weihnachten
Kein Braten zum Fest
In der Suppenküche der Berliner Marienkirche
Mitten in der evangelischen Marienkirche in Berlin sitzt Peter an einem gedeckten Tisch und wartet geduldig. Vor ihm häufen sich belegte Brote auf einem Teller, daneben brennt eine Kerze, sparsam dekoriert mit Tannengrün. Mit ihm zusammen sitzen rund 100 Gäste an den Biertischgarnituren in der Kirche. Peter ist erst zum zweiten Mal hier. Konzentriert schaut der 58-Jährige auf seinen Plastikteller und löffelt die warme Suppe. Anfang des Jahres wurde der Taxifahrer erwerbsunfähig, seitdem bezieht er eine kleine Rente und "Hartz-IV". Beides reicht ihm kaum zum Leben.
"Arbeitsamtsdirektoren zur Weißglut gebracht"
Weihnachtsgeld für Hartz IV-Empfänger gefordert
Bezirksverordnete der WASG in Berlin und von Wahlbündnissen in Niedersachsen fordern ein Weihnachtsgeld für Arbeitlose. In einer konzertierten Aktion der Berliner Wahlalternative brachten Abgeordnete der WASG einen entsprechenden Antrag in den Bezirksparlamenten ein. Vorreiter der Aktion in Berlin war Christopher Cheeseman, der als Parteiloser für die Osnabrücker Linke im Stadtparlament sitzt. Nach dem Vorschlag sollte der Haushaltsvorstand 80 Euro und jeder Angehörige 60 Euro erhalten. Der Antrag wurde laut WASG von einer Mehrheit aus SPD, Grünen, CDU und FDP abgelehnt. Die Stadt Burghausen in Bayern zahlt offenbar eine solche Beihilfe zu Weihnachten.
Machtkampf vor Weihnachten
Stoibers Büroleiter tritt nach Bespitzelungs-Vorwürfen zurück
In der Bespitzelungsaffäre der CSU bleibt Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) auch nach dem Rücktritt seines Büroleiters Michael Höhenberger unter Druck. SPD und Grüne verlangten am Freitag weitere Konsequenzen. Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli (CSU) sagte, es werde immer deutlicher, dass Stoiber nicht noch einmal Ministerpräsident werden dürfe.
"Schmackhafte Alternative"
Tierschützer fordern Festessen ohne Tierquälerei
Der Deutsche Tierschutzbund appelliert an die Verbraucher, bei den weihnachtlichen Festessen das Leid der Tiere im Auge zu behalten. Was als knuspriger Braten serviert werde, habe "meist einen langen, leidvollen Weg" hinter sich. Man solle daher auf artgerechte Haltung der Tiere zu achten. Viele "Delikatessen" wie Gänseleber, Ente oder Lachs kämen aus "grausamer Massentierhaltung". Eine schmackhafte Alternative sei das vegetarische Menü.
"Öko-Weihnachtsbaum"
Weihnachtsbäume aus regionaler nachhaltiger Waldwirtschaft
Die Umweltorganisation WWF fordert die Bevölkerung dazu auf, beim Kauf von Weihnachtsbäumen auf ökologische Gesichtspunkte zu achten. Die Bäume sollen nach Auffassung der Umweltschützer aus regionaler nachhaltiger FSC-Waldwirtschaft stammen. Der Berliner Senat habe das vorgemacht. Seit Montag ziere eine 18 Meter hohe Tanne der Berliner Forsten den Platz vor dem Roten Rathaus. Die Küstentanne trage das FSC-Zertifikat für eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung.
Geheimdienste-Ausschuss
Schily, Fischer und Steinmeier werden noch vor Weihnachten befragt
Der Geheimdienste-Untersuchungsausschuss des Bundestages hat sich nach zähem Ringen auf die Vernehmung prominenter Zeugen bis zum Jahresende geeinigt. Der frühere Bundesinnenminister Otto Schily (SPD), Ex-Außenminister Joschka Fischer (Grüne) sowie der ehemalige Kanzleramtschef und amtierende Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sollen noch vor Weihnachten aussagen, wie SPD-Obmann Thomas Oppermann am Donnerstag nach vierstündiger Sitzung in Berlin mitteilte.
Weihnachten
Flüchtlinge stehen vor verschlossenen Türen
Maria und Josef haben bei ihrer Suche nach einem sicheren Ort schließlich Zuflucht in einem Stall gefunden. Flüchtlinge, die vor Krieg, Gewalt und Unterdrückung nach Deutschland fliehen, finden immer seltener Sicherheit. Sie stehen vor verschlossenen Türen, wenn sie eigentlich Schutz und menschliche Solidarität nötig hätten, beklagt Pro Asyl.
Weihnachten
Lange Transportwege für "chemische" Weihnachtsbäume
Viele der deutschen Weihnachtbäume sind chemisch behandelt, stammen aus dem Ausland und aus einseitigen Tannenbaumkulturen. "Der Weihnachtsbaum ist ein Konsumgut," meint Nina Grieshammer, Forstreferentin der Tierschutzorganisation WWF. Um ihn symmetrischer, grüner und länger haltbarer zu machen, laufen schon Gen-Versuche, so Grieshammer. Von 23 Millionen deutschen Christbäumen stammten ein Großteil aus industriellen Großplantagen. Plantagenholz stamme auch aus dem Ausland. Im letzten Jahr berichtete der WWF von Weihnachtsbäumen, die aus Dänemark, den Niederlanden, Irland, Österreich, Polen und Tschechien importiert worden seien. Dieses Jahr sei es ähnlich. In den einheimischen Wäldern müssten als Teil der üblichen Waldpflege automatisch Bäume geschlagen werden, um den verbleibenden Bäumen mehr Platz zum Wachsen zu geben, erklärt Hessens Forstminister Wilhelm Dietzel.
Betrifft Weihnachtseinkäufe
Kampagne gegen "zerstörerische Praktiken im Goldabbau"
Die Menschenrechtsorganisation FIAN-Deutschland ruft Verbraucherinnen und Verbraucher dazu auf, sich für ein Ende "der zerstörerischen Praktiken im Goldabbau" einzusetzen. "Gold-Bergbau ist eine der schmutzigsten Industrien der Welt und sorgt immer wieder für Men-schenrechtsverletzungen", so Ulrich Müller von FIAN Deutschland. "Gerade in der Weihnachtszeit wollen wir darüber aufklären und um Unterstützung für einen Wandel der Bergbau-Industrie werben". Dazu startet FIAN heute eine Internet-Aktion im Rahmen der internationalen No Dirty Gold-Kampagne. Azf der Website "www.nodirtygold.org/deutsch.cfm" kann man online Einzelhändler und Hersteller von Goldschmuck auffordern, sich gegenüber der Bergbau-Industrie für ein Ende des Goldabbaus auf Kosten der Umwelt, der einheimischen Bevölkerung und der ArbeiterInnen einzusetzen.
Händlerbefragung
Schrottproduktion made by Globalisation - Defekte Elektrogeräte
Beim kommenden Weihnachtsfest erwartet viele Deutsche keine schöne Bescherung. Denn viele DVD-Spieler, Digitalkameras und Fotohandys werden bereits nach dem Auspacken nicht richtig funktionieren, berichtet die Zeitung "Welt am Sonntag" unter Hinweis auf eine Händlerbefragung. Im Durchschnitt sei jedes 30. Gerät fehlerhaft. In der Unterhaltungselektronik ist die Reklamationsquote mit 3,4 Prozent der Erhebung zufolge besonders hoch. Auf das gesamte Jahr hochgerechnet werden demnach 220 000 DVD-Spieler und 190 000 Fernseher defekt über den Ladentisch gehen. UGS-Geschäftsführer Georg Wessels sieht die Ursache für die hohe Fehlerquote im starken Wettbewerbsdruck und mangelnder Koordination der Entwicklungs- und Herstellungsprozesse. "Die Anbieter bestücken ihre Produkte mit immer billigeren Komponenten", sagt Wessels. Da die Teile zunehmend von unterschiedlichen Zulieferern produziert werden, würden sie zudem nicht ausreichend aufeinander abgestimmt.
Weihnachten 2003
30.000 Unterzeichner: Langjährige Flüchtlinge in Deutschland bleiben lassen
30.000 Mal der gleiche Weihnachtswunsch: Wer lange hier lebt, muss bleiben dürfen! Ein Weihnachtswunsch gehört dieser Tage in Deutschland zu den häufigsten: 30.000 Bürgerinnen und Bürger haben sich in den vergangenen Wochen dem Aufruf "Wer lange hier lebt, muss bleiben dürfen!" mit ihrer Unterschrift angeschlossen. Die Unterzeichner fordern, dass die langjährig in Deutschland Geduldeten endlich ein dauerhaftes Bleiberecht erhalten.
Weihnachten
Keine Tierprodukte aus Massentierhaltung für die Festtagstafel
Rechtzeitig vor den Weihnachtsfeiertagen bereiten schon jetzt viele Verbraucher ihren Festtagsspeiseplan vor. Aber, was als scheinbar schmackhafte Delikatesse auf der Festtafel landet, hat allzu häufig nichts mit gutem Geschmack zu tun. Vielfach kommen die Produkte aus Massentierhaltung. Die Tiere wurden zur Befriedigung der saisonalen Nachfrage gemästet. "Ein liebevoll zubereitetes Weihnachtsmenü darf nicht in Verbindung mit Tierquälerei stehen", betont Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. "Achten Sie darauf, was Sie kaufen, Alternativen zu tierquälerischen Produkten gibt es genug."
Atomenergie
Neues AKW für Finnland - Eine "schöne Bescherung" von Siemens
Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW kritisiert die Vertragsunterzeichnung zwischen dem finnischen Atomkraftwerksbetreibers TVO und der Siemens-Beteiligungsgesellschaft Framatome über den Bau eines neuen Atomkraftwerks in Olkiluoto. Siemens ist gleich doppelt am Bau des Atommeilers vom Typ "Europäischer Druckwasser-Reaktor (EPR)" beteiligt: Zum einen ist Siemens am weltweit führenden Atomkraftwerkshersteller Framatome ANP mit Sitz in Paris mit 34 Prozent beteiligt. Framatome baut den nuklearen Teil des Atomkraftwerks. Zum anderen wird die Siemens AG auch die Turbine und den Generators des Reaktors liefern.
Artenschutz
Keine Exoten und Wildtiere zu Weihnachten verschenken
Die Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE warnt vor Wildtieren als Weihnachtsgeschenk: "Vom Korallenfisch bis hin zu afrikanischen Igeln oder südamerika-nischen Kleinbären - Wir beobachten mit großer Sorge einen boomenden Handel mit exotischen Haustieren. Die wenigsten Käufer wissen um die enormen Haltungsansprüche ihrer Schützlinge", erläutert Dr. Sandra Altherr, Biologin bei PRO WILDLIFE. Krankheiten und frühzeitiger Tod sind entsprechend häufig die Folge des spontanen Kaufs oder Verschenkens exotischer Tiere. In den USA hatte der Trickfilm "Findet Nemo" die Nachfrage nach Korallenfischen deutlich angeheizt. Nun befürchtet die Artenschutzorganisation, dass auch in Deutschland verstärkt wildgefangene Zierfische und andere Exoten im Vorweihnachtsgeschäft über die Ladentheke gehen.
Weihnachten
Tierschützer fordern: Hände weg von Pelzen und Wildleder
Derzeit wird auf EU-Ebene über ein generelles Importverbot von Katzen- und Hundefellen diskutiert. In einer schriftlichen Erklärung wird die Kommission aufgefordert, einen Verordnungsvorschlag vorzulegen, in dem Import, Export, Verkauf und Erzeugung von Katzen- und Hundefellen und -häuten verboten werden. Der Deutsche Tierschutzbund hat die EU-Parlamentarier in einem Schreiben aufgefordert, die Erklärung zu unterzeichnen, um diesem grausamen Handel endlich ein Ende zu setzen. Schon jetzt jedoch können die Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden, ob sie das blutige Geschäft mit den Häuten und Fellen ihrer liebsten Haustiere unterstützen wollen.
Aktion gegen Kopierschutz
CD-Weihnachtsgeschenke, die auch funktionieren
Ärgerlich, wenn die zu Weihnachten verschenkte CD nicht im CD-Player des Beschenkten funktioniert, weil sie einen Kopierschutz hat, der nicht nur das Kopieren, sondern auch das Abspielen unmöglich macht. Während in Deutschland kopiergeschützte CDs eigentlich deutlich gekennzeichnet sein müssen, setzt der österreichische Verein zur Förderung freier Software (FFS) auf die Methode, die schon etwa in Großbritannien funktioniert hat: den Ärger der Konsumenten über die Händler der Industrie zu Gehör kommen zu lassen. Der FFS hat ein Formular entworfen, auf dem sich Kunden vom Händler bestätigen lassen können, dass die CD oder DVD ?auf allen gängigen Abspielgeräten, insbesondere PCs uneingeschränkt verwendbar? ist. Auf der anderen Seite wird bestätigt, dass der Datenträger auf unterschiedlichen Betriebssystem-Plattformen abspielbar ist und dass persönliche Daten weder aufgezeichnet, noch an Dritte weitergeleitet werden. Andernfalls muss der Händler dem Kunden laut Vereinbarung den Kaufpreis zurückerstatten.
Weihnachtseinkauf
Auch Verbraucher können Kinderarbeit bekämpfen
Weltweit müssen internationalen Angaben zufolge rund 211 Millionen Kinder unter 15 Jahren arbeiten. Allein in Indien gibt es Schätzungen zufolge 50 Millionen Kinderarbeiter. Sie schuften zum Beispiel in Textilbetrieben oder Edelsteinschleifereien und damit in Branchen, die auch für den Export produzieren. Darauf wies das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk terre des hommes am Donnerstag in Bonn hin. "Diese Kinder brechen mit zehn Jahren die Schule ab und arbeiten hart, um ihre Familien zu unterstützen", berichtete terre des hommes-Expertin Barbara Küppers nach Rückkehr von einem Projektbesuch in Indien.
Umsätze steigen
Weihnachten beschert Internet-Verkäufern gutes Geschäft
Das Weihnachtsfest lässt die Kassen der Online-Händler diesmal besonders häufig klingeln. Ein Viertel des gesamten Jahresumsatzes von elf Milliarden Euro geht in der Advent- und Weihnachtszeit über den virtuellen Ladentisch. Zu diesem Ergebnis kommt die Online-Trend-Umfrage des Hamburger Marktforschungsinstitutes Mummert Consulting und des IT-Dienstleisters Software Inworks. Gezielt nach Schnäppchen suchten dabei drei von vier Weihnachtsshoppern.
"Bio-Glühwei(h)n-Nacht"
113 deutsche Bio-Höfe lockten am Nikolaustag mehr als 15.000 Besucher an
Zu diesem etwas anderen vorweihnachtlichen Event hatten 113 Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau in ganz Deutschland am vergangenen Samstag, dem Nikolaustag, auf ihre Höfe eingeladen. Mehr als 15.000 Besucher folgten der Einladung und konnten Glühwein aus ökologischer Erzeugung probieren und weitere Bio-Spezialitäten genießen. Neben einem stimmungsvollen Unterhaltungsprogramm für die ganze Familie gab es Informationen und Gespräche rund um den Öko-Landbau aus erster Hand.
Kampagne
Beim Weihnachtseinkauf auf "faire" Geschenke achten
Verschiedene Nichtregierungsorganisationen erhalten Unterstützung für ihre Kampagne zum Kauf von fair gehandelten Waren ein. "Gerade in der Vorweihnachtszeit sollten wir verstärkt darüber nachdenken, wie die Produkte und Lebensmittel hergestellt worden sind, die bald unter'm Weihnachtsbaum liegen werden", sagte Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) am Montag in Berlin.
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