versorgung
Ambulante Versorgung
Bremen: Pflege braucht neues Konzept
Elsbeth Rütten war damals vorbereitet. Als ausgebildete Krankenschwester wusste sie, dass sie Hilfsmittel brauchen würde für die erste Zeit zu Hausen nach einer Fuß-Operation:Ein Krankenbett, einen Toilettenstuhl auf Rollen, ein Badewannenbrett hatte sie sich vor der OP verschreiben lassen,
Essen auf Rädern hatte sie organisiert. Wie viel Hilfe sie tatsächlich brauchte, fiel ihr aber erst auf, als sie mit ihrem Liegegips allein in der Wohnung war–und mehrere Wochen weder einkaufen noch Medikamente besorgen oder Wäsche waschen konnte.
„Man braucht Hilfe im Alltag“, weiß Rütten heute, Jahre später. Doch seit 2005 übernehmen die Krankenkassen nur noch in Ausnahmefällen hauswirtschaftliche Unterstützung. Gleichzeitig entlassen Kliniken seit der Einführung der Fallpauschalen im Jahr 2004 Patienten deutlich schneller als früher. Wenn sich nicht direkt eine Reha-Maßnahme anschließt, entsteht eine Versorgungslücke, die besonders für Senioren zur unüberwindbaren Kluft werden kann.
Doch es gibt Ansätze, das zu ändern: In Köln entwickelt seit Herbst ein Arbeitskreis der Kommunalen Gesundheitskonferenz Richtlinien für ein besseres Entlassungs- und Überleitungsmanagement.
Leben von 500 Euro Rente
Scheidung ohne Versorgungsausgleich
Ursula Töpfer bekommt klägliche 550 Euro Rente im Monat. "Ich habe keinerlei Anspruch auf Versorgungsleistungen", klagt die Seniorin. Sie und Tausende andere Frauen, die zu DDR-Zeiten geschieden wurden, fühlen sich von der Politik im Stich gelassen: Sie haben aus familiären Gründen weniger verdient als ihre Männer, hatten aber keine Möglichkeit, die Rentenansprüche ihrer geschiedenen Partner zu übernehmen. Im Gegensatz zu Geschiedenen im Westen, wo der sogenannte Versorgungsausgleich 1977 eingeführt wurde, erhalten sie keinen Ausgleich ihrer Rentenansprüche.
Die Teilung nach dem Ehe-Aus
Bundesregierung will Versorgungsausgleich geschiedener Paare verändern
Für geschiedene Ehepaare soll die Aufteilung ihrer Rentenansprüche demnächst vereinfacht werden. Das Kabinett beschloss am 21. Mai in Berlin einen Gesetzentwurf zur Strukturreform des Versorgungsausgleichs. Dieser regelt die Verteilung von Versorgungsansprüchen zwischen Eheleuten nach einer Scheidung. Um das Verfahren unbürokratischer und verständlicher zu gestalten, sollen Rentenversicherer bei einer Scheidung künftig zwei getrennte Konten für beide Ex-Partner anlegen. So sollen gerechte Teilungsergebnisse erzielt werden. Künftig soll jede Versorgung, die ein Ehepartner in der Ehezeit erworben hat, im jeweiligen Versorgungssystem zwischen beiden Eheleuten geteilt werden. Das ist der Grundsatz der "internen Teilung". Der jeweils ausgleichsberechtigte Ehegatte erhält also einen eigenen Anspruch auf eine Versorgung bei dem Versorgungsträger des jeweils ausgleichspflichtigen Ehegatten.
Auftragsstudie zu privatwirtschaftlichen Zwecken?
Deutsche beklagen Abwärtstrend bei medizinischer Versorgung
Mit dem deutschen Gesundheitssystem geht es nach Ansicht der Mehrheit der Bevölkerung abwärts. Laut einer am 21. November in Berlin vorgestellten Studie haben 56 Prozent der Deutschen in den vergangenen zwei bis drei Jahren eine Verschlechterung der Versorgung ausgemacht. Vor allem Mitglieder gesetzlicher Kassen fühlen sich unzureichend abgesichert. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, Aufsichtsratsmitglied der privaten Rhön-Klinikum AG, sprach von einem "Trend zur Zweiklassenmedizin". Der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Klaus Vater, sagte, die Studie diene rein "privatwirtschaftlichen Zwecken" und stehe im Widerspruch zu anderen Umfragen. Offenbar soll die Auftragsstudie den Privatkassen als Werbemaßnahme dienen.
Bundesbesoldungsgesetz
Karlsruhe billigt gekürzte Beamtenbezüge für Versorgungsrücklage
Die Kürzung von Beamtenbezügen und Pensionen zum Aufbau einer Versorgungsrücklage ist mit dem Grundgesetz vereinbar. Das hat das Bundesverfassungsgericht in einem am 16. Oktober veröffentlichten Beschluss entschieden. Die Karlsruher Richter verwarfen die Verfassungsbeschwerden von sechs Beamten und Pensionären. Die Kürzungen seien "sachlich gerechtfertigt". Mit der Versorgungsrücklage sollen die öffentlichen Haushalte der kommenden Jahre entlastet und künftige Beamtenpensionen finanziell abgesichert werden.
Rechtssicherheit für Ärzte
Medizinische Versorgung von "Menschen ohne Papiere" gefordert
Ärzte der Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) fordern eine "angemessene" medizinische Versorgung für "Menschen ohne Papiere" und eine "verbesserte Rechtssicherheit" für die behandelnden Ärzte. Es gehe um rund 1 Million Menschen, die ohne Ausweispapiere in Deutschland leben. "Öffentlichkeit und Politik dürfen diese Tatsache nicht verdrängen", fordern die Ärzte. Viele "in der Illegalität" lebende Menschen "sind oder werden krank, haben aber bisher keinen regulären Zugang zum Gesundheitssystem". Diese Menschen ohne Papiere nähmen ärztliche Hilfe daher meist zu spät oder gar nicht in Anspruch. Im Rahmen ihrer Kampagne "achten statt verachten" überreichte die Ärzteorganisation am Mittwoch Unterschriften von rund 5800 Unterzeichnern an die Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckhardt.
Nahost-Krieg
Caritas befürchtet allgemeine Versorgungsengpässe im Libanon
Das Hilfswerk Caritas international befürchtet durch den Nahost-Konflikt massive Versorgungsengpässe im Libanon. "Wenn das Wochen so weitergeht, wird es eine sehr schwierige, wenn nicht gar dramatische Situation, die über das Schicksal der Flüchtlinge hinaus geht", sagte Karl Ammann von Caritas international am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Auch die wirtschaftliche Lage des Landes drohe sich zu verschlechtern. Es gebe Firmen, die schon jetzt die Juli-Gehälter für ihre Angestellten nicht ausbezahlen könnten, so Ammann. Die allgemeine Versorgungslage werde angespannter und der Sprit knapper.
Beteiligung der schwarzen Bevölkerung
Deutschlands Rohstoff-Versorgung aus Südafrika
Die Republik Südafrika ist nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) einer der wichtigsten Rohstofflieferanten der Welt. "Das Land kann noch lange Zeit eine führende Rolle in der weltweiten Rohstofflieferung einnehmen, sofern die politisch-ökonomischen Rahmenbedingungen erhalten bleiben." Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht. Bisher habe die von der Regierung eingeleitete Politik einer zunehmenden Beteiligung der schwarzen Bevölkerung an der Rohstoffgewinnung nicht - "wie zunächst befürchtet" - dazu geführt, dass sich große Investoren zurückziehen. Sollte sich "der behutsame Wandel" jedoch nicht fortsetzen lassen, könnten nach Auffassung der Wirtschaftsforscher "auch für Deutschland erhebliche Versorgungsprobleme entstehen".
Wirtschaftsforscher
Große Versorgungslücke bei Kinderbetreuungsplätzen
In Deutschland gibt es nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) viel zu wenige Kinderbetreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. Für Kinder bereits erwerbstätiger Mütter würden rund 250.000 Plätze benötigt, so das Institut in seinem aktuellen Wochenbericht. Dieser Bedarf könne mit dem von der Bundesregierung geplanten Ausbau der Betreuungsplätze annähernd gedeckt werden. Darüber hinaus bestehe jedoch ein Bedarf für Kinder von Müttern, die dringend gerne arbeiten würden. Insgesamt könnten in ganz Deutschland über 1,2 Millionen Kinderbetreuungsplätze tatsächlich nachgefragt werden. Deutschland liege bei der Kinderbetreuung auf einem der hintersten Plätze in Europa.
Wenig selbstlose Kritik
Künstlich ernährten Patienten droht offenbar schlechtere Versorgung
Der Bundesverband der pharmazeutischen Industrie (BPI), der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) und der Diätverband kritisierten am Montag in Berlin die geplante Einschränkung der künstlichen Ernährung von zumeist pflegebedürftigen Patienten. Hintergrund ist der Entwurf für eine neue Arzneimittelrichtlinie, die der Gemeinsame Bundesausschuss vorgelegt hat. Darin hat das Selbstverwaltungsgremium aufgeführt, wann Patienten zu Lasten der Krankenkasse mit Trink- oder Sondennahrung künstlich versorgt werden dürfen. Die Herstellerverbände bemängelten, dass nach der geplanten Richtlinie eine künstliche Ernährung generell nur noch bei vier Krankheiten erlaubt sei. "Bei weiteren 23 Erkrankungen wird die künstliche Ernährung entweder ganz gestrichen oder an eine Fülle von Voraussetzungen geknüpft", sagte BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt.
Nach der Gesundheitsreform
Bundesbürger sparen für medizinische Versorgung
Die gesetzlichen Krankenversicherungen wurden laut Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung um neun bis zehn Milliarden Euro entlastet. Rund 20 Prozent dieser Einsparungen tragen die gesetzlich Versicherten durch höhere Ausgaben für Gesundheit: Jeder dritte Deutsche spürte im ersten Jahr der Gesundheitsreform im Durchschnitt eine finanzielle Mehrbelastung von 150 Euro. Nimmt man an, dass die Betroffenen diesen Verlust durch Konsumverzicht kompensieren, entspricht dies einem Rückgang der privaten Nachfrage um circa 1,9 Milliarden Euro. Vor allem an Freizeitaktivitäten, Urlaub und Kleidung wurde gespart. Das geht aus dem ratiopharm Gesundheitskosten-Monitor 2005 hervor, einer repräsentativen Befragung von über tausend gesetzlich Versicherten, die das Unternehmen am Donnerstag in Berlin veröffentlichte.
Ökologische Versorgung
Alle Tollwood Festival Gastronomen erhalten Bio-Zertifikat
Das Tollwood Festival in München lockt in den kommenden vier Festivalwochen mit Fleisch, heimischem Gemüse und Obst, Milch, Getreide sowie Brot aus ausschließlich ökologischer Erzeugung: jeder der 50 gastronomischen Aussteller biete Gerichte mit Bio-Zertifikat an. Damit sei das Festival das erste in Deutschland, das für seine insgesamt 50 Gastonomen eine Gesamtzertifizierung vorweisen könne. In einer feierlichen Stunde überreichten Wolfgang Reimer, stellvertretend für Verbraucherschutzministerin Renate Künast, Sepp Daxenberger, Landesvorsitzender der bayerischen Grünen sowie Jochen Neuendorff von der Kontrollstelle GfRS am 17. Juni, zum Auftakt des Events, das Bio-Zertifikat an Norbert Kessler, dem Gastronomieleiter des Tollwood Festivals.
Medizinische Einrichtungen
Deutsche Krebshilfe verbessert Versorgung bei Brustkrebs
Die Deutsche Krebshilfe hat verschiedene Projekte initiiert, um die Versorgung von Brustkrebspatientinnen zu verbessern. Ihr Konzept stellte die Organisation im Rahmen des 26. Deutschen Krebskongresses am 28. Februar 2004 in Berlin vor. Anlass waren die Ergebnisse der Studie "Die an Brustkrebs erkrankte Frau im Medizinbetrieb", welche die strukturellen Schwachstellen bei der Behandlung von Brustkrebs aufgedeckt hat.
Energieversorgung
"Trübe Funzel" an Energie- und Versorgungsgesellschaft Butzbach verliehen
Der Bund der Energieverbraucher e.V. hat am 19. Januar 2004 die "Trübe Funzel" an die Energie- und Versorgungsgesellschaft EVB im oberhessischen Butzbach verliehen. Der Stromversorger EVB hat die Auszeichnung nach Meinung des Verbrauchervereins verdient, weil er den Hausanschluss eines Stromkunden, Uwe Kolscher, ausgraben lassen will aus Ärger darüber, dass dieser Kunde künftig von seinem Nachbarn den Strom günstiger bezieht. Der Nachbar Dr. Wagner, erzeugt seinen Strom mit einem Blockheizkraftwerk selbst. Der Stromüberschuss genügt auch für den Nachbarn.
Humanitäre Hilfe
Mangelhafte Infrastruktur verhindert Versorgung der Kriegsopfer
Trotz Gewalt und Chaos haben Mitarbeiter von Hilfsorganisationen in Bagdad gestern die Stromversorgung des Al Yarmuk Hospitals, eines der größten Krankenhäuser der Hauptstadt, wiederhergestellt. Gewalt und Zerstörung im gesamten Irak verhindern immer noch groß angelegte Hilfseinsätze. "Die Wiederherstellung von Recht und Ordnung und ziviler Gesellschaftsstrukturen ist für die Grundversorgung der Bevölkerung genauso essenziell wie der Schutz zentraler Einrichtungen, wie Krankenhäuser und Wasserwerke", so Margaret Hassan, Büroleiterin der Hilfsorganisation Care in Bagdad.
Deutschland
Erhebliche Mängel in der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen
Im aktuellen Wahlkampf singen alle Politiker das hohe Lied auf Kinder und Familien. Beispiele: SPD: "Familie ist da, wo Kinder sind" CDU/CSU/Edmund Stoiber: "Kinder sind unsere Ressourcen für die Zukunft" etc, etc. Gleichzeitig haben - nahezu unbeachtet von der Öffentlichkeit - Ende Juni 2002 alle im Bundestag vertretenen Parteien konstatiert, daß die Versorgung kranker Kinder in der Bundesrepublik sich in den letzten Jahren immer mehr verschlechtert hat. Dieser Antrag bzw. Beschluss basiert auf einer noch laufenden Studie des Robert-Koch-Instituts namens „Gesundheit und Umwelt von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“. Die Lösungsvorschläge der Politiker sind mehr als vage und beruhen überwiegend auf dem St.-Florians-Prinzip: "verschone mein Haus bzw. Ressort".
Armut
Welthungerhilfe beklagt zunehmende Versorgungsprobleme in Afghanistan
Die Versorgung der afghanischen Zivilbevölkerung ist nach Angaben der Welthungerhilfe durch die US-Luftangriffe erheblich erschwert. Die Strukturen für die Lebensmitteltransporte würden durch den Krieg zerstört, berichteten Mitarbeiter der Deutschen Welthungerhilfe nach ihrer Rückkehr aus dem Krisengebiet.
Altersvorsorge
IG Metall und Arbeitgeber verhandeln über "Versorgungseinrichtung Metall"
Die IG Metall will für alle Beschäftigten der Betriebe der Metall- und Elektroindustrie einen Anspruch auf Entgeltumwandlung aus regionalen Tarifverträgen durchsetzen. Das geht aus den "Eckpunkten für eine Versorgungseinrichtung Metall" hervor, die die IG Metall am Freitag in Frankfurt/Main veröffentlichte. In der Mainmetropole kamen am Vormittag Vertreter der Gewerkschaft und des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall zu einem Spitzengespräch über die Altersvorsorge zusammen. Nach Auffassung der IG Metall sollen künftig auch vermögenswirksame Leistungen für den Aufbau einer zusätzlichen Altersvorsorge genutzt werden können.
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