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Zufrieden mit der Bologna-Reform?
MBA | Master | Bachelor - Proteste an Hochschulen
Die immer wiederkehrenden Proteste an den Hochschulen in Deutschland zeigen, dass die Studierenden mit der Umsetzung der Bologna-Reform (Stichworte Bachelor und Master) noch nicht zufrieden sind. Ein wichtiger Punkt, der bei der Umsetzung der Bologna-Reform weitgehend vergessen wurde, ist die Orientierung der Hochschullehre auf die Entwicklung von Schlüsselkompetenzen, also weg von der ausschließlichlichen Vermittlung von Wissen.
Statistik
Mehr Studienanfänger als je zuvor in Deutschland
Die Zahl der Studienanfänger in Deutschland hat ein neues Rekordhoch erreicht. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes schrieben sich im laufenden Jahr so viele Erstsemester an den Hochschulen ein wie nie zuvor. 2008 begannen bundesweit rund 385.500 Menschen ein Studium, wie die Behörde am Montag (1. Dezember) unter Berufung auf vorläufige Zahlen in Wiesbaden mitteilte. Das waren sieben Prozent mehr als im vergangenen Jahr.
"Offene Universität"
Bundesregierung will Studieren ohne Abitur erleichtern
Studieren ohne Abitur soll nach dem Willen der Bundesregierung künftig leichter werden. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sagte der "Financial Times Deutschland", sie wolle in Deutschland eine "offene Universität" nach dem Vorbild Großbritanniens und der Niederlande etablieren und dafür eine eigene Institution schaffen, sagte Schavan. Derzeit liefen Verhandlungen mit den Ländern und Hochschulverbänden.
Schnelles studieren
Hohe Abbrecherquote in Bachelor-Studiengängen
Bis zur Hälfte der Studenten in den neu eingerichteten Bachelorstudiengängen bricht einem Medienbericht zufolge ihr Studium ab. Das gehe aus einem internen Studienerfolgsbericht der Freien Universität (FU) Berlin hervor, über den die "Berliner Zeitung" berichtet. "Der Schwund in den neuen Studiengängen ist größer als der Schwund in den alten Studiengängen", fasst die Untersuchung zusammen.
"Unentgeltlichkeit"
Studiengebühren sollen gegen UN-Sozialpakt verstoßen
Die in mehreren Bundesländern eingeführten Studiengebühren verstoßen nach Ansicht der Bildungsgewerkschaft GEW und des Studentenverbandes fzs gegen den UN-Sozialpakt. Dieser sei 1973 von Bundestag und Bundesrat ratifiziert worden und verpflichte die Bundesrepublik, den Hochschulunterricht möglichst jedem zugänglich zu machen. Ziel sei dabei auch "die allmähliche Einführung der Unentgeltlichkeit", betonten Vertreter von GEW und fzs am Montag in Berlin. Entgegen einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster sei der UN-Sozialpakt auch für Deutschland rechtsverbindlich.
Studium ohne BAFöG und ALG II
Studierende haben keinen Anspruch auf ALG II
Studierende können grundsätzlich kein Arbeitslosengeld II bekommen. Diese Regelung der Hartz-IV-Gesetze ist am 6. September vom Bundessozialgericht (BSG) in Kassel gebilligt worden. Deutschlands oberste Sozialrichter wiesen die Klage eines Münchner Studenten ab, dem wegen eines Studienfachwechsels die Ausbildungsförderung (BAFöG) gestrichen worden war. Als er daraufhin Arbeitslosengeld II beantragte, hatte er ebenfalls eine Abfuhr kassiert - zu Recht, wie das BSG befand.
Ausbildung und Studium
CDU/CSU diskutiert über Kindergeld nur noch bis 18
Das Kindergeldes soll nach Plänen in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion künftig höchstens nur noch bis zum 18. statt wie bisher bis zum 25. Lebensjahr gezahlt werden. Im Gegenzug solle sich das Kindergeld einem Pressebericht zufolge aber bis zum 7. Lebensjahr des Kindes verdoppeln. Der CDU-Haushaltsexperte Ole Schröder, der den Vorschlag in der Arbeitsgruppe Haushalt eingebracht hat, habe entsprechende Überlegungen bestätigt.
"Bologna-Prozess"
45 Prozent aller Studiengänge mit Bachelor- und Master-Abschlüssen
Im Zuge des so genannten Bologna-Prozesses sind laut Bundesregierung in Deutschland inzwischen für 45 Prozent aller Studiengänge Bachelor- und Masterabschlüsse eingeführt worden. Zum Sommersemester habe es bereits 5600 dieser Studiengänge gegeben, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am 2. Mai in Berlin. 1999 hatten sich europäische Bildungsminister im norditalienischen Bologna darauf geeinigt, mit der Einführung des zweistufigen Systems von Studienabschlüssen bis zum Jahr 2010 einen einheitlichen Hochschulraum in der EU zu schaffen.
Ohne Studium und Doktorarbeit
Fischer will angeblich Professor in den USA werden
Ex-Außenminister Joschka Fischer (Grüne) will einem Bericht des "Stern" zufolge "als Professor" in die USA gehen. Das Hamburger Magazin berichtete unter Berufung auf das Umfeld des Grünen-Politikers am Dienstag vorab, dass Fischer "unter größter Geheimhaltung" Verhandlungen über eine Gastprofessur an einer amerikanischen Elite-Universität geführt habe. Seit längerem hätten ihm Anfragen aus Princeton in der Nähe von New York und Harvard im US-Bundesstaat Massachusetts vorgelegen, heißt es in dem Bericht weiter. Fischer könne kein Abitur vorweisen und sei nie regulär an einer Universität eingeschrieben gewesen. Er verhandele zudem noch mit einem US-Forschungsinstitut über eine Mitarbeit im Bereich der Außenpolitik.
Nordrhein-Westfalen
CDU und FDP wollen Gebühren für das Erststudium
Die künftigen Koalitionspartner von CDU und FDP wollen Gebühren für das Erststudium an nordrhein-westfälischen Hochschulen einführen. Die Landesvorsitzenden beider Parteien, Jürgen Rüttgers (CDU) und Andreas Pinkwart (FDP), sprachen sich am Montag vor Beginn der fünften Runde der Koalitionsverhandlungen für einen Beitrag von 500 Euro pro Semester aus. Die Gebühren könnten nach Ansicht von Rüttgers ab dem nächsten Sommersemester eingeführt werden. Derzeit müssen Studiengebühren in Nordrhein-Westfalen nur von sogenannten Langzeitstudenten gezahlt werden.
Fehlende Chancengleichheit
Soziale Herkunft der Studenten entscheidet über Hochschulstudium
Das Deutsche Studentenwerk (DSW) beklagt die fehlende Chancengleichheit junger Menschen bei der Aufnahme eines Hochschulstudiums. Zwischen sozialer Herkunft und der Entscheidung für ein Hochschulstudium bestehe ein "alarmierender" Zusammenhang, sagte DSW-Präsident Hans-Dieter Rinkens bei der Vorstellung der 17. Sozialerhebung des Studentenwerks am Mittwoch in Berlin. Er mahnte, die Verwirklichung der Chancengleichheit müsse Kernaufgabe einer modernen Bildungspolitik bleiben.
In Ausbildung statt Studium gedrängt
Hohe Kosten halten Arme von Gymnasium und Uni fern
Das deutsche Bildungssystem verhindert durch seine Kostenverteilung, dass Kinder aus sozial schwachen Familien eine höhere Bildung erhalten. Dies ist das Ergebnis einer am Freitag veröffentlichten Studie des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS). Während die Kosten der Schulausbildung zu 19 Prozent, die eines Studiums gar zu 49 Prozent privat von Studenten oder Eltern finanziert werden müssen, beträgt dieser Anteil bei der Berufsausbildung nur vier Prozent. Wenn ein Kind also nach der Sekundarstufe I eine Berufsausbildung beginnt, entstehen den Eltern durch die geringeren Lebenshaltungskosten für das Kind und das Kindergeldes, das sie trotzdem erhalten, hohe finanzielle Vorteile. Dies verhindert aber einen stärkeren Zugang einkommensschwacher Schichten zu weiterführender Bildung, zunächst zur gymnasialen Oberstufe, warnte das FiBS. Die Einführung von Studiengebühren, auch in Form von Gutscheinen, sei deshalb kontraproduktiv. Im Gegenteil müsse gerade für bildungsferne Schichten der Zugang zu Kindertagesstätten, gymnasialer Oberstufe und Hochschule stärker gefördert werden.
Studium
Hochschulfinanzierung nicht auf dem Rücken der Studenten
Das Deutsche Studentenwerk (DSW) begrüßt, dass die Heinrich-Böll-Stiftung einen weiteren Rückgang der öffentlichen Hochschulfinanzierung und private Finanzierungsbeiträge wie etwa Studiengebühren ablehnt. "Zu Recht weist die Heinrich-Böll-Stiftung darauf hin, dass bereits jetzt ein hoher Prozentsatz der Studierenden neben dem Studium arbeitet. Derzeit sind dies mehr als 60 Prozent während des Semesters. Weder die Eltern noch die Studierenden sind in der Lage, auch noch Studiengebühren zu schultern", erklärte der DSW-Präsident, Prof. Dr. Hans-Dieter Rinkens. Begrüßenswert sei auch die Klarheit, mit der herausgestellt werde, dass private Finanzierungsbeiträge der Studierenden nicht das Versäumnis des Staates kompensieren könnten, die Hochschulen im OECD-Vergleich angemessen auszustatten. Um so unverständlicher sei dann aber, dass eine per saldo wesentlich höhere Verschuldung der Studierenden durch ihr Studium gefordert werde.
Bildung
Über ein Viertel der Studenten brechen ihr Studium ab
Mehr als ein Viertel der Studenten bricht das Studium ohne Abschluss vorzeitig ab. Das geht aus einer am Donnerstag in Berlin von Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) vorgestellten Studie hervor. Danach lag die Studienabbrecherquote im Exmatrikulationsjahrgang 2000/2001 bei 27 Prozent. 71 Prozent der befragten Abbrecher nannten die Studienbedingungen als wichtigen Grund. Sie fühlten sich durch die Hochschullehrer nicht ausreichend betreut und bewerteten die Studienorganisation als unübersichtlich.
Bildung
Bulmahn fordert bessere Strukturierung der Studiengänge
Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) ist unzufrieden mit der großen Zahl von Studienabbrüchen an deutschen Hochschulen. Die Ministerin forderte eine bessere Strukturierung der Studiengänge. "Wenn einige Fächer eine Abbrecherquote von 80 Prozent haben, dann ist das entschieden zu viel", sagte Bulmahn der Hochschulzeitschrift "Unicum" in Bochum. Zu den Ursachen von Studienabbrüchen verwies die Ministerin auf einen Zwischenbericht des so genannten Hochschul-Informations-Systems. Demnach wüssten viele Studenten nicht, was sie später mit ihrem Studium beruflich anfangen sollten. Andere könnten keine Schwerpunkte in ihrer Ausbildung erkennen. Ebenso rief sie die Hochschulen auf, Beratung und Betreuung der Studierenden zu verstärken.
Gebührenfreies Erststudium
Die Novelle des Hochschulrahmengesetzes
Mit der Novelle des Hochschulrahmengesetzes wird der Grundsatz der Gebührenfreiheit für das Erststudium gesetzlich festgeschrieben. Gleiches gilt für einen darauf aufbauenden Studiengang, der zu einem weiteren Abschluss wie Master, Diplom, Magister oder Staatsexamen führt. Ausnahmen sollen nur in eng definierten Grenzen zulässig sein. Zugleich schafft die Novelle eine neue gesetzliche Grundlage für Bachelor- und Master-Abschlüsse.
Studiengebühren
Erstes berufsqualifizierendes Hochschulstudium soll gratis bleiben
In Hochschulen dürfen keine Gebühren für das Erststudium bzw. für einen weiteren berufsqualifizierenden Abschluss in Studiengängen mit aufeinander aufbauenden Abschlüssen erhoben werden. Das sieht der Entwurf des Sechsten Gesetzes zur Änderung des Hochschulrahmengesetzes vor, den das Bundeskabinett am 20. Februar 2002 verabschiedet hat. Mit der Neuregelung reagiert die Bundesregierung auf die Diskussion über die Einführung von Studiengebühren, die in der Öffentlichkeit aufgrund hoher Studienkosten und der teilweise sehr langen Studiendauer geführt wurde.
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