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Bundesregierung will Pfand auf Getränkeverpackungen erweitern

Jährlich etwa 2,3 Milliarden bisher pfandfrei erhältliche Getränkeverpackungen werden nach den Plänen der Bundesregierung zur Änderung der Verpackungsverordnung demnächst mit einem Pfandzuschlag von mindestens 25 Cent belegt, schätzt die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) in einer soeben abgeschlossenen Untersuchung. Danach unterliegen nach dem Regierungsentwurf künftig auch sämtliche Fruchtsäfte, Eistees, Sportgetränke sowie ein Teil der Milch- und Alkoholmischgetränke in Glasflaschen, Kunststoffbechern und -flaschen der Pfandpflicht. Trotz der angekündigten Pfandbefreiung von Getränkekartons würden Verpackungen mit insgesamt rund 1,3 Milliarden Liter Getränkeinhalt pro Jahr zusätzlich pfandpflichtig, so die GVM. Die Einführung des Pfands wird noch im Bundesrat entschieden.

Einweg-Pfand soll Trendwende bringen

Mehrweganteil sinkt im 1. Quartal noch weiter ab

Wie der Bundesverband mittelständischer Privatbrauereien mitteilt, ist der Mehrweganteil aller Getränke im ersten Quartal 2002 nach vorläufigen unabhängigen Marktforschungserhebungen bundesweit dramatisch auf weit unter 60 % gesunken. Endgültige Detailzahlen würden die mehrwegorientierten Wirtschaftskreise in der nächsten Woche vorlegen. "Dieser Rückgang übertrifft unsere schlimmsten Erwartungen und stellt ein Absinken der Mehrweganteile dar, wie wir es in seiner Dynamik bislang noch nicht erlebt haben", zeigte sich Roland Demleitner, Geschäftsführer des Bundesverbandes mittelständischer Privatbrauereien, erschrocken. Die in der seit 1991 geltenden Verpackungsverordnung verankerte Mehrwegzielmarke von 72 % sei damit weit unterschritten. Der Bundesverband mittelständischer Privatbrauereien begrüße deshalb nachdrücklich die verbindliche Entscheidung der Bundesregierung, ab dem 01. Januar 2003 für Einweggetränkeverpackungen ein Pflichtpfand in Höhe von 0,25 Euro zu erheben.