usedom

Auch Tropenfische dank Klimawandel

Forscher finden viele Fischarten in der Ostsee

Die deutsche Ostsee ist entgegen landläufiger Meinungen ein vergleichsweise fischartenreiches Meer. Darauf verwies am Donnerstag Wissenschaftler des Meeresmuseums Stralsund und der Universität Rostock nach drei Forschungsfangreisen in Seegebieten vor Mecklenburg-Vorpommern. Während der neuntägigen Untersuchungen des neuen Spezialschiffs "Strelasund" seien 28 Fischarten nachgewiesen worden, sagte Meeresbiologe Ralf Thiel in Stralsund.

Ostsee

Greenpeace warnt vor Ein-Hüllen-Tankern

Unter dem Protest der Umweltorganisation Greenpeace hat der Uralt-Tanker "Byzantio" am Wochenende seinen Weg durch die Ostsee fortgesetzt. Die Umweltaktivisten beobachteten das unter maltesischer Flagge laufende Schiff beim Törn von Bord des Greenpeace-Schiffes "Beluga" aus. Bei seiner Fahrt musste der mit 55.000 Tonnen Schweröl beladene Tanker auch die gefährliche Kadetrinne zwischen der deutschen und der dänischen Küste passieren. Vor dem Hintergrund der Ölpest nach dem Untergang der "Prestige" an der spanischen Küste warnte Greenpeace vor den Gefahren einer ähnlichen Katastrophe in der Ostsee. Erst am Freitag war vor Kopenhagen ein anderer Öltanker auf Grund gelaufen. Aktivisten von Greenpeace hatten bereits das Auslaufen vom estnischen Hafen Tallin mit Protesten begleitet und eindringlich vor der Fahrt des völlig überalterten Tankers gewarnt. Das Schiff besitze ähnlich wie die vor Spanien auseinander gebrochene und gesunkene "Prestige" nur eine einzige Hülle und stelle damit eine akute Gefahr dar. Der Tanker wird mit seiner Ölfracht auf dem Weg nach Singapur nach der Passage von Ost- und Nordsee auch an der spanischen Küste vorbeifahren. Eigner der gefährlichen Ölfracht ist laut Greenpeace erneut die Crown Resources AG. Die Schweizer Firma hatte auch die gesunkene "Prestige" gechartert.

Großes Gedenkkonzert in Peenemünde

Erinnerung an Opfer von Krieg und Gewalt

Mit einem großen Gedenkkonzert soll am Samstag in Peenemünde auf Usedom an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert werden. Im sanierten Turbinensaal des stillgelegten Kraftwerks der früheren Heeresversuchsanstalt wird unter der Leitung des 75-jährigen russischen Dirigenten und Cellisten Mstislav Rostropovich das 1962 von Benjamin Britten komponierte "War Requiem" aufgeführt, wie die Leitung des Usedomer Musikfestivals am Mittwoch mitteilte. Zu den mehr als 1100 Gästen des seit Monaten ausverkauften Konzerts gehören auch Bundespräsident Johannes Rau und der frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow.

Vermutlich Rechtsextremisten

Anschläge auf jüdischen Friedhof und auf sowjetische Ehrenmale

In Berlin und auf Usedom sind am Wochenende insgesamt drei Anschläge mit vermutlich rechtsextremem Hintergrund verübt worden. Am Friedhof der jüdischen Gemeinde in Berlin warfen unbekannte Täter am Samstag gegen 19.40 Uhr einen mit Sprengstoff gefüllten Metallkörper über das Eingangstor in den Hof. Dabei wurden nach Polizeiangaben Trauergebinde zerstört sowie Gehwegplatten, Fenster und der Putz an den Wänden beschädigt. Außerdem wurden die sowjetischen Ehrenmäler auf der Ostseeinsel Usedom sowie im Berliner Stadtteil Marzahn geschändet.

Rechtsextreme Anschlagserie

Neue Nazi-Schmierereien auf Usedom

Die Anschlagserie mit rechtsextremem Hintergrund reißt nicht ab. In Karlshagen auf Usedom hinterließen Unbekannte in der Nacht zu Montag auf einem Schulhof rechtsradikale Sprüche und Hakenkreuze. Bereits am Wochenende war auf der Ostsee-Insel in Ahlbeck ein sowjetisches Ehrenmal beschmiert worden. Inzwischen hält der Staatsschutz den Sprengstoffanschlag auf den Friedhof der Jüdischen Gemeinde in Berlin-Charlottenburg von Samstag eher für eine Tat von Rechtsradikalen als von arabischen Extremisten.