obrigheim

Abgeschaltet

Obrigheim vom Netz

Das baden-württembergische Atomkraftwerk (AKW) Obrigheim ist abgeschaltet. Nach Angaben des Energiekonzerns EnBW wurde das älteste kommerziell betriebene AKW in Deutschland am Mittwochmorgen um 7.58 Uhr endgültig vom Netz genommen. Obrigheim war 1968 als Demonstrationskraftwerk errichtet worden und galt damals als Wegbereiter für die Nutzung von Atomenergie in Deutschland. Seit der Aufnahme der kommerziellen Stromerzeugung 1969 produzierte der Druckwasserreaktor mehr als 90 Milliarden Kilowattstunden Strom. Mit der Abschaltung reduziert sich die Anzahl der in Deutschland noch betriebenen Atomkraftwerke auf 17. Als nächstes soll voraussichtlich 2007 Biblis A in Hessen vom Netz gehen.

Ältestes deutsches AKW darf zwei Jahre länger arbeiten

Greenpeace und Nabu verurteilen Verlängerung für das AKW Obrigheim

SPD und Grüne haben am Montag bei ihren Koalitionsgesprächen vereinbart, die Laufzeit für das Atomkratfwerk Obrigheim um zwei Jahre zu verlängern. Die Entscheidung kommentiert Susanne Ochse, Energie-Expertin von Greenpeace-Aktivisten: "Greenpeace verurteilt diese Entscheidung scharf. Beim Schutz der Bevölkerung vor Atomgefahren darf es keine Kompromisse geben. Zwar kann der Uralt-Meiler in Obrigheim noch vor der nächsten Wahl abgeschaltet werden, doch der Kompromiss zeigt, dass Rot-Grün in Fragen der Sicherheit von Atomkraftwerken mit sich schachern lässt. Rot-Grün trifft in Fragen der Atompolitik keine verantwortungsvollen Entscheidungen.“

Obwohl Sicherheitsmängel offenkundig seien

Gespräche zur Sicherheit des AKW Obrigheim geplatzt

Die Atomaufsicht des Landes Baden-Württemberg hat ein für Montag in Bonn anberaumtes Gespräch über die Sicherheit des ältesten deutschen Atomkraftwerks Obrigheim platzen lassen. Die Landesbehörde sehe "keinen Aufklärungsbedarf", sagte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums in Berlin. Im Hause von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) gilt die Absage als Affront. Dies werfe "kein gutes Licht" auf die Landesaufsicht, sagte der Sprecher und fügte hinzu, Trittin bestehe weiter darauf, dass alles getan werden müsse, was zur Klärung etwaiger Sicherheitsmängel beitrage.

AKW Obrigheim

Nabu und Grüne: Ältestes AKW nicht noch länger betreiben

Einem Treppenwitz gleich kommt nach Auffassung des grünen Landtagsabgeordneten Jürgen Walter das Vorhaben der EnBW, den Atomreaktor in Obrigheim durch Übertragung eines Strommengenkontingents länger als vorgesehen laufen zu lassen. Einen entsprechenden Antrag hat die EnBW jetzt bei der Bundesregierung gestellt. Selbst wenn es, wie von der EnBW behauptet, eine Zusage des Bundeskanzlers Schröder an den EnBW-Vorsitzenden Goll im Zusammenhang mit dem Atomkonsens gegeben haben sollte, so sei doch klar, dass mit dem Terrorangriff des 11. September 2001 sich die Geschäftsgrundlage geändert habe.