundheitsministerin will neue Medikamente schneller einsetzen

Neue Medikamente aus dem Bereich der Biotechnologie sollen in Zukunft schneller für die Behandlung von Patienten zugelassen werden. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hat der Pharmabranche am Montag ein vereinfachtes Zulassungsverfahren in Aussicht gestellt. Zwar dürften die Anforderungen an neue Medikamente im Interesse der Patienten nicht gelockert werden, allerdings müsse das Zulassungsverfahren effektiver und schneller werden, meint Schmidt.

Blumensamen und Tierfutter sind ermäßigt

Sozialverband will ermäßigte Mehrwertsteuer für Medikamente

Der Sozialverband VdK fordert eine ermäßigte Mehrwertsteuer von sieben Prozent auf Medikamente. Für Blumensamen und Tierfutter liege die Mehrwertsteuer bereits bei sieben Prozent, für Arzneimittel zahle der Verbraucher jedoch 16 Prozent, kritisierte VdK-Präsident Walter Hirrlinger am Montag in Berlin. Sollte die Union nach einem möglichen Wahlsieg die Mehrwertsteuer wie angekündigt um zwei Punkte erhöhen, sollten Medikamente nach Ansicht des VdK davon grundsätzlich ausgeschlossen sein.

Lichtblick für Afrika

Preiswerte Aidsmedikamente im Kongo

Mit Beginn dieser Woche werden die preiswertesten Aidsmedikamente für den Kongo in der ostkongolesischen Stadt Bukavu produziert. "Das ist ein Lichtblick im Kampf gegen Aids", sagt Bernd Pastors, geschäftsführender Vorstand des Deutschen Medikamenten-Hilfswerks action medeor anlässlich der offiziellen Einweihung der Tablettenproduktion in Bukavu im Kongo. "Hier ist es gelungen, trotz schwierigster Bedingungen das erste Kombinationspräparat gegen Aids in Afrika herzustellen."

Gesundheitsreform

Deutsche sparen laut Umfrage an Medikamenten und Arztbesuchen

Die Deutschen haben ihr Gesundheitsverhalten in den vergangenen zwölf Monaten infolge der Gesundheitsreform deutlich verändert und mit großer Mehrheit (77 Prozent) eine oder mehrere "Sparmaßnahmen" ergriffen. Dies ergab eine groß angelegte Studie "Health Care Monitoring 2005" des Kölner Marktforschungs- und Beratungsinstituts psychonomics AG zum deutschen Gesundheitsmarkt. 1.504 Bundesbürger ab 16 Jahren wurden dazu repräsentativ befragt.

Weltgesundheitsorganisation soll mehr tun

Ärzte kritisieren schlechten Zugang armer Länder zu Medikamenten

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen wirft der Führung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor, sich nicht genug für eine Verbesserung des Zugangs zu erschwinglichen Medikamenten in ärmeren Ländern einzusetzen. die Organisation zeigte sich "bestürzt" darüber, dass die Leitung der WHO ihre speziell eingerichteten Kapazitäten innerhalb des Hauses nicht ausgebaut habe, um den Zugang zu bezahlbaren Medikamenten zu erweitern, sagte Rowan Gillies, Internationaler Präsident von Ärzte ohne Grenzen, in Genf.

Arzneimittelwerbung

Gelockertes Werbeverbot für Arzneimittel: ein "Irrweg"

Werbung für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel darf nicht gelockert werden, fordert der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) für die vom Bundesrat geplante Lockerung. Bisher sei Werbung auch für verschreibungsfreie Arzneimittel bei zahlreichen schwereren Erkrankungen verboten gewesen. Durch eine Änderung des Heilmittelwerbegesetzes und des Arzneimittelgesetzes würden diese Beschränkung künftig fallen. "Mehr Arzneimittelwerbung führt nur dazu, dass die Menschen noch mehr Pillen schlucken - gesünder werden sie dadurch nicht," sagte Edda Müller, vzbv-Vorstand. "Die Ausweitung der Selbstmedikation ist gesundheitspolitisch ein Irrweg."

Paritätischer Wohlfahrtsverband

Kassen sollen chronisch Kranken alle nötigen Medikamente bezahlen

Der Paritätische Wohlfahrtsverband (DPWV) fordert die Rücknahme eines Teils der Gesundheitsreform, der besonders chronisch kranke Menschen belastet. Seit der Herausnahme nicht verschreibungspflichtiger Medikamente aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung könnten sich viele chronisch Kranke notwendige Arzneimittel nicht mehr leisten, kritisierte der Verband. Dazu gehörten unter anderem Augentropfen, Nasensprays, Allergie-Medikamente und Salben.

Atemwegserkrankungen und Allergien

Kinderärzte schlagen Alarm wegen unbezahlbarer Medikamente für Kinder

Jedes fünfte Kind in Deutschland ist nach Angaben von Kinderärzten entwicklungsgestört und damit praktisch krank. In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" warnte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann, davor, dass die kommende Generation der Erwachsenen "durch Krankheit und Leistungsschwäche gekennzeichnet" sein werde. "Ausgerechnet in dieser Situation erschweren Politik und Krankenkassen eine bessere Gesundheitsversorgung der Kinder", kritisierte Hartmann. So habe die Gesundheitsreform, wonach auch Kinder ab dem 13. Lebensjahr rezeptfreie Medikamente bezahlen müssen, negative Auswirkungen vor allem auf Kinder mit chronischen Erkrankungen der Atemwege und Allergien. Viele Eltern zahlten die notwendigen Medikamente nicht mehr, weil die Zusatzkosten bei zwei oder drei Allergiekindern allein in einer Saison "mehrere hundert Euro" betrügen.

AIDS

USA ändern Richtlinien für antiretrovirale Medikamente

Neue Richtlinien der Centers for Disease Control and Prevention in Amerika legen fest, dass Menschen, die durch Vergewaltigung, Drogenkonsum oder ungeschützten Sex mit dem Aidsvirus in Kontakt kamen, antiretrovirale Medikamente erhalten sollen. Diese Medikamente können innerhalb von 72 Stunden nach dem Kontakt eine Infektion verhindern. Diese Richtlinien bedeuten laut BBC einen grundlegenden Richtungswechsel in der Haltung der amerikanischen Regierung. Empfehlungen aus dem Jahr 1996 legten fest, dass nur medizinisches Personal antiretrovirale Medikamente erhält, das mit dem Virus in Kontakt gekommen ist.

"Medikamente in den Cornflakes"

Pharmacrops bedrohen Nahrungsmittelsicherheit in den USA

Die US-amerikanische Wissenschaftsvereinigung "Union of Concerned Scientists"(UCS) befürchtet, dass genmanipulierte Pflanzen, die hochwirksame Medikamente produzieren, durch unkontrollierte Kreuzungen viele Lebensmittel gefährden können. Das berichtet das schweizerische Blauen Institut auf seiner Homepage. Die UCS verlangt in ihrem Bericht vom 15.12.04 einen sofortigen Stopp für alle Freisetzungen dieser Pflanzen, sogenannten "pharmacrops".