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Zuzahlungen im Gesundheitsbereich

Rente, Gesundheit und Pflege im Alter

Die Wirtschaftskrise scheint bei uns erst einmal bewältigt, obwohl der Markt für den Exportweltmeister Deutschland fast täglich schwindet. Die Arbeitsplätze sind angeblich gesichert, die Arbeitslosenzahlen sinken. Bei derartigen Meldungen wird oft vernachlässigt, dass die so genannten Ein-Euro-Jobber fester Bestandteil des Arbeitsmarktes geworden sind und der Niedriglohnsektor aus Deutschland kaum mehr wegzudenken ist. Die Gehälter werden immer „flexibler“, der Kündigungsschutz ebenfalls. Immer mehr Menschen leben am unteren Limit, vollführen tagtäglich einen Kampf um ihre Existenz. Zu diesen Problemen, kommen für viele Menschen noch andere hinzu – die Sorge um die gesundheitliche Versorgung und die Pflege im Alter. Mit einem Fachmann und realitätsnahen Praktiker auf dem Gebiet der gesundheitlichen Versorgung und der Pflege im Alter, dem Leiter des Ambulanten Pflegedienstes Guido Zimmermann in Bremen, sprach Petra Klages.

Mutter als Flüchtling anerkannt

Kein Anspruch auf Einbürgerung durch Pflege der kranken Mutter

Aus der Pflege der kranken Mutter lässt sich kein Anspruch auf Einbürgerung ableiten. Das hat das Verwaltungsgericht Wiesbaden in einem am Montag veröffentlichten Urteil entschieden. Die Richter begründeten die Ablehnung damit, dass die Rechtsvorschrift für eine Einbürgerung voraussetze, dass der Einbürgerungswillige in der Lage sei, sich selbst zu ernähren. Wenn die Klägerin, wie im vorliegenden Fall, Sozialleistungen beziehe, sei eine Einbürgerung nicht möglich. Die Klägerin lebt bereits seit Anfang 1989 in Deutschland und hatte erfolglos Asyl beantragt.

Zahlreiche Gegenstimmen

Bundestag beschließt Gesundheitsreform

Der Deutsche Bundestag hat am Freitag mehrheitlich die so genannte "Gesundheitsreform" beschlossen. Aus den Reihen der Koalition stimmten jedoch 43 Abgeordnete mit Nein, 8 enthielten sich. Opposition, Ärzte, Krankenkassen, Pharmaindustrie, Gewerkschaften und Arbeitgeber reagierten mit scharfer Kritik auf den Beschluss. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hob insbesondere auf drei Punkte ab: Erstens werde jeder und jede künftig gegen das Risiko Krankheit versichert. Zweitens solle sich der Gedanke Prävention vor Behandlung und Reha vor Pflege konsequent durch die gesamte Versorgung ziehen. Drittens bleibe Gesundheit bezahlbar - sagte jedenfalls die Ministerin.

Eigenregie

Senioren-Versicherer plant Netz preisgünstiger Pflegeheime

Der Berliner Senioren-Versicherer Ideal-Versicherung plant den Aufbau eines flächendeckenden Netzes von Pflegeheimen in Deutschland. Wie der Vorstandsvorsitzende der Ideal-Versicherung, Rainer M. Jacobus, am Freitag weiter sagte, sollen die Heime von der Abschluss einer Versicherung "selbst gebaut und in Eigenregie" betrieben werden. Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden demografischen Entwicklung und der damit verbundenen Zunahme der Pflegebedürftigkeit älterer Menschen sei es dringend notwendig, vor allem auch "preisgünstige Heimplätze" zur Verfügung zu stellen.

Häusliche Pflege

Über vier Millionen Angehörige pflegen in Deutschland oft unentgeltlich

Auch wenn zunehmend mehr alte Menschen in betreute Einrichtungen ziehen - die Familie bleibt die bedeutendste Institution für pflegebedürftige Senioren. Etwa 2,7 Millionen Frauen und 1,5 Millionen Männer opfern im Schnitt fast drei Stunden täglich für diese Aufgabe, berichtet Dr. Jürgen Schupp vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung im Apothekenmagazin "Gesundheit". Nur der kleinere Teil von ihnen, nämlich rund 1,4 Millionen Personen, bekommt dafür finanzielle Zuschüsse über die Pflegeversicherung.